Verein Zehnthaus e.V.
Vortrag über Alexander von Humboldt im Rheinland
Swisttal-Odendorf. Bereits seine Zeitgenossen nahmen Alexander von Humboldt (1769 – 1859) als einen der bedeutendsten Menschen ihrer Epoche wahr.
„Der neue Aristoteles“, „Shakespeare der Wissenschaften“, „Wiederentdecker Amerikas“ waren nur einige der Attribute, mit denen man den international vernetzten Weltreisenden, Forscher und Universalgelehrten schon zu Lebzeiten bewundernd bedachte. Viele Richtungen der Naturwissenschaften hat Humboldt vorgezeichnet. So gilt er auch als Mitbegründer der methodischen Geografie, der Klimaforschung und der vergleichenden Kulturwissenschaften.
Seine erste Forschungsreise hatte ihn als 20-jährigen Studenten indes nicht in die weite Welt, sondern in das Rheinland geführt. Dort wollte er geologische Erkenntnisse gewinnen, um sich an dem in der Zeit leidenschaftlich geführten „Basaltstreit“ zu beteiligen. In dieser Auseinandersetzung ging es um die wissenschaftlich äußerst kontrovers diskutierte Frage, ob das Basaltgestein vulkanischen Ursprungs sei oder als Ablagerung im Wasser entstanden wäre.
Wolfgang Ruland vom Unkeler Geschichtsverein hielt hierüber im Odendorfer Zehnthaus einen packenden Vortrag. Anschaulich stellte er den jungen Humboldt vor. Anhand des Reisetagebuches seines ihn begleitenden Kommilitonen Jan van Geuns nahm er die zahlreichen Zuhörer von Ort zu Ort auf die „Expedition“ mit. Über die Stationen Neuwied, Andernach, Linz, Erpel, Unkel, Rheinbreitbach und schließlich Bonn ließ Ruland das Publikum an den Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen Humboldts und seines Freundes teilhaben. Ausführlich ging der Referent auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Basalts für die Region ein.
In der zentralen Fragestellung der Forschungsreise war, so hob Ruland hervor, Humboldt allerdings zu dem Schluss gekommen, der Basalt sei nicht vulkanisch entstanden.
Diesen Irrtum habe er zwar später wohl eingesehen, aber nie öffentlich korrigiert.
