Soroptimisten konnten bei Symposium mit prominenten Fachleuten aufwarten
Vortrag und Podiumsdiskussion zum Thema Verantwortung
Cochem. „Kinder fördern – Kinder fordern!“ Unter diesem Motto präsentierte der Frauenclub Soroptimist Cochem bereits zum achten Mal als Vortragsreihe ein Symposium, das von der bekannten TV-Journalistin Gundula Gause moderiert wurde. Zentrale Fragen hierbei beantwortete unter anderem der Münchener Philosoph Dr. Tobias Hürter, wie: „Was ist Verantwortung und welche Rolle spielt sie in unserer Gesellschaft?“ Überdies beteiligten sich an der Vortragsreihe mit anschließender Podiumsdiskussion, Professor Niels Birbaumer,Tübingen, Judith Neis-Schieber, Familienrichterin aus Mayen, sowie die Kaisersescher Kriminologin Rita Steffes-enn als Sachverständige. Diese hatten für die erwartungsfreudigen Zuhörer inhaltlich Anspruchsvolles zu bieten, wie von Beginn an festzustellen war. Was ist Verantwortung, warf Dr. Hürter die anfängliche Frage in den Raum und wusste sie in der Folge anhand von vier Voraussetzungen für den Menschen (der diese übernehmen will) zu erklären. Als da wären: „Die Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen, sein Handeln rational zu begründen, die Fähigkeit Situationen zu überblicken, sowie bei klarem Verstand und vollem Bewusstsein zu handeln!“ Derweil ergab sich aus den Erklärungen schnell, dass in der heutigen Zeit keiner mehr gerne Verantwortung übernimmt. Dies sei dem zunehmenden technischen Fortschritt und der wachsenden sozialen Komplexität in der Gesellschaft geschuldet, die es immer schwerer machen Verantwortung zu übernehmen. „Wenn zwei Verantwortung übernehmen, ist faktisch keiner verantwortlich“, so Dr. Hürter und er fährt fort: „Lob, Tadel und Kritik sind wichtig und der Kitt im sozialen Spiel der Verantwortung innerhalb der Gesellschaft!“ Professor Birbaumer erläuterte in der Folge anhand von Beispielen wie das menschliche Gehirn bei der Übernahme von Verantwortung funktioniert, während Richterin Neis-Schieber und Kriminologin Steffes-enn auf die Auswirkungen des menschlichen Denkens auf ihr Handeln im täglichen Berufsleben eingingen. Dabei wurden Verantwortung und kriminelles Handeln thematisiert und anhand von Fallbeispielen aufgezeigt. Tests am Gehirn haben laut Birbaumer bereits gezeigt, dass es möglich ist, allein durch Denken Heilungskräfte zu aktivieren. Kaum zu glauben, aber laut dem Hirnforscher eine bewiesene Tatsache. Mit dieser Entdeckung erhalten die historischen Thesen vom geborenen bzw. vom sozial beeinflussten Straftäter/Verbrecher nach den Kriminologen Cesare Lombroso und Alexandre Lacassagne neue Forschungs- und Lösungsansätze. Wissenschaftliche Tatsachen und ihre Erläuterungen waren am Abend des Symposiums hinsichtlich Verantwortungsübernahme das Salz in der Suppe und beantworteten einige wichtige Fragen, wenngleich am Ende doch eine übrigblieb: „Wie kann ich das Ganze jetzt meinen Kindern näherbringen..?“ Mit der Anregung, sich immer wieder mit dem Thema Verantwortung auseinanderzusetzen, schloss ein gelungener Abend.
TE
