Allgemeine Berichte | 31.01.2018

Auftakt der Pecher Winterakademie

Vortrag von Frau Genscher zur Deutschen Herzstiftung

Wachtberg-Pech. „Zum Glück für Pech gibt’s Barbara Genscher“, so begrüßte der Sprecher der Pecher Winterakademie, Sts. i.R. Michael Mertes sie als erste Gastrednerin des diesjährigen Zyklus am 24. Januar. In der voll besetzten Pecher Gnadenkirche trug sie vor über „Die Deutsche Herzstiftung“, deren Schirmherrin sie seit 30 Jahren ist. Was erfuhren die Zuhörer nicht alles in diesem sehr informativen, konzentrierten Vortrag.

Die Geschichte dieser Stiftung kann als große Erfolgsgeschichte beschrieben werden: Aus kleinen Anfängen, bei fehlenden Forschern und Fachkliniken entwickelte sie sich bis heute zu einer Stiftung von über 100.000 Mitgliedern, davon allein 11.500 im Jahre 2017; mit einer Zentrale in Frankfurt mit 33 Mitarbeitern und 500 ehrenamtlichen Helfern in ganz Deutschland. Und das alles ohne öffentliche Zuwendungen, nur aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Vermächtnissen. Von großer Spannweite sei der Tätigkeitsbereich der Stiftung, angefangen mit der Vorbeugung über die Unterstützungsleistungen für die Herzforschung, bis zu Herzchirurgie, Therapie und Nachsorge.

Ebenso breit sei das Beratungsprogramm, von telefonischen Sprechstunden über „Herzseminare“ bis zur Homepage der Stiftung.

Einerseits seien in unserer Alterungsgesellschaft Herzkrankheiten wie herzbedingte Schlaganfälle, Vorhofflimmern und Rhythmusstörungen immer häufiger, andererseits sei es „unglaublich, was heute alles möglich ist!“

Voraussetzung sei immer ein ganz schnelles Eingreifen (entweder über Telefon 112 sofort einen Notarzt anrufen oder sofort eine Notfallklinik aufsuchen), denn schon nach sechs Stunden träten die ersten bleibenden Schäden ein.

Dazu komme das große Veröffentlichungsprogramm der Stiftung, einmal die Mitgliederzeitschrift, zum anderen Broschüren über Lebensstil, Risikofaktoren, Ernährung bis hin zu Kochbüchern, unter anderem über die gesunde mediterrane Küche.

Viel zu bescheiden sprach Frau Genscher von der Stiftung, die ihren eigenen Namen trägt, dem Fonds für herzkranke Kinder und Jugendliche, den ihre Familie erst kürzlich eingerichtet hat, um Eltern und Kindern mit angeborenen Herzstörungen in schwierigen Fällen schnell zu helfen.

Anschaulich beschrieb sie, was für eine seelische Last das für Eltern und Kinder bedeutet und wie die Stiftung dabei helfen kann.

Generell formulierte Frau Genscher ihren Rat so: „Hab ein Auge auf dein Herz!“ (das Logo der Stiftung), dieses wunderbare, täglich, jährlich, lebenslang unbemerkt arbeitende Organ. Durch gesunde Lebensweise, Stressabbau und Sport solle jeder einzelne ihm dabei helfen. In der Aussprache kamen auch Engpässe wie überlastete Ärzte, mangelndes Pflegepersonal und ungenügende Nachsorge zur Sprache, worauf Frau Genscher verständnisvoll einging. Ein langer, lebhafter Beifall (und viele Mitgliedsanträge) waren der Dank der Zuhörer für dieses immer wichtiger werdende Thema.

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