Römerbergwerk für Europas Museum-Oscar nominiert
Vulkanpark peilt weitere Besucherrekorde an
Kretz/Region. Wenn Vulkanpark-Geschäftsführer Jörg Busch am Abend des 6. Mai in der kroatischen Hauptstadt Zagreb von einem hellen Lichtkegel erfasst wird – so die Zeremonie der Siegerehrung beim „European Museum of the Year Award“ (EMYA) – ist das Römerbergwerk zu Europas Museum des Jahres gekürt worden.
„Bereits die Nominierung ist schon eine hohe Anerkennung für die Arbeit des Museums“, hält sich Busch im Rahmen einer Pressekonferenz mit seinen Erwartungen auf die begehrte Auszeichnung zurück. „Das wir mit unserem Römerbergwerk Meurin in der höchsten Liga für Museen spielen, zeigt ein Blick auf einige der bisherigen Preisträgern, wie beispielsweise das Guggenheim-Museum in Bilbao oder der letzte Deutsche Sieger, das Ozeaneum in Stralsund“, betont Busch. Unter den 46 Nominierten aus 24 Ländern sind fünf Museen aus Deutschland. So zählt unter anderem das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund zu den Konkurrenten des Römerbergwerks um den EMYA. Wenn die Vertreter der nominierten Museen vom 3. bis 6. Mai nach Zagreb reisen, stehe der Sieger noch nicht fest. Die Preisverleihung finde im Rahmen eines dreitägigen Kongresses statt. „Dort stellen sich die Museen zunächst in Form von Interview und Präsentationen der Jury vor. Darauf haben wir uns bestens vorbereitet“, hofft Busch vor Ort noch zu punkten.
„Zulassungsvoraussetzung für den Wettbewerb war eine in den letzten drei Jahren neueröffnete (Teil-) Ausstellung, wobei wir mit der Eröffnung der Antiken Technikwelt am 8. Mai 2015 die Voraussetzungen erfüllt hatten“, so Busch.
Im Laufe des vergangenen Jahres beteiligte sich Kretz an dem mehrstufigen Auswahlverfahren. Die Entscheidung für die Nominierung sei der persönliche Besuch eines Jurymitglieds im Oktober gewesen. „Kurz vor Weihnachten erhielten wir dann die frohe Kunde, dass wir unser Römerbergwerk Meurin mit der Antiken Technikwelt in der Endausscheidung vertreten dürfen“, so der Vulkanpark-Geschäftsführer. Mit ihm freuen sich auch Landrat Dr. Alexander Saftig, Generaldirektor Dr. Falko Daim und Archäologe Dr. Holger Schaaff über die Nominierung. „Selbst dass sich der Vulkanpark zu einem national anerkannten Geopark entwickeln wurde, hat bei seiner Gründung im Jahre 1996 niemand geahnt. Dass aus unserem Römerbergwerk Meurin sogar ein international ausgezeichnetes Vorzeigeprojekt werden würde, hat wohl selbst kühne Optimisten überrascht“, so der Landrat.
Römerbergwerk und Vulkanpark weisen hohe Besucherzahlen aus
Nicht nur für das Römerbergwerk, sondern für den gesamten Vulkanpark sei das Jahr 2016 sehr erfolgreich gewesen. „Die Anzahl der Besucher in den sechs Museen des Vulkanparks liegt zwar seit 2010 konstant über 200.000, schwankt dabei aber leicht von Jahr zu Jahr“, berichtet Jörg Busch. Das zurückliegende Jahr sei jedoch das zweitbeste in der Geschichte der Vulkanpark GmbH gewesen. „213.479 Gäste konnten wir in unseren Museen zählen, der Großteil davon besuchte das Geysir Zentrum Andernach“, so Busch. Mit knapp 12 tausend Gästen in der 2016er Saison rangiere das Römerbergwerk Meurin mittlerweile an dritter Stelle.
Für die Saison 2017 wartet das Römerbergwerk mit zwei neuen Formaten auf. Bei sogenannten Kofferführungen werden Wissenschaftler anhand verschiedener Exponate aus einem „Museumskoffer“ in der Ausgrabungsstätte auf bestimmte Themen eingehen, wie beispielsweise: mit welchen Utensilien eine Schreibstube gearbeitet hat. „An den Thementagen widmen wir uns jeweils einem speziellen Aspekt des Lebens in der Antike“, verspricht Busch. So stehen am 7. Mai Spiele im Mittelpunkt, mit denen sich die Menschen in der römischen Antike gerne die Zeit vertrieben. Am 23. Juni sollen unter dem Motto „Bene Sapiat“ oder auf Deutsch „Guten Appetit!“ antike, römische Essgewohnheiten unter die Lupe genommen werden. Zu den Fackelführungen im Winter sollen sich in dieser Saison erstmals zwei Termine gesellen, an denen die Gäste „Nachts im Museum“ unterwegs sein können.
Die Ausstellung in der Antiken Technikwelt wurde über Winter ebenfalls verfeinert. So soll sich zu dem im vergangenen Jahr fertiggestellten Backofen, eine antike Form einer Küchenmaschine, eine sogenannte „Kaiser-Kitchenaid gesellen.
Vulkanpark GmbH erhofft in 2017 einen neuen Besucherrekord. Für noch mehr Besucher im Vulkanpark soll eine Kooperation mit dem amerikanischen Reiseunternehmen „Viking-River-Cruises“ sorgen. „Für die Saison seien bereits 240 Gruppen durch den neuen Partner angemeldet“, hofft Busch auf einen neuen Besucherrekord in 2017.
Einen tieferen Einblick in die antiken Tuffbergwerke am Laacher-See-Vulkan gibt Archäologe Holger Schaaff (rechts) in seinem neuesten Buch, das er anlässlich einer Pressekonferenz im Römerbergwerk Verbandsbürgermeister Klaus Bell und den Ortsbürgermeistern Wilhelm Anheier (Plaidt) und Gottfried Busch (Nickenich) überreichte (v.li.n.re.).
Zu dem antiken Backofen, der bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde...
... gesellt sich nun die antike Form einer Küchenmaschine.
