Über 30 Vorlesepaten lesen in Kitas und Schulen vor
Wachtberger Vorlesetag – Ein voller Erfolg
Wachtberg. Was veranlasst ältere bis viel ältere Erwachsene hier in Wachtberg, in ihren alten Bücherregalen eines nordeuropäischen Einrichtungshauses nach noch älteren Kinderbüchern zu suchen?
Weshalb entdeckt die Bürgermeisterin der Gemeinde mit einem strahlenden Lächeln stolz ihr lang vergessenes Lieblingsbuch, das sie in ihrer Jugend zigmal verschlungen hat? Warum deklamieren gestandene Rentnerinnen und Rentner laut und deutlich in ihrem Wohnzimmer eine Episode aus „Heidi“ von Johanna Spyri?
Aus welchem Grund informiert sich eine in Ehren ergraute Mutter von vier Kindern über das Leben und Werk von Erich Kästner? Weshalb nimmt ein Beamter sich einen Tag „Sonderurlaub“, um an diesem Tag morgens gut gelaunt in eine Schule zu gehen? Die Antwort auf all diese Fragen ist ganz einfach: All diese lieben und engagierten Mitmenschen sind der Einladung des Büchereiverbundes Wachtberg gefolgt und nehmen – oft schon seit Jahren - am Wachtberger Vorlesetag teil, der dieses Jahr auf einen Freitag, auf den Vortag des „Welttag des Buches“, fiel.
Und so kam es, dass der Vorsitzende von KuKiWa (Kunst und Kultur in Wachtberg), der Architekt Alfred Schneider, in der Kita in Oberbachem die vielen „kleinen Strolche“, die von der ersten Minute an fasziniert seiner Lesung lauschten, begeisterte. Und so kam es, dass der Rezitator und Clown und Schauspieler Rainer Kreuz aus Pech ein selbst geschriebenes, „eigenes“ Kinderbuch mit dem Titel „Sonnenclown und Mond“ zu den „Glühwürmchen“ in Niederbachem mitbrachte, daraus vorlas und das Buch als Geschenk in dieser Kita zurückließ. Nicht nur das: Mit einem Würfelspiel brachte er die Vorschulkinder dazu, sich selbst Geschichten auszudenken. Und so kam es, dass Kinder ihren Eltern zuhause begeistert davon berichteten, dass sie mit einem älteren Herrn namens Oettler reihum Gedichte vorgelesen hätten.
Schon traditionelle Begegnung zwischen Jung und Alt
Es gäbe noch von vielen solch positiver Resonanzen zu berichten, denn über 30 Wachtberger Bürgerinnen und Bürger frönten an diesem mittlerweile schon traditionellen Wachtberger Vorlesetag in den Kitas und Schulen in Wachtberg ihrem gemeinsamen Hobby, ihrer Liebe zum Buch, Ihrer Liebe zum Lesen … und auch zum Vorlesen! Gerade Letzteres ist ja bekanntlich auch gar nicht so einfach. Das muss eingeübt werden, das geht nicht so von alleine. Aber selbst wenn einmal ein Vorlesepate, was auch vorgekommen ist, nur „suboptimal“ vorzulesen vermag, so kommt doch die Geste, sein Engagement, bei den oftmals erstaunten, ja verblüfften, am Ende dann manchmal begeisterten Kindern und Jugendlichen an. Sie erfahren an diesem Tag, dass auch die Alten einmal jung waren, dass sie damals, vor über 60 Jahren - vielleicht – dieselben Bücher gelesen haben wie sie selbst. Die Abenteuer des Odysseus faszinieren noch heute, und ein Indianerhäuptling kämpfte damals schon mit Old Shatterhand für die gerechte Sache. Sie erleben live, dass Lesen und besonders Vor-Lesen interessant, gar spannend sein kann und gerade heute bei den zahlreichen anderen, digitalen Medien so wichtig, ja richtig „cool“ ist, sie erfahren zudem oftmals Neues über ihnen bis dahin unbekannte Autoren und lernen so nebenbei auch vollkommen fremde Bücher und darüber wieder fremde Welten kennen. Das ist wunderbare und ideale Leseförderung an der Basis! Und die Kinder und Jugendlichen registrieren gleichzeitig sehr wohl, dass man sich - wie damals ein Winnetou – für eine „gute Sache“ einsetzt und dass dieser Einsatz sich lohnt und Früchte trägt! Denn nicht selten laufen sie dann in die nächste Bücherei hier in Wachtberg und leihen sich das vorgelesene Buch aus! Was will man eigentlich mehr?
Pressemitteilung Gemeinde
Wachtberg
