Allgemeine Berichte | 18.05.2016

Über 30 Vorlesepaten lesen in Kitas und Schulen vor

Wachtberger Vorlesetag – Ein voller Erfolg

Wachtberg. Was veranlasst ältere bis viel ältere Erwachsene hier in Wachtberg, in ihren alten Bücherregalen eines nordeuropäischen Einrichtungshauses nach noch älteren Kinderbüchern zu suchen?

Weshalb entdeckt die Bürgermeisterin der Gemeinde mit einem strahlenden Lächeln stolz ihr lang vergessenes Lieblingsbuch, das sie in ihrer Jugend zigmal verschlungen hat? Warum deklamieren gestandene Rentnerinnen und Rentner laut und deutlich in ihrem Wohnzimmer eine Episode aus „Heidi“ von Johanna Spyri?

Aus welchem Grund informiert sich eine in Ehren ergraute Mutter von vier Kindern über das Leben und Werk von Erich Kästner? Weshalb nimmt ein Beamter sich einen Tag „Sonderurlaub“, um an diesem Tag morgens gut gelaunt in eine Schule zu gehen? Die Antwort auf all diese Fragen ist ganz einfach: All diese lieben und engagierten Mitmenschen sind der Einladung des Büchereiverbundes Wachtberg gefolgt und nehmen – oft schon seit Jahren - am Wachtberger Vorlesetag teil, der dieses Jahr auf einen Freitag, auf den Vortag des „Welttag des Buches“, fiel.

Und so kam es, dass der Vorsitzende von KuKiWa (Kunst und Kultur in Wachtberg), der Architekt Alfred Schneider, in der Kita in Oberbachem die vielen „kleinen Strolche“, die von der ersten Minute an fasziniert seiner Lesung lauschten, begeisterte. Und so kam es, dass der Rezitator und Clown und Schauspieler Rainer Kreuz aus Pech ein selbst geschriebenes, „eigenes“ Kinderbuch mit dem Titel „Sonnenclown und Mond“ zu den „Glühwürmchen“ in Niederbachem mitbrachte, daraus vorlas und das Buch als Geschenk in dieser Kita zurückließ. Nicht nur das: Mit einem Würfelspiel brachte er die Vorschulkinder dazu, sich selbst Geschichten auszudenken. Und so kam es, dass Kinder ihren Eltern zuhause begeistert davon berichteten, dass sie mit einem älteren Herrn namens Oettler reihum Gedichte vorgelesen hätten.

Schon traditionelle Begegnung zwischen Jung und Alt

Es gäbe noch von vielen solch positiver Resonanzen zu berichten, denn über 30 Wachtberger Bürgerinnen und Bürger frönten an diesem mittlerweile schon traditionellen Wachtberger Vorlesetag in den Kitas und Schulen in Wachtberg ihrem gemeinsamen Hobby, ihrer Liebe zum Buch, Ihrer Liebe zum Lesen … und auch zum Vorlesen! Gerade Letzteres ist ja bekanntlich auch gar nicht so einfach. Das muss eingeübt werden, das geht nicht so von alleine. Aber selbst wenn einmal ein Vorlesepate, was auch vorgekommen ist, nur „suboptimal“ vorzulesen vermag, so kommt doch die Geste, sein Engagement, bei den oftmals erstaunten, ja verblüfften, am Ende dann manchmal begeisterten Kindern und Jugendlichen an. Sie erfahren an diesem Tag, dass auch die Alten einmal jung waren, dass sie damals, vor über 60 Jahren - vielleicht – dieselben Bücher gelesen haben wie sie selbst. Die Abenteuer des Odysseus faszinieren noch heute, und ein Indianerhäuptling kämpfte damals schon mit Old Shatterhand für die gerechte Sache. Sie erleben live, dass Lesen und besonders Vor-Lesen interessant, gar spannend sein kann und gerade heute bei den zahlreichen anderen, digitalen Medien so wichtig, ja richtig „cool“ ist, sie erfahren zudem oftmals Neues über ihnen bis dahin unbekannte Autoren und lernen so nebenbei auch vollkommen fremde Bücher und darüber wieder fremde Welten kennen. Das ist wunderbare und ideale Leseförderung an der Basis! Und die Kinder und Jugendlichen registrieren gleichzeitig sehr wohl, dass man sich - wie damals ein Winnetou – für eine „gute Sache“ einsetzt und dass dieser Einsatz sich lohnt und Früchte trägt! Denn nicht selten laufen sie dann in die nächste Bücherei hier in Wachtberg und leihen sich das vorgelesene Buch aus! Was will man eigentlich mehr?

Pressemitteilung Gemeinde

Wachtberg

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige - Dauerauftrag 2026
Anzeige Alles für die Schule
80 Jahre Sportverein 1946 Kripp e. V.
Berufskraftfahrer gesucht
Stellenausschreibung 2026/063 Verwaltungskraft (w/m/d)
Imageanzeige
Kirmes in Nickenich
Empfohlene Artikel
Präsente und vor allem Anerkennung zu 50 Jahren Musikfreunde Lantershofen, von links die Vorsitzende Johanna Schmidt, Bürgermeister Achim Juchem, die Gründungsmitglieder Manfred Sebastian und Heinz Bach sowie der 2. Vorsitzende Johannes Dengg.  Foto: DU
17

Lantershofen. Sie sind in Sachen Blasmusik extrem breit aufgestellt und haben von Rock- und Popsongs über Soundtracks bis hin zu klassischen Stücken, kölschem Liedgut und Volksliedern so ziemlich alles drauf und sind längst eine generationenübergreifende Formation von derzeit 70 Musikerinnen und Musikern, deren Wirken nicht nur in ihrem Heimatort lange nicht mehr wegzudenken ist: die Rede ist von...

Weiterlesen

Bizarre Lavaformation am Bausenberg.  Foto: Walter Müller
40

Niederzissen. Die meisten Menschen aus der Region kennen den Bausenberg nördlich von Niederzissen. Die charakteristische Hufeisenform des 339 m hohen Schlackenkegels zählt zweifellos zu den besterhaltenen der gesamten Eifel, wenn nicht sogar Deutschlands. Eine konkrete Vorstellung über das gewaltige Naturschauspiel, das sich vor rund 150.000 Jahren während der Vulkaneruption abspielte, haben jedoch die wenigsten Menschen aus dem Brohltal und dem Vinxtbachtal.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1201

Astrologische Vorschau für die KW 34: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 17. August bis 23. August 2026

Die Woche vom 17. bis 23. August bringt Bewegung in Herzensangelegenheiten, berufliche Vorhaben und die persönliche Balance. Während manche Sternzeichen spüren, dass sich eine lange vorbereitete Entscheidung endlich auszahlt, geraten andere mit Erwartungen, Zeitdruck oder unausgesprochenen Konflikten aneinander. Auch gesundheitlich zeigt sich, wo zu viel Energie verbraucht und zu wenig auf Erholung geachtet wurde.

Weiterlesen