Westerwald will Radverkehr stärken
Wäller Fahrradkongress plant Wende
Montabaur. Trotz globaler Klimasorgen, in denen zukünftige Generationen potenziell betroffen sein könnten, setzen viele im Westerwald und anderswo ihre Reisepläne unverändert fort, bevorzugen oft Flugzeug, Auto und Kreuzfahrtschiff. Entgegen der Annahme, dass der Radverkehr zur Entlastung des Klimas beiträgt, zeigt sich, dass der Anteil des Fahrradfahrens an der Mobilität in ländlichen Gegenden rückläufig ist. Die Organisatoren des „Wäller Fahrradkongresses“ (WFK) haben sich vorgenommen, diese Entwicklung zu kontern und den Alltags-Radverkehr im Westerwald zu fördern, und zwar über die Grenzen von Sport und Tourismus hinaus.
Es ist festzustellen, dass in ländlichen Gebieten wie dem Westerwald das Fahrrad von den Einheimischen noch untergenutzt wird. Aber es gibt Hoffnung: Seit der Pandemie und dem Aufstieg des E-Bikes zeichnet sich ein Umschwung ab. Die Gegebenheiten sind günstig: Viele Strecken sind kurz, ideal für Fahrräder, und der Westerwald bietet reichlich Raum, Grünflächen und frische Luft. Trotzdem greifen die Menschen hier vorwiegend auf das Auto zurück; lediglich rund 7 Prozent der Strecken werden mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Rückenwind fürs Fahrrad
Die jüngste Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD), die von der Bundesregierung in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird, zeigt seit 2002 eine rückläufige Tendenz in der alltäglichen Fahrradnutzung, insbesondere bei jungen Menschen. Doch postpandemisch gibt es starke Hinweise auf einen sich umkehrenden Trend. Speziell im Westerwald spürt man diesen positiven Schub für das Fahrrad, den der 2. WFK am 7. Oktober 2023 um 10 Uhr in der Stadthalle Montabaur weiter intensivieren möchte. Dies soll durch den Ausbau alltagstauglicher Radwege und weiterer Infrastruktur erreicht werden. Ein ermutigendes Resultat der Bundesstudie ist auch, dass Radfahrer, teils dank des E-Bikes, immer längere Strecken zurücklegen.
Die engagierten Mitglieder der WFK-Projektgruppe, angeführt vom VCD-Kreisverband, sind entschlossen, den 2. WFK zu organisieren und blicken dem 3. WFK, geplant für den 21. September 2024 im und um das Bürgerhaus Wirges, bereits entgegen. Doch bis zur Eröffnung des Kongresses in Zusammenarbeit mit der Stadt und VG Montabaur und der Unterstützung der Sparkasse Westerwald-Sieg sowie dem GIANT Store Montabaur, gibt es für die WFK-Projektgruppe noch viel zu tun.
Sternfahrten und Infostände
In einer Sitzung der Projektgruppe im Rathaus von Montabaur wurden Wege diskutiert, den WFK für Fahrradenthusiasten zu unterstützen. Fahrrad-Sternfahrten in die Kreisstadt am Tag der Veranstaltung stehen dabei im Fokus. Zwei dieser Sternfahrten aus den Gebieten Höhr-Grenzhausen und Buchfinkenland/Holler sind bereits bestätigt, wobei zusätzliche Touren aus Selters/Wirges und Wallmerod denkbar sind. Die Planung sieht vor, dass diese Fahrten so terminiert werden, dass die Teilnehmer vor der offiziellen Kongresseröffnung um 9.45 Uhr in der Stadthalle ankommen. Zudem wird über eine themenbezogene Ausstellung zur Mobilität nachgedacht, in der der Radverkehr integriert sein soll. Organisationen, Unternehmen und Initiativen, die sich mit Fahrrad und Mobilität befassen, sind eingeladen, sich mit einem Informationsstand in der Halle zu beteiligen. Damit die Stadthalle am 7. Oktober gut besucht ist, wird potenziellen Interessenten geraten, sich zeitnah zu melden.
Wäller Fahrradpreis
Für den „Wäller Fahrradpreis“, der erstmals von der Westerwald Bank eG im Rahmen des Kongresses vergeben wird, stiftet die Schuy Exklusiv Reisen GmbH & Co KG den zweiten Preis - eine attraktive Radreise für zwei Personen. Nominierungen für den Preis, ob Organisationen, Kommunen, Schulen oder engagierte Einzelpersonen, sind bis zum 1. September möglich.
Wer den 2. WFK aktiv bewerben möchte, hat die Möglichkeit, das offizielle T-Shirt bei der Tourist-Info am Großen Markt 12 oder im GIANT Store am Horresser Berg 5 in der Kreisstadt zu erwerben. Es besteht ein dringender Bedarf an weiteren Mitgliedern für die Projektgruppe und zusätzlichen Sponsoren für das nächste Jahr, um die Kontinuität des WFK zu gewährleisten. Unterstützung ist ebenso gefragt, um den ADFC als starke Fahrradlobby in der Region zu stärken.
Für weitergehende Informationen, Ideenvorschläge oder Angebote im Zusammenhang mit dem WFK kann man sich per E-Mail an die WFK-Projektgruppe unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de wenden. Aktuelle Informationen zum WFK sind in Kürze unter www.waellerfahrradkongress.de verfügbar.
BA
