Allgemeine Berichte | 18.03.2022

Forstwirtschaft im FFH – Gebiet und im Kaltenbachtal

Waldbesitzer sind Klimaschützer

Wenn die Herkunft stimmt, das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, führt jede Holznutzung zu einer Verringerung von CO²-Emissionen

Die Nutzung von Brennholz im FFH ist dabei genauso zugelassen, wie alle anderen Nutzungen.  Foto: Kreiswaldbauverein-Neuwied

Kreis Neuwied. Aufgrund der aktuellen Presse-Berichte, ausgelöst von einer Naturschutzinitiative, sieht sich die Forstbetriebsgemeinschaft Kreiswaldbauverein Neuwied e.V. aufgefordert, die dort veröffentlichten Vorwürfe aufzugreifen. Diese Vorwürfe sind haltlos und haben einzig die Absicht die Forstwirtschaft in ein schlechtes Licht zu stellen. Es wird u.a. suggeriert, dass FFH- Gebiete unter einem absoluten Schutz stehen und eine forstwirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen ist. Dies ist allerdings unzutreffend.

Im Gegenteil: Der Erhalt vieler Lebensraumtypen und Strukturen bedarf der Eingriffe und dem wirtschaftenden Menschen.

Die Nutzung von Brennholz ist dabei genauso zugelassen wie alle anderen Nutzungen (Trinkwassernutzung, Erholung, Jagd, usw.). In Zeiten des Krieges in Osteuropa ist u. a. die heimische Ressource Brennholz eine der wenigen verlässlichen Elemente, die den Preis über die Jahre stabil gehalten hat.

Natürlich fällt es Außenstehenden leicht, über die Nöte der Waldbesitzer hinweg zu sehen. Die Leistung der Waldbesitzer und ihrer Vorfahren wird folglich mit Füßen getreten - ohne diese gäbe es aber keine alten schützenswerten Wälder. Nicht umsonst prägte 1713 der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz den Begriff „Nachhaltigkeit“. Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald leistet einen wesentlich größeren Beitrag zum Klimaschutz als ein Wald, der sich selbst überlassen wird (Wildnis). Ohne eine Bewirtschaftung ist die Kapazität, CO2 aufzunehmen, irgendwann ausgeschöpft. Wirtschaftswälder speichern nicht nur CO2 in den wachsenden Bäumen, sondern auch in dem zur Verarbeitung entnommenen Holz bleibt das gespeicherte CO2 enthalten. Langfristig kann CO2 nur durch die Weiterverarbeitung z. B. durch Möbelbau oder sonstigem Holzbau gespeichert werden. Nicht zuletzt ist Holz ein wichtiger Kohlenstoff-Speicher im Baugewerbe – als Alternative zu Beton, Stahl und Aluminium.

Wenn die Buche jedoch im Wald als sog. Biotopbaum zerfällt, wird das CO2, welches über 100 Jahre gespeichert wurde, nach und nach wieder freigesetzt.

In diesem Zusammenhang stehen oft geforderte großzügige Flächenstilllegungen ebenfalls im Widerspruch zum Klimaschutz. Denn durch diese Stilllegungen wird die Anzahl der Biotopbäume stark gesteigert und es würde somit an sägefähigem Holz für eine nachhaltige CO2-Speicherung fehlen.

Zudem kämen enorme Preissteigerungen und lange Holztransporte aus anderen Ländern dazu, bis hin zu mehr illegalen Holzeinfuhren.

Eine Nichtnutzung der Wälder würde nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung des Konsums führen.

Klimaschutz durch Baumentnahme

Demzufolge sind Waldbesitzer Klimaschützer – gerade, weil sie Bäume entnehmen.

In manchen Berichten oder Mitteilungen wird recht lapidar über sogenannte „Fichtenkalamitätsflächen“ gesprochen. Das zeigt, dass die Veränderungen der Lebensbedingungen, der Kampf der Waldbesitzer um ihren Wald und ihre Leistungen sowie der Klimawandel ignoriert werden.

In diesen Zeiten können die Waldbesitzer nicht immer auf das geeignete Wetter warten, wenn sie die Borkenkäfer bekämpfen müssen. Nur wenn die Fichte schnell aus dem Wald kommt, bzw. das Stammholz zeitig verarbeitet wird, kann das Holz z. B. für den Bau eines Dachstuhls genutzt werden. Es ist unabdingbar, die befallenen Fichten zum Schutz der gesunden Fichten rechtzeitig zu entnehmen. Zudem stellen „Käferfichten“, also abgestorbene Bäume, eine erhebliche Gefahr für die Forstwirte und Waldbesucher dar.

Außerdem wurde auch die Fällung von über 200 Jahren alte Buchen zur Brennholznutzung beanstandet. Es wird in den Pressemitteilungen mit Vermutungen und Unterstellungen gearbeitet („potenzielle Biotopbäume“, „vermutlich…“).

Brennholz ist überwiegend ein Koppelprodukt, welches bei der Ernte des Stammholzes anfällt. Das Kronenholz wird als Brennholz aufgearbeitet. Des Weiteren werden einzelne Stammteile, die nicht sägefähig sind, ebenfalls als Brennholz genutzt.

Das Brennholz, welches in hiesigen Öfen verbrannt wird und das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, setzt nur das CO² frei, welches der Wald vorher der Atmosphäre entnommen hat. Es nicht zu nutzen, bedeutet, dass über die Zersetzungsprozesse das enthaltene CO² (ca. 80% in 2 Jahren) so oder so freigesetzt würde. Also warum nicht für die Verbrennung nutzen und Energie in Form von Wärme gewinnen. Die Trocknung des Brennholzes braucht bei einer natürlichen Trocknung im Durchschnitt 2-3 Jahre. In dieser Zeit wird das CO2 weiterhin bis zur Verbrennung gespeichert.

Bäume werden nicht nur geerntet, um sie in den Ofen zu schieben

Die Vorstellung, dass der Wald verbrannt wird, oder dass Bäume geerntet werden, nur um sie in den Ofen zu schieben ist schlicht weg falsch.

Neben dem Brennholz, welches als Koppelprodukt genutzt wird, fällt auch bei einer Durchforstung überwiegend Brennholz an. Durchforstungen finden größtenteils in jungen Beständen statt. Dabei fallen nur geringe Mengen von sägefähigem Stammholz an. Bei Durchforstungen mit weit überwiegenden Brennholz-Anteil, helfen die Einnahmen aus dem Brennholz-Verkauf die Pflege und Stabilisierung der Wälder zu ermöglichen, um dem Wald der Zukunft ein Wachstum von gepflegten und stabileren Bäumen zu ermöglichen.

Wenn die Herkunft stimmt, das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, führt jede Holznutzung zu einer Verringerung von CO²-Emissionen. Nachhaltige Forstwirtschaft sichert langfristig die Klimaschutz- Leistung des Waldes. Damit dies für die nächsten Generationen möglich ist, ist eine Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes für die Waldbesitzer erforderlich. Ein Hektar Wald kompensiert 8 Tonnen CO2 in Deutschland! Pressemitteilung Forstbetriebsgemeinschaft Kreis Neuwied

Die Nutzung von Brennholz im FFH ist dabei genauso zugelassen, wie alle anderen Nutzungen. Foto: Kreiswaldbauverein-Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
20.03.202218:12 Uhr
Johannes Döh

Ich möchte die Aussage von Karl Gunkel noch präzisieren und weiterführen.
Um CO2, was bekanntermaßen zu viel in der Atmosphäre freigesetzt wurde aufgrund von fossilen Energieträgern und dieser Anteil allein auf den Menschen zurückzuführen ist, bedarf es Maßnahmen, dieses CO2 zu binden und weniger zu erzeugen. Baumaterial aus Holz kann tatsächlich CO2 binden, aber das Verfeuern von Holz, was ja etwa 50% Anteil an den forstwirtschaftlichen Erträgen besitzt, setzt bereits gebundes CO2 wieder frei. Damit wird also der CO2 Gehalt zusätzlich erhöht. Holz als Brennstoff ist ein massiver Klimakiller. Es wird neben dem bereits gebundenen CO2 auch durch die Verbrennung des Holzes neues CO2 freigesetzt.

18.03.202221:18 Uhr
Karl Gunkel

Vieles ist richtig, was da die Forstwirtschaft sagt. Nur die Holzverbrennung ist sehr kritisch zu sehen. Richtig ist dabei, dass bei der Holzverbrennung freigesetzes CO2 vorher in der Wachstumsperiode von Holz der Atmosphäre entnommen worden ist. Richtig ist auch, dass hier eine nachhaltige Forstwirschaft betrieben wird, also dass der gefällte Baum nachgepflanzt wird. Ab da beginnt der Denkfehler. Wir brauchen jetzt eine schnelle Absenkung der CO2-Eintrags in die Atmosphäre. Verbrenne ich einen cbm Holz, was ein paar Tage dauert, erhöht sich der CO2-Bestand schlagartig um 2 Tonnen CO2. Der kleine nachgepflanzte Baum kann viele Jahre keinen nennenswerten Anteil von CO2 abspeichern. Der braucht 100 Jahre, bis er wieder eingeschlagen wird. Nehmen wir an, dass in einem Jahr 1 mio cbm Holz verfeuert wird, heisst das, das in dem Jahr der Verbrennung der Co2-Anteil rasant steigt und in 100 Jahren wieder langsam abgbaut wird. Das erhöht jetzt das CO2, das ist kontraproduktiv

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2025
Schulze Klima -Image
Innovatives rund um Andernach
PR-Anzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
28

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
47

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
399

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
123

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Osterangebot
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Container Anzeige
SB Standesamt
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Osteraktion
Stellenanzeige