Lebenskunstmarkt lockte zwei Jahre nach der Corona-Pause tausende Menschen aus Nah und Fern mit Kunst und Kunsthandwerk
Walkacts mit Matthieu Pallas, Zwille Zimmermann, eSteffania und Kasia Balou sorgten für beste Unterhaltung
Markt der Provence in der Josefstraße und Streetfood-Markt auf dem Marktplatz lockten schon seit Freitag mit kulinarischen Köstlichkeiten
Ein Tröpfchen in Ehren- die Stelzenläuferin, Matthieu Palas und die Damen vom Arp-Museum
Remagen. Einen herrlichen Remagener LebensKunstMarkt, ein Leben wie am Mittelmeer, das begeisterte am Wochenende wieder tausende Menschen in Remagen. Nachdem im vergangenen Jahr nach zwei Jahren Corona-Pause der Remagener LebensKunstMarkt wieder zum Leben erweckt wurde, wenn auch etwas kleiner, so war das große Fest am Wochenende fast wieder wie vor der Corona-Pause. Rund 200 Künstler und Kunsthandwerker beteiligten sich erneut an rund 150 Ständen und boten den vielen, vielen Gästen überraschende Künste und Kunsthandwerk. Mit eingebunden waren natürlich auch die heimischen Künstler, die an Ständen und in ihren Galerien tolle Kunst präsentierten. Zum Fest passend die hochsommerlichen Temperaturen.
Schon am Samstag spazierten tausende Menschen entlang des Marktgeschehens und genossen in vollen Zügen. Nicht ganz so voll war es auf der Kunstmeile am Samstag, so dass die Stände gut sichtbar waren. Am Sonntag war die LebensKunstMarkt-Meile dann aber so richtig dicht besetzt. Auch Parkplätze, die am Samstag noch gut zu ergattern waren, waren am Sonntag eher Mangelware. Aber es gab ja zudem noch den Shuttlebus, mit dem auch Kripp, Sinzig und Bad Breisig an den LebensKunstMarkt angeschlossen waren. Ebenso war das Anreisen mit der Bahn gut möglich, denn vom Bahnhof aus waren es nur wenige Meter bis in die Kunstmeile. Von Sonntagmorgen bis in den frühen Abend schoben sich die Menschen aus Nah und Fern über den Lebenskunstmarkt, von der Josefstraße über die Fußgängerzone, die Kirchstraße mit Zeltgalerie auf dem Parkplatz der Kirche, die Bachstraße, und den Parkplatz Grabenstraße. Schon an den Kennzeichen der Fahrzeuge auf den Parkplätzen rund um die Stadt war das große Einzugsgebiet, aus dem die Gäste kamen, zu erkennen.
Markt der Provence war großer Renner
Großer Renner war erneut der Markt der Provence in der Josefstraße, bei der die französischen Spezialitäten den Menschen das Wasser im Munde zusammen liefen ließen. Mit ihren Spezialitäten wie Wurst und Käse, süßem und pikantem Kleingebäck, Marmeladen, Senfe, provencalischen Likören, Wein und Pastis sorgten die Händler aus Südfrankreich für Gaumenfreuden. Eine wahre Augenweide und Genussparadies war der große Stand mit erstklassigen Olivenprodukten. Für das besondere Ambiente zuhause sorgten einmal mehr provencalische Stoffe in traditionellen, aber auch antiken und ganz modernen Designs, Dekorationsgegenstände, handbemalte Miniaturhäuschen, Duftessenzen, Lavendelprodukte und feine Seifen.
Gleich nebenan auf dem Parkplatz der Grabenstraße waren zig Stände aufgebaut. Ob Lederschmuck und Taschen, ob Stoffe, ob Schmuck in vielen Varianten, ob Deko aus Keramik, Holz und vielen weitere Kostbarkeiten waren dort zu erstehen. Gleichermaßen wie auch in den anderen Lebenkunstmarktbereichen präsentierten Kunsthandwerker ihre Künste vom Weben über das Spinnen bis zur Portraitmalerei. Vielen Künstlern und Kunsthandwerkern konnten die tausenden Marktgäste über die Schulter sehen.
Neues auf dem Marktplatz
Etwas Neues gab es in diesem Jahr auf dem Marktplatz, der im vergangenen Jahr nicht in das Geschehen eingebunden war. Dort zog neu der französische Streetfood-Markt die Gäste in Scharen an. Es lockten Spezialitäten aus unserem Nachbarland. Ob Weine und Champagner aus der Provence und leckere Quiche Lorraine, oder auch die Klassiker wie französischer Flammkuchen und Baguette-Spezialitäten, das Angebot war mehr als verlockend. Zum Nachtisch dann noch ein Crêpe oder Croissant mit einem Café und schon fühlten sich die Gäste wie Gott in Frankreich. Begleitet wurde dieses französische Lebensgefühl durch ein kostenloses Open-Air-Kino mit französischen Filmklassikern und Live-Musik am Samstagabend mit Le Lampion, sowie am Sonntagmittag eine Kostprobe von Musicalmelodien, die beim Kultursommer übernächsten Freitag auf dem Marktplatz geboten werden. Wie der provençalische Markt öffnete auch der Streetfood-Markt bereits ab Freitagnachmittag.
Musik und Unterhaltung gab es zudem mit den Walk-Acts mit Matthieu Palas am Akkordeon, Zwille Zimmermann als französischem Polizisten mit Fahrrad, Stelzenläufer eSteffania und Seifenblasenkünstlerin Kasia Balou. Hochwertige Künste aller Richtungen fanden sich in der Kirchstraße, in der Zeltgalerie auf dem Kirchenparkplatz und in Ausstellungen der heimischen Galerien sowie im Saal der Kulturwerkstatt.
„Das Konzept mit dem Marktplatz ist aufgegangen, die zwei zusätzlichen Walk-Acts kamen super an und in diesem Jahr hatten wir 30 Aussteller mehr als letztes Jahr. Die Aussteller waren zufrieden und die Stimmung im Markt war ausgezeichnet“, zog Wirtschaftsförderer Marc Bors am Montag ein kurzes Resümee.
Kulinarisch konnten sich die Gäste zusätzlich zum Markt der Provence und dem französischen Streetfood-Markt auf dem Marktplatz an so manchem Stand im Marktbereich und vor den heimischen Gastronomien bestens versorgen. Kleine Köstlichkeiten wie Crêpes und Flammkuchen fanden reißenden Absatz, ebenso vor allem angesichts der hochsommerlichen Temperaturen das Lebensmittel Nummer eins: „Wasser“.
Bis in den Abend schoben sich die Einheimischen und Gäste über den Lebenskunstmarkt und genossen auch, dass die Remagener Geschäfte mit ihren Angeboten ihre Pforten geöffnet hielten. Da gabs dann zu der vielen Kunst, dem Kunsthandwerk und den kulinarischen Genüssen noch das ein oder andere Schnäppchen obendrauf.
AB
Ein Tröpfchen in Ehren- die Stelzenläuferin, Matthieu Palas und die Damen vom Arp-Museum
Musicals fanden am Sonntagmittag großen Anklang auf dem Marktplatz, ein kleiner Vorgeschmack auf den Kultursommer.

Was für ein Erlebnis, was für eine Belebung unserer Stadt! Einfach mal die Augen aufmachen und sehen, wie Kultur und Gemeinschaft aussehen können! Endlich gibt es wieder Leben in der Bude und das mittelmeerähnliche Flair in Remagen ist mehr als nur erfrischend. Zugegeben, es ist toll zu sehen, wie Menschen zusammenkommen, um die Künste und das Leben zu feiern. Aber Leute, stellt euch vor, das wäre der Normalzustand! Anstatt uns von globalen Konzernen einreden zu lassen, dass wir ihren Kram brauchen, können wir sehen, dass lokale Künstler und Handwerker das Zeug haben, uns zu überraschen und zu erfreuen. Ich sage, mehr davon! Weniger Konsum, mehr Kultur und Gemeinschaft. Und dazu ein Glas Pastis in der Sommersonne. Santé!