Weihbischof Dieser feiert Gottesdienst mit Gläubigen und bittet für Frieden in Syrien
„Wallfahrt in Barweiler eröffnet“
Barweiler. Ein feierliches Pontifikalamt des Trierer Weihbischofs Dr. Helmut Dieser war am 8. September der Startschuss für die diesjährige Wallfahrtszeit im Hocheifelort Barweiler. In den kommenden Wochen bis zum Fatima-Abend am 14. Oktober werden wieder einige tausend Pilger zur Wallfahrt „Unsere Liebe Frau mit der Lilie, Königin des Friedens“ erwartet.
Der Weihbischof erinnerte die Gläubigen in der gut gefüllten Kirche daran, dass tags zuvor Papst Franziskus die Menschen dazu aufgerufen hatte, für das Ende der Gewalt und einen dauerhaften Frieden in Syrien zu beten. Mit der Wallfahrt zur Königin des Friedens habe man nun selbst die Möglichkeit, dazu etwas beizutragen. „Maria, die Frau, die geglaubt hat, ist die Königin des Friedens“, betonte Dieser. Er appellierte an die Gottesdienstbesucher, glaubende Menschen zu sein und Gott mehr zuzutrauen als uns selbst.
In seiner Predigt machte der Weihbischof deutlich, dass das Fest Mariä Geburt nur im Rückblick entstanden sein könne, denn sie selbst habe wohl zu ihren Lebzeiten ihren Geburtstag nie gefeiert. Das sei damals nicht üblich gewesen. Die Menschen hätten in großen Sippen und Clans zusammengelebt, in denen Maria wahrscheinlich keine besondere Stellung innegehabt hätte. Und doch sei sie nach Jesus, dem außergewöhnlichen Menschen der ganzen Menschheitsgeschichte, von ganz herausragender Bedeutung. „Keine Frau der Welt wird so verehrt wie sie“, sagte der Weihbischof. Das Besondere und Einzigartige der Gottesmutter stamme direkt vom Himmel und sei nicht irdisch zu erklären. Ohnehin gehe die Logik der Welt, so nachvollziehbar sie auch sei, niemals ganz auf und werde letztlich dem menschlichen Wesen nicht gerecht. „Sie kann die Angst nicht wirklich nehmen und wird immer an eine Grenze kommen, ab der sie nicht mehr gilt.“ Der Weihbischof erläuterte auch die „Logik des Himmels“, die einerseits verheißungsvoll klinge, andererseits aber schwierig fassbar sei. Vor allem dem Wort Gottes im eigenen Leben Raum zu geben, sei wichtig: Das gehe meist in kleinen Schritten und werde sichtbar in großen aber auch kleinen Taten. Das bedeute beispielsweise, dass Wohlhabende nie ihren Reichtum nur für sich selbst in Anspruch nehmen dürften, sondern anderen damit weiterhelfen sollten. Je mehr man für Gott und für den Nächsten tue und gebe, umso näher komme man dem Himmelreich.
Die Wallfahrt zur Muttergottes mit der Lilie in Barweiler hat ihren Ursprung in der Reformationszeit, in der sich das Dorf dem Protestantismus erfolgreich widersetzte. Nicht so der Nachbarort Üxheim, weshalb ein Hausierer eines Nachts aus der dortigen Kirche das heutige Gnadenbild „Maria die Himmelskönigin mit dem Jesuskind im Arm“ nach Barweiler brachte. Der Überlieferung zu Folge schmückten junge Mädchen im Sommer 1726 die Altäre der Pfarrkirche mit Blumen und steckten dabei der Muttergottesstatue eine Lilie in die rechte Hand. Da die Blumen ohne Wasser blieben, verdorrten sie bald. Doch im September des gleichen Jahres, um das Fest Mariä Geburt, begann die Lilie von neuem, 15 Knospen zu treiben. Die Echtheit des Wunders fand in der Folge kirchliche Anerkennung. Seither kommen jeden Herbst von Anfang September bis Mitte Oktober Pilger aus dem gesamten Eifelraum nach Barweiler, viele davon als Fußprozessionen.
