Der RömerWeltWeg in Rheinbrohl
Wandern auf den Spuren der Römer
Rheinbrohl. Ein landschaftlich höchst reizvoller und informativer Rundwanderweg startet und endet am Parkplatz des Limes-Informationszentrums und Erlebnismuseums RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl. Bis zum Wendepunkt an der sogenannten „Waldschule“ folgt er ganz nahe dem Verlauf des ehemaligen römischen Grenzwalls, der ihm vorgelagert war. Unterwegs lassen sich noch Relikte des Limes im Originalbefund erleben. Informationstafeln an der Strecke, Rekonstruktionen und Tafeln am Limes-Lehrpfad auf halber Wegstrecke geben anschaulich Auskunft über den Obergermanischen Limes, der 2005 zusammen mit dem sich anschließenden Raetischen Limes zum UNESCO Welterbe ernannt wurde.
Palisaden und Infotafel
Nach dem Start bei der RömerWelt begibt man sich in den Ortsteil Arienheller. Dort ist an den rekonstruierten Palisaden und der Infotafel der Einstieg in einen imposanten Hohlweg. Rechts und links türmen sich hohe Lössschichten. Auf diesem Weg dürften auch die römischen Grenzsoldaten schon zu ihrem Lager am Ufer des Rheins marschiert sein. Allerdings wird der Weg damals noch einige Meter höher gelegen haben; denn das lockere Material wurde sicher im Laufe der Zeit vom Regen abgetragen. Kontinuierlich aufwärts führend gelangt der Weg schließlich in Wiesengelände, bis man hinter dem Gut Dielsberg in den Wald eintritt. Dort nimmt man rechter Hand einen gut erhaltenen Limesabschnitt von etwa 200 Metern mit Wall und Graben wahr. Ein Holzschild und eine Infotafel machen auf die Stelle aufmerksam. Aus dem Wald austretend kommt man durch ebenes Wiesengelände bald zum Limes-Lehrpfad, auf dem man Schritt für Schritt die Entwicklung der ehemaligen Grenze zwischen dem Römischen Reich und den Stammesgebieten der Germanen auf der rechten Rheinseite verfolgen kann.
Nachdem Archäologen in diesem Bereich 2006 eine Nachgrabung bei den Resten von ehemaligen Wachttürmen vorgenommen hatten, hat die Limesarbeitsgruppe des Fördervereins „Freunde des Limes“ diesen Lehrpfad angelegt, wo durch Nachbau von Palisaden, Wall und Graben die verschiedenen Phasen der Limesgeschichte anschaulich werden, denn diese Grenzziehung hat ihr Aussehen und ihre Funktion über einen langen Zeitraum verändert. Nach einem Holzturm, der noch archäologisch nachgewiesen werden konnte, waren an dieser Stelle nacheinander zwei Wachttürme aus Stein; der eine ist in seinen Fundamenten in einem Nachbau und der zweite teilweise im restaurierten Original noch über einen Meter hoch aufstehend zu sehen, was am Limes durchaus eine Seltenheit ist. Die Limesarbeitsgruppe pflegt außer anderen Limesrelikten das Gelände in diesem Bereich und die dabei befindliche große Hütte, die sogenannte „Waldschule“, die sie weitestgehend in Eigenleistung errichtet hat. Diese Hütte bietet sich optimal für eine Picknickrast für Wanderer und ganze Gruppen an. Viele Wanderer von nah und fern, auch aus dem Ausland, haben in den Hüttenbüchern (Band 2 liegt derzeit aus) eine Nachricht hinterlassen. Eine Familie aus dem Sauerland schreibt z.B.: „Eine tolle Wanderroute hierher und eine absolut schöne und informative Anlage. Wir genießen die Ruhe und die Sonnenstrahlen“. Wanderer aus den Niederlanden: „In Sonne und Hitze (>30 Grad C!) sind wir zu dieser Hütte spaziert. Wir haben viel gelernt von dem Limeslehrpfad.“ Eine andere Gruppe schrieb: „ Die Berghütte ist wunderschön und man kann hier vor dem Regen flüchten oder einfach Pause machen. Die Aussicht ist schön und man lernt viel über die Römer, Singvögel und Schmetterlinge. Der Wanderort ist schön.“
Wendepunkt an der Waldschule
An der „Waldschule“ ist der Wendepunkt erreicht, wo man den Limes verlässt und den Rückweg antritt. Aber wer sich kräftig genug fühlt, kann zuvor noch einen Abstecher machen, der zwar nicht lang, aber herausfordernd ist. Es geht ca. 500 m steil bergauf zu einem weithin sichtbaren begehbaren Holzturm, der in seiner Optik an die frühen Holztürme am Limes erinnert. Von oben hat man bei guter Sicht einen phantastischen Ausblick Richtung Westerwald, Rhein und vor allem Eifel bis hin zur Hohen Acht und zum Weltraumbeobachtungsradar Radom bei Wachtberg. Eine Panoramakarte weist auf markante Punkte in der Landschaft hin.
Ab der „Waldschule“ führt der RömerWeltWeg nach rechts zur asphaltierten Kreisstraße, der man aufwärts folgt. Nach ca. 200 Metern rechts abbiegend, abwärts und bald steil aufwärts gehend erreicht man beim Hartmannshof den höchsten Punkt der Wanderung. Im weiteren Verlauf kommt man vorbei am Haus Forst und am Friedenskreuz, das in dankbarer Erinnerung an den Frieden in unserer Heimat errichtet wurde, zum Haus Christinenhöhe. Unterwegs bieten sich herrliche Ausblicke hinunter ins Rheintal und weit in die Eifel hinein. Ab dem Haus Christinenhöhe geht es recht steil abwärts bis zum Lampenthaler Hof. Danach rechts und bald links abbiegend erreicht man wieder den Rheinbrohler Ortsteil Arienheller und kehrt an der Palisade und dem Hofgut von Rennenberg vorbei wieder zum Parkplatz der RömerWelt zurück. Ein Besuch im Museum mit seinem Außengelände gibt einen anschaulichen Eindruck von der Lebenswelt am Limes in römischer Zeit.
Die Wanderzeit beträgt etwa 2 - 3 Stunden, je nach Tempo. An der Kasse des Museums RömerWelt ist während der Öffnungszeiten gegen eine geringe Gebühr einen Streckenplan erhältlich.
