Allgemeine Berichte | 04.03.2025

SPNV-Nord lädt kommunale Partner zum gemeinsamen Gespräch ein – DB stellt Maßnahmen für mehr Verlässlichkeit vor

Wann fahren die Züge wieder stabil am Rechten Rhein?

Symbolbild. Foto: Pixabay

Rheinland-Pfalz. In den letzten Monaten mussten die Fahrgäste im Nahverkehr auf der Schiene auf der rechten Rheinseite arg leiden: Ausfälle, Verspätungen, Einschränkungen, keine oder zu späte Informationen. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr RheinlandPfalz Nord (SPNV-Nord) als Besteller und Organisator der Zugleistungen im Nahverkehr auf der Schiene im Norden von Rheinland-Pfalz hat dies zum Anlass genommen, um in der letzten Februarwoche zu einem gemeinsamen Gespräch aller Beteiligten in die Geschäftsstelle in Koblenz einzuladen. Dem Aufruf zum Austausch folgten die kommunalen Partner des Rhein-Lahn-Kreises, des Landkreis Neuwied, der Städte Bendorf, Koblenz und Lahnstein, und die Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Loreley, Linz, Unkel, Vallendar sowie Verantwortliche der DB-Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO und der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) VIAS und DB Regio NRW.

„Wir konnten uns in einer großen Runde von rund 20 Teilnehmenden die Zeit nehmen, Ursachen der aktuellen Situation darzustellen sowie Lösungswege und Wünsche bezüglich einer Verbesserung des Zugangebots zu formulieren. Insbesondere die DB InfraGO hat ehrlich die Mängel der Nicht-Besetzung von Stellwerken dargestellt. Die beiden EVU haben auch transparent und ehrliche die eigenen Reaktionsmöglichkeiten auf die meistens sehr kurzfristigen Ausfälle dargestellt, aber auch über die eigenen Herausforderungen berichtet. Die Atmosphäre war sehr offen und das Gespräch konstruktiv und sachlich“, fasst Verbandsdirektor Thorsten Müller den Termin zusammen.

„Verbandsgemeindebürgermeister Mike Weiland hatte in seinem offenen Brief von Anfang Januar schon deutlich auf die aktuellen Mißstände hingewiesen. Wir haben gemeinsam feststellen müssen, dass schnelle und einfache Lösungen angesichts der wachsenden Bauarbeiten, der vielen Züge auf beiden Bahnstrecken im Mittelrheintal und des Fachkräftemangels bei zentralen Stellen des Bahnbetriebs leider nicht möglich sind. Dabei blieb es aber erfreulicherweise nicht, denn gerade die DB InfraGO konnte einige Maßnahmen zur Verbesserung benennen. Auch unserer Forderung, die Stellwerke des rechten Rheins zwischen Wiesbaden und Unkel vor Ort aus der Mitte der Strecke zu steuern, kommt die DB nun sukzessive nach – das ist sehr erfreulich. Auch die deutlich geäußerte Aufforderung des Bürgermeisters Ermtraud aus Bad Hönningen nach besserer Fahrgastinformation ist von den beiden EVU VIAS und DB Regio NRW verstanden worden“, beschreibt der Verbandsdirektor das Ergebnis des Termins.

Hauptgrund für die sehr instabile betriebliche Situation im Mittelrheintal seit Sommer 2024 sind unbesetzte Arbeitsplätze im elektronischen Stellwerk der Strecke in Frankfurt. 2 ständig besetzte Arbeitsplätze werden benötigt, jedoch reichen die vorhandenen Fachkräfte dafür nicht immer aus. Insbesondere in intensiven Gesprächen zwischen VIAS und DB InfraGO konnten seit Dezember Ersatzmaßnahmen für die Fahrgäste im SPNV erreicht werden.

Die Bedeutung der Fahrdienstleiter bringt Thorsten Müller auf den Punkt: „Fehlt ein Fahrdienstleiter einer Arbeitsschicht, fallen nicht nur einzelne Fahrten aus, sondern alle Fahrten auf der Strecke einer ganzen Arbeitsschicht. Die Auswirkungen sind daher enorm und viel größer, als wenn beispielsweise ein Triebfahrzeugführer fehlt.“

Im Rahmen des Termins hat sich die DB noch einmal ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten für die Kundinnen und Kunden entschuldigt. Für einen auskömmlichen Personalbestand in der Region und bundesweit setzt die DB ihre Recruiting-Aktionen verstärkt fort. Die Werbekampagnen, wöchentlich stattfindende Bewerbertage in den Stellwerken und sogenannte „Speeddating-Formate“ tragen inzwischen Früchte. Mit knapp 2.000 Umschulungen und 850 neuen Azubis pro Jahr wurden die Ausbildungskapazitäten massiv ausgeweitet.

Speziell für die Verkehre am Rechten Rhein hat die DB ein Konzept entwickelt, bei dem in drei Etappen Verbesserungen bis Ende 2025 erreicht werden. Die Details im Überblick:

Stufe 1 - Ersatzmaßnahmen seit Dezember 24

Um für die Fahrgäste auch bei angespannter Personallage weiter zumindest einen Stundentakt der Regionalzüge (VIAS) anzubieten, leitet die DB sämtliche Züge des Güterverkehrs über andere Strecken (insbesondere linker Rhein) um und verzichtet in diesen Zeiten auf verschiebbare Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen.

Stufe 2 - Bis Ostern

Neue Mitarbeitende werden nach erfolgreich absolvierter Schulung sowie der örtlichen Einweisungszeit und Abnahmeprüfung auf dem entsprechenden Stellwerk für den operativen Einsatz zur Verfügung stehen. Im Stellwerk Oberlahnstein sind derzeit drei neue Mitarbeitende in Einarbeitung, die im Frühjahr ihre Arbeit aufnehmen. Die Bedienung des Stellwerks Oberlahnstein (Nord) zwischen Leutesdorf und Unkel wird zudem aus der Betriebszentrale Frankfurt herausgelöst und in das Netz Koblenz eingegliedert. Die ersten Einweisungen werden vsl. ab März 2025 durchgeführt. Die Übernahme einzelner Schichten durch Koblenzer Mitarbeiter wird aller Voraussicht nach ab Ostern möglich sein. Durch diese Verlagerung schafft die DB nicht nur attraktive Arbeitsplätze vor Ort. Es wird auch eine weitere Entspannung der Personalsituation erreicht.

Stufe 3 - Bis Ende des Jahres

Das breit aufgestellte Programm aus Neueinstellungen und strukturellen Anpassungen ermöglicht es, sukzessive eine nachhaltige Stabilisierung der Personallage insbesondere im Stellwerk Oberlahnstein zu erreichen. Die Besetzungssituation auf den Stellwerken der rechtsrheinischen Bahnstrecke und generell in der Region Mitte wird sich bis zum Ende des Jahres stabilisieren. Dann rechnet die DB wieder mit einer Vollbesetzung und einem regulären Bahnverkehr.

Ein DB InfraGO-Vertreter erläuterte auch die Ausbildung der Fachkräfte: Je nach Vorqualifizierung dauert die Ausbildung zehn Monate bis zwei Jahre. Für jedes Stellwerk braucht es eine Einweisung und Prüfung vor Ort, je nach Besonderheiten und Herausforderungen des Stellwerks sind das zwischen zehn und dreißig Tagen. Erst nach erfolgreicher Prüfung darf ein Zugverkehrssteuerer, früher sagte man Fahrdienstleiter, am jeweiligen Stellwerk arbeiten. Fehlt diese Prüfung für ein nicht- oder unterbesetztes Stellwerk, kann auf diesem nicht gearbeitet bzw. vertreten werden. Der Dienst als Zugverkehrssteuerer ist überaus anspruchsvoll und stellt hohe Ansprüche, um die Fahrsicherheitsstandards erfüllen zu können.

Beide EVU berichteten über ihre eigenen und auch gemeinsamen Ausbildungsoffensiven, beispielsweise bei den Lokführern oder in den Leitstellen, die z.B. auch den Busnotverkehr bei kurzfristigen Ausfällen organisieren. Für den Bereich Fahrgastinformationen wurden eigene Arbeitsplätze eingerichtet. Deren Mitarbeitende kümmern sich ausschließlich darum, Daten in das digitale Reisenden Informationssystem einzupflegen. Dieses System versorgt die digitalen Auskunftssysteme an den Bahnhöfen vor Ort oder in Fahrplan-Apps mit aktuelle Daten. Gemeinden und Schulen werden zudem in gesonderten Mailverteilern über Fahrplanänderungen informiert, so VIAS-Geschäftsführer Jochen Auler. Der Vertreter der DB Regio NRW berichtete von drei neuen Stellen nur für den Bereich Baustellenkommunikation, um diese professioneller gestalten zu können.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass für die Fahrgäste rechtzeitige, schnelle und verlässliche Informationen sowohl im Normalbetrieb, bei Bauarbeiten aber auch bei Störungen an oberster Stelle stehen müssen.

Pressemitteilung SPNV-Nord

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