Warum bleibt der Kita-Standort in Heimersheim Zündstoff?
Bürgerprotest ist ein legales und wichtiges Mittel in unserem demokratischen Miteinander. Gerade dann sollte man ihn ernst nehmen, wenn die Meinung der Bürger unbequem ist.
Warum wird der Bau der Kita in Heimersheim zur unendlichen Geschichte? Und warum entsteht der Eindruck, der Ortsbeirat sei dagegen oder blockiere?
Wir im Ortsbeirat sind gewählte Vertreter der Heimersheimer Bürger. Unsere Aufgabe ist es nicht, einfach alles abzunicken, sondern die Anliegen, Sorgen und Bedenken der Menschen aufzunehmen und uns damit auseinanderzusetzen.
Mit dem Wissen von heute würden wir vielleicht manche Entscheidung anders treffen. Aber auch das ist gelebte Demokratie. Wer immer von Anfang an alles richtig macht, sollte vielleicht über eine Karriere als Wahrsager nachdenken.
Ich möchte deshalb eines klarstellen: Wir blockieren nicht.
Wir nehmen die Bedenken und Anliegen der Heimersheimer Bürger ernst. Und natürlich gilt es auch für Ehlingen, noch einige dicke Bretter zu bohren.
Die Entscheidungen eines „Runden Tisches“ sind meines Erachtens Empfehlungen und keine Gesetze. Wenn für Heimersheim ein solcher Tisch einberufen wird, stellt sich allerdings die Frage, warum der gewählte Ortsbeirat nicht entsprechend beteiligt wird, während lediglich Ortsvorsteher und Stellvertreter vertreten sind.
861 Unterschriften, die in kürzester Zeit gesammelt wurden, klingen im Verhältnis zu rund 28.000 Einwohnern der Gesamtstadt vielleicht nicht besonders viel. Betrachtet man aber Heimersheim und Ehlingen mit etwa 3.000 Einwohnern, sprechen wir immerhin von ungefähr einem Drittel.
Diese Menschen haben Bedenken gegen den Standort Pfarrgarten. Das sollte man ernst nehmen.
Ich würde mir ja auch nicht anmaßen, mich ungefragt in die örtlichen Angelegenheiten von Ahrweiler oder Ramersbach einzumischen. Ortskenntnis und die Nähe zu den Menschen haben schließlich ihren Wert.
Dass sich die Standortfrage inzwischen wie eine unendliche Geschichte anfühlt, liegt auch daran, dass zwischen den einzelnen Planungsschritten oft viel Zeit vergeht. Immer wieder kommen neue Vorschläge, wir müssen uns erneut informieren, beraten und Beschlüsse fassen. So wird aus einem Kita-Standort schnell ein politischer Langzeitkrimi – leider ohne planbares Ende.
Ich hätte mir einen konstruktiveren Austausch zwischen Stadtrat, meiner CDU-Fraktion, dem Ortsbeirat und den Bürgern vor Ort gewünscht. Die Freien Wähler haben gezeigt, dass man auch einfach einmal vor Ort schauen und mit Betroffenen sprechen kann.
Auch der Finanzausschuss hat empfohlen, die rund 800 Unterschriften in die Überlegungen einzubeziehen.
Mein Rat an die Verantwortlichen lautet deshalb:
Überdenkt die Angelegenheit noch einmal sorgfältig, bevor die endgültige Abstimmung erfolgt.
Guter Rat ist vielleicht nicht teuer. Eine falsche Entscheidung kann es aber für uns alle werden. Für Heimersheim, für Ehlingen und für das Vertrauen der Bürger. Und wenn ich ehrlich bin: Auch der „Runde Tisch“ war sicherlich nicht zum Nulltarif zu haben.
Es wäre schön, wenn wir nach diesem politischen Ringkampf am Ende gemeinsam aus dem Ring steigen könnten – vielleicht etwas außer Atem und mit dem einen oder anderen blauen Fleck, aber zufrieden mit dem Ergebnis.
Denn es geht nicht darum, wer am Ende recht behält.
Es geht darum, was für unsere Kinder und unsere Orte richtig ist.
Hans-Peter Blumenberg,
Bad Neuenahr-Ahrweiler