Allgemeine Berichte | 25.01.2022

Ortsgemeinde Löf-Kattenes

Was bedeuten die Steine auf dem jüdischen Gedenkstein?

Jüdischer Gedenkstein. Foto: Johannes Liesenfeld

Löf/Kattenes.Viele kennen den Gedenkstein für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus deportiert und umgebracht wurden. Dort werden immer wieder kleine Steine abgelegt. Was hat es damit auf sich?

Auf jüdischen Gräbern und Gedenkstätten werden keine Blumen, sondern Steine abgelegt. Hierbei handelt es sich um einen uralten Brauch aus der Zeit, als die Juden auf der Flucht aus Ägypten durch die Wüste zogen. Wenn jemand gestorben war, brachten die Angehörigen zur Bestattung kleine Steine mit und schichteten sie auf dem Grab auf. Damit wurden zum einen die Toten vor wilden Tieren geschützt. Gleichzeitig markierten sie die Grabstelle, damit Trauernde diese später möglicherweise wiederfinden konnten. Ein weiterer Hintergrund für diesen Brauch ist auch die Feststellung der Gleichheit aller Menschen. Demnach soll niemand durch übertriebenen Blumenschmuck über andere gestellt werden.

Die Steine auf der jüdischen Gedenktafel zeigen, dass Menschen das Ehrenmal der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aufgesucht und ihrer gedacht haben. Eine kleine Geste, die in der heutigen teilweise oberflächlichen und auch selbstvergessenen Zeit ganz augenscheinlich deutlich macht, auf was es im Leben ankommt: „Wer die Vergangenheit nicht sieht, verliert den Blick für die Zukunft.“ Die Inschrift auf der Gedenktafel war nie aktueller als heute.

Pressemitteilung der

Ortsgemeinde Löf-Kattenes

Jüdischer Gedenkstein. Foto: Johannes Liesenfeld

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