Allgemeine Berichte | 19.04.2016

Lernpatenprojekt Westerwald

Was ist Ehrenamt und wer engagiert sich?

Zahlen und Fakten bergen Überraschungen

Montabaur. Prof. Dr. Sven Steinacker von der Fachhochschule Niederrhein, Mönchengladbach nahm anlässlich der Feierstunde zum fünfjährigen Geburtstag des Lernpatenprojektes „Keiner darf verloren gehen“ das Ehrenamt unter die Lupe:

Seinen Ausführungen legte der Sozialwissenschaftler Studien aus den Jahren 1999 und 2009, der zuletzt erhobenen Studie, zugrunde:

Ehrenamt definiert sich demnach, dass sich Menschen, die sich ohne verwandtschaftliche Beziehungen oder durch ein Amt verpflichten, soziale Aufgaben zu übernehmen. Ehrenamt muss freiwillig, regelmäßig, unentgeltlich oder gegen Aufwandsentschädigung erfolgen. In Deutschland engagierten sich 36 Prozent der Bevölkerung im Ehrenamt, das sind zwei Prozent mehr als 1999. Seit dem letzten Jahr, so Steinackers Einschätzung, dürften die Zahlen der Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, noch mal deutlich in die Höhe gehen. Der derzeit landläufigen Meinung, Ehrenamt sei rückläufig, widerspricht die Studie damit. Die These der Rückläufigkeit gewinnt jedoch mit Blick auf die Wohlfahrts- und Sozialverbände Richtigkeit. Früher waren es vor allen Dingen Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, in denen die Menschen arbeiten wollten, heute ist das Spektrum an Möglichkeiten sehr viel breiter, so Steinacker.

Rheinland-Pfalz ist eines der Bundesländer, in dem sich überdurchschnittlich viele Ehrenamtler , mit über 10 Prozent die meisten im sportlichen Bereich, wiederfinden.

Wie sieht der Ehrenamtler aus?

Die Sozialfigur lebt meist in einer Familie, ist jung und zu zwei Drittel männlich. Das ändert sich jedoch von Bereich zu Bereich erheblich. Gerade das Ehrenamt im sozialen Bereich ist überwiegend weiblich besetzt. Ehrenamt scheint trotz der bunten Multi-Kulti-Gesellschaft eher deutsch zu sein, die Erhebungen zeigen, dass sich meist Deutsche ohne Migrationshintergrund um ein Amt bewerben. Der Grund dazu ist vielfältig, viele Frauen und Männer wollen was für das Gemeinwohl tun, doch es werden auch andere Erwartungen, wie berufliche Qualifikation, damit verknüpft.

Fazit: Ehrenamt ist durchaus nicht aus der Mode gekommen, doch an den Möglichkeiten, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen, kann noch viel getan werden. Mit den Worten „Da ist noch erheblich Luft nach oben“ schloss der Sozialwissenschaftler seinen Fachvortrag. -IFD-

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