Stadt Neuwied hatte zum Pre-Opening des neuen Jugendzentrums eingeladen
„Was lange währt ...“ - wird modern und bietet viel Platz
Neuwied. Der helle, freundliche Eingangsbereich des neuen Jugendzentrums in der Neuwieder Museumsstraße erinnert ein wenig an eine moderne Hotellobby. Aber statt einer Rezeption werden die Gäste an der Theke des Bistros willkommen geheißen. Mit Unterstützung von den Profis aus der Kreishandwerkerschaft haben die jungen Leute hieran selbst mitgetischlert. Zum Pre-Opening begrüßten Oberbürgermeister Nikolaus Roth und seine Stadtvorstandskollegen Jan Einig und Michael Mang die Vertreter der politischen Fraktionen und all jene, die in den letzten Wochen am Bau des Jugendzentrums beteiligt waren. Sowie jene, die Anknüpfungspunkte zum neuen Jugendtreff haben. Natürlich die Mitarbeiter der Verwaltung, der Schulleiter der benachbarten Dualen Schule und Caroline Schug. Die Leiterin der Neuwieder Polizeiinspektion hofft auf eine erfolgreiche Jugendarbeit. Nikolaus Roth begrüßte Pfarrer Thomas Darscheid und die Vertreter des Lions Club, die seit Langem enge Mitstreiter in der Neuwieder Jugendarbeit seien. Besonders willkommen „daheim“ hieß der Oberbürgermeister die Jugendlichen aus dem Jugendbeirat. Nikolaus Roth sprach ausdrücklich nicht von einem Geschenk. Vielmehr hätten Neuwieds Jugendliche mit dem Jugendbeirat an der Spitze für das Jugendzentrum hart kämpfen müssen. Dieser Kampf zog sich über mehre Legislaturperioden der politischen Jugendvertretung hin. Dass die meisten Vorstände die Früchte ihrer Bemühungen nicht mehr selbst ernten können, bedauerte der Oberbürgermeister. Gleichwohl komme es immer wieder vor, dass Generationen für die nachfolgenden Generationen kämpfen müssten. Schon oftmals wähnte sich der Jugendbeirat in den vergangenen zehn Jahren am Ziel, um an Ende dann doch wieder enttäuscht zu werden. Mal wurde die vermeintliche Lösung zu teuer, mal erwies sich das Objekt als nicht funktionell.
Im Juni 2013 gaben sich die Stadträte dann einen Ruck und beschlossen den Neubau. Freudig berichtete Nikolaus Roth, dass der Kostenrahmen im Wesentlichen eingehalten wurde. Noch mehr als der Oberbürgermeister strahlte zum Pre-Opening der Jugendbeirat. „Hier haben wir endlich richtig viel Platz und alles ist so schön modern“, meinte die Vorsitzende, Johanna Krumm. Rund 850 Quadratmeter, davon 750 Quadratmeter Nutzfläche, stehen den Jugendlichen zur Verfügung. Der Jugendbeirat hat ein eigenes Büro mit technischer Ausstattung bekommen. Johanna Krumm und ihre Vorstandskollegen waren beim Innenausbau und der Möblierung gefragt. „Wir haben die Farben ausgewählt und Einrichtungsgegenstände ausgesucht“, berichtete Johanna Krumm. Jetzt freut sie sich auf die Außenanlagen. Unter anderem entsteht ein Cage-Soccer. Ganz wunschlos glücklich ist der Jugendbeirat allerdings noch nicht.
„Das Jugendzentrum sollte unbedingt auch montags geöffnet haben“, sagt Salomon Hofstötter. Das montags kein Ansprechpartner zur Verfügung stünde, sei nicht gut. Neben der Freizeitgestaltung sind die Sozialarbeiter der Stadt Neuwied die zweite Funktion des Jugendzentrums. Ulrike Ackermann, Esther Bitterling und Jonas Kern bilden die Stammbesetzung mit offenen Ohr für die Belange der Jugendlichen. Ihnen und den jungen Leuten steht ein modernes Gebäude zur Verfügung. Das Bistro teilt das Jugendzentrum in zwei Funktionsbereiche.
Auf der einen befinden sich die beiden Mehrzweck- und Veranstaltungsräume, die auch zu einem Raum erweitert werden können. Zu Konzerten oder Aufführungen finden dann bis zu 200 Menschen Platz.
Im anderen Funktionsbereich stehen Cliquenräume, Gruppenräume und Werkräume zur Verfügung. Es gibt ein Aufnahmestudio, ein Werkraum und einen Pädagogen Raum. Das Jugendzentrum verfügt zudem über eine geräumige Küche und Umkleiden für Frauen und Männer. Zur Freizeitgestaltung stehen Kicker und Billardtische zur Verfügung.
Ein Traum wurde Wirklichkeit
Die offizielle Eröffnung mit Schlüsselübergabe kündigte Oberbürgermeister Nikolaus Roth zu einem späteren Zeitpunkt an. Mit dabei wird auch ein Vertreter der Landesregierung sein. Ohne die Mittel des Landes hätte das Jugendzentrum nämlich nicht entstehen können. Auf diese Notwendigkeit wurde Kurt Beck schon 2011 hingewiesen. Seinerzeit protestierte der Jugendbeirat unter Vorsitz von Christopher Bednorz bei einem Besuch des ehemaligen Ministerpräsidenten. Nur eine von vielen Aktionen, die sich die Jugendbeiräte in den vergangenen Jahren hatten einfallen lassen, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. FF
Über „richtig viel Platz“ und ein eigenes Büro mit technischer Ausstattung freut sich der Jugendbeirat im neuen Jugendzentrum.
