Benefizkonzert in der Versöhnungskirche
Was wäre unser Leben ohne Musik
Swisttal-Buschhoven. Zu einem vordergründig etwas ungewöhnlichen, aber letztlich doch zu einem sehr inspirierenden, ja herausfordernden Benefizkonzert hatte der Kirchbauverein der evangelischen Kirchengemeinde Swisttal e.V. in die Versöhnungskirche geladen. Unter dem Motto „Das Geheimnis der Musik“ spielte Markus Kreul Werke u.a. von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Frédéric Chopin (1810-1849) und Hans Otte (1926-2007). Markus Kreul, in Buschhoven aufgewachsen, ist hier ein „alter“ Bekannter, der eine sehr große „Fan-Gemeinde“ hat.
Entsprechend voll war die Versöhnungskirche besetzt. Der Pianist, Gewinner zahlreicher Klavierwettbewerbe mit Konzerten in Europa und den USA, Gastdozent in mehreren Ländern und Juror bei internationalen Klavierwettbewerben, hat schon oft seine Verbundenheit mit seiner Heimat bewiesen und sich in den Dienst einer guten Sache gestellt. „Die Musik ist ein ewiges Rätsel. Wir können mit ihr in weit zurückliegende Zeiten reisen, doch genauso kann sie uns die Gegenwart bewusst machen und den Moment des Erlebens spürbar machen“, hat Kreul einmal gesagt, und die Spannweite von Bach bis zu einem Komponisten der Moderne wie Hans Otte mit seinen Werken aus „Dem Buch der Klänge“ belegen dies eindrucksvoll.
Hermann Hesse und die Musik
Soweit hätte ein Klavierkonzert ja ein sehr schöner, herkömmlicher Musikabend sein können. Der Kirchbauverein mit seinem Vorsitzenden Lothar Kirschbauer hatte sich aber etwas Besonderes einfallen lassen. Karen Gauchel und Karl Micklisch lasen zwischen den Musikstücken Passagen aus Werken von Hermann Hesse (1877-1962). Hermann Hesse wird wohl am ehesten mit seinen Werken „Siddharta“, „Narziss und Goldmund“ und insbesondere „Steppenwolf“ in Verbindung gebracht. Weniger bekannt ist seine Affinität zur Musik. Sie zieht sich aber als ein wichtiges Element durch sein gesamtes Werk, und schon 1913 stellte er fest, dass die Musik für ihn die einzige Kunst wäre, die ihm unentbehrlich erschiene, und 1915 pries er die Musik mit den Worten: „Was wäre unser Leben ohne Musik!“
Beginnend mit den Versen von „Alle Tode“ über „Die Anfänge des Glasperlenspiels“ bis zu den „Stufen“, in dem eindrucksvoll der stete Wandel des Lebens von der Jugend zum Alter hin beschrieben wird, trugen Karen Gauchel und Karl Micklisch nachdenkenswerte Texte des Nobelpreisträgers vor.
Der Eintritt zu dem Benefizkonzert war frei, die Spenden kommen der Sanierung der Versöhnungskirche zugute.
Bereits am 5. Juli 2013 steht ein weiteres Benefizkonzert auf dem Programm der Versöhnungskirche. Der Chor „Blue Notes“ möchte mit Jazz, Gospel und Pop begeistern.
Karen Gauchel und Karl Micklisch rezitieren Hermann Hesse. Fotos: Weigert
Markus Kreul spielt für die Sanierung der Versöhnungskirche.
