Climate Cycle Tour im Jugendbahnhof Remagen
Was würde Noah heute tun?
Projekt von Peer Leader International e.V. soll jungen Menschen die Folgen des Klimawandels verdeutlichen
Remagen. Viele junge und ältere Menschen beschäftigen sich mit der aktuellen Situation des Klimawandels und dessen Folgen. Demonstrationen an den sogenannten „Fridays for future“ verdeutlichen die Aufforderung, dass sich etwas ändern muss.
Mit diesem Thema beschäftigt sich auch der Peer Leader International e.V., der dafür eine Tour konzipierte, um jungen Menschen die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu verdeutlichen. Die selbst noch jungen Mitglieder des internationalen Jugendnetzwerkes reisen mit Fahrrädern durch fünf Länder. Sie wollen weitere Menschen motivieren, sich stärker mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen und zur Diskussion über mögliche Lösungsvorschläge anregen. Dabei setzen sie auf den Impuls durch eine eigene Inszenierung der Arche-Noah-Geschichte, die visuell und mit einer eigens komponierten Musik untermalt wird.
Die sechs Teilnehmer radelten von Ostfriesland über Münster als auch Köln und machten schließlich im Jugendbahnhof Remagen halt. Björn Ingendahl, Bürgermeister von Remagen, sowie die Mitarbeiterinnen des Jugendbahnhofs Remagen, Britta Jelken, Aileen Buschmann und Maike Kriechel, begrüßten die Climate-Cycle-Gruppe, deren Mitglieder sowohl aus Deutschland als auch aus der Ukraine und Brasilien kamen, persönlich am Rathaus. Bürgermeister Ingendahl bekundete, wie wichtig es ist, sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen und etwas zu unternehmen. So verkündete er, dass es seit diesem Jahr beispielsweise einen „Unverpackt-Laden“ in der Marktstraße gibt.
Klimawandel aus Sicht der Tiere
Anschließend lud der Jugendbahnhof interessierte junge und ältere Menschen ein, an der Lesung „Arche Noah reloaded“ und der nachfolgenden Diskussion teilzunehmen. Die Lesung begann mit den Fragen, ob es sein müsse, „zur Strafe für den schlechten Umgang mit unserem Planeten alle ertrinken zu lassen, außer Noah, der sich und ein paar Tiere rettet? Eine Weltrettung müsste doch heute anders klappen, oder? Ist die Situation echt so schlecht? Ist der Drops gelutscht?“ Die Mitglieder der Climate-Cycle-Gruppe schlüpften in unterschiedliche Rollen, die aus der Sicht von Tieren aus aller Welt ihre persönliche Situation im Klimawandel erzählten: So beschrieb der Eisbär vom Nordpol, dass sein Lebensraum durch die Erderwärmung bedroht sei, da mit den steigenden Temperaturen große Gletscher und Eisschollenlagunen schmelzen und das Eis sich zurückziehe. Dadurch steige der Meeresspiegel, was wiederum Auswirkungen auf die Häufigkeit von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Wirbelstürme habe. Auch aus der Sicht eines Orang-Utans, eines Kuckucks, einer Hummel sowie eines Riesen-Lebensbaums schilderten die Vorleser die Bedrohung auf die jeweiligen Lebensräume und Nahrungsquellen.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass alle Zustände, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind, weitreichende Folgen für unseren Planeten haben werden. Und dass sich an den Auswirkungen des Klimawandels nur etwas ändern kann, wenn sich viele Menschen sowie die Politik für langfristige Lösungsmöglichkeiten einsetzen und auf ein paar Dinge verzichten.
Lebhafte Diskussion
Alle Besucher waren sehr berührt von der Lesung und profitierten von der regen Diskussion und dem fachkundigem Wissen. Auch die Idee, dass die Zuhörer auf das Material der Lesung auf der Internetseite www.climatecycle.de zurückgreifen können, stieß auf Begeisterung. Somit haben alle die Gelegenheit, später die Lesung als eigenes Projekt in anderen Gruppen selbst durchzuführen, um wieder neue Leute zu motivieren sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen. Die Climate Cycle Tour führt anschließend weiter bis nach Süddeutschland und bis Mitte 2020 durch die Ukraine, Bosnien, Malawi, Südafrika und viral – so die Peer Leader – durch viele andere Länder. Die gesammelten Anregungen, Wünsche, Forderungen zum Klimawandel sind auf der Website zu lesen und werden Entscheidern in allen Ländern präsentiert, darunter in der Weltklimakonferenz COP25 in Chile im Dezember dieses Jahres.
