Allgemeine Berichte | 02.11.2022

Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz

Webinar: Kultursensibilität in der Psychiatrie - Luxus oder Notwendigkeit?

Koblenz. Der Beirat für Migration und Integration organisiert in Kooperation mit dem Sachgebiet Integration der Stadt Koblenz eine Infoveranstaltung zum Thema Gesundheit. Im Vortrag geht es um den muslimischen Patienten.

Dr. med. dent. Marina Khan, Mitglied im Beirat für Migration und Integration organisiert und moderiert das Webinar am Mittwoch, 30. November um 17.30 Uhr.

Eröffnet wird das Programm mit den Grußworten von Bürgermeisterin Ulrike Mohrs. Referent ist Mehmet Yalcin, Oberarzt und Facharzt in der Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Vortrag „Kultursensibilität in der Psychiatrie - Luxus oder Notwendigkeit?“ mit einer anschließenden Frage- und Antwortrunde.

In Koblenz leben viele muslimische Bürgerinnen und Bürger. Ihre kulturellen Gewohnheiten und religiöse Überzeugung beeinflussen ihren Umgang mit Ereignissen wie Hochzeit, Geburt, schwerer Krankheit oder Todesfall. Die daraus resultierenden Bedürfnisse sind auch für die Pflege und Seelsorge von Bedeutung.

Neben den sprachlichen Anforderungen im klinischen Alltag sind Kenntnisse der Verantwortlichen über das islamische Krankheits- und Heilungsverständnis, die Nahrungsvorschriften im Islam sowie die Bedürfnisse zur religiösen Praxis notwendig. „Diese können zum allgemeinen Wohlbefinden des muslimischen Patienten und somit zum positiven Therapieverlauf beitragen“, so Dr. med. dent. Marina Khan.

Aus diesem Grund ist es wichtig, gerade in Städten wie Koblenz, mit mehreren großen Kliniken und vielen Angestellten in der medizinischen Branche, Möglichkeiten zur Information sowie Diskussion fortwährend auf der Grundlage von Respekt, Empathie und Verständnis anzubieten. Der Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz und die Referenten hoffen, dass diese Veranstaltung zu einer Verbesserung der Beziehung zwischen dem medizinischen Personal und dem muslimischen Patienten führt und Koblenz hier beispielhaft vorangeht. Die Veranstaltung ist für alle offen.

Informationen und Fragen zum Programm, Feedback und Anmeldung zum Online Vortrag bitte an khan_marina@outlook.de.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

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Kommentare
02.11.202211:15 Uhr
juergen mueller

Gegen ein Webinar ist im Prinzip nichts einzuwenden, weil es dem Aufklärungsbedürfnis unserer heutigen Gesellschaft entgegenkommt. Ich halte es jedoch für bedenklich, Klinikpersonal, das eh an der Belastungsgrenze arbeitet, noch Kenntnisse in Sachen islamisches Krankheits-/Heilungsverständnis, Nahrungsvorschriften u. Bedürfnisse zur religiösen Praxis abzuverlangen. Das ist zuviel verlangt. (Mehr) Kultursensibilität von denen einzufordern, die Menschen mit Migrationshintergrund ein neues Zuhause, ein neues Leben ermöglichen, ist keine Notwendigkeit, sondern eine forderung, die zu überdenken ist. Wer sich zu einem neuen Leben in einem anderen Land entschlossen hat, der hat sich den dortigen Verhältnissen, vor allem sprachlich, anzupassen. Also auch bei uns. Nahrungs- u. religiösen Bedürfnissen nachzukommen liegt in der Eigenverantwortung eines jeden selbst. Multi-Kulti ist nicht grenzenlos. Unsere Türen sind bereits weit offen. Das sollte man nicht überstrapazieren.

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