Kolpingwerk Diözesanverband Trier beschäftigt sich mit wichtigen Zukunfts-Themen
Wechsel an der Spitze
Wahl neuer Vorstandsmitglieder
Neuwied/Trier. Das Kolpingwerk Diözesanverband Trier stellte die Weichen für die Zukunft. Gastgeber war die Kolpingsfamilie Neuwied. Im Rahmen der jährlichen Diözesanversammlung wählten die Delegierten mit Dr. Bernd Geisen aus Mendig einen neuen Vorsitzenden. Zu seinen Stellvertretern wurden gewählt Harald Schmillen (Remagen) und Arndt Eisenhut (Freisen). Neben dem Präses - Thomas Gerber - und seinem Stellvertreter - Otto Gerhard - gibt es nun auch eine geistliche Leiterin: Elke Grün aus Schwalbach. Nach zehn Jahren als Vorsitzender und mehr als 20 Jahren im Vorstand wurde Andreas Heinrich gebührend verabschiedet. Die stellvertretende Bundesvorsitzende, Klaudia Rudersdorf überreichte das Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland und einige seiner (internationalen) Weggenossen grüßten per Videobotschaft. Persönlich dankte die Vertreterin des Bistums, Stephanie Nickels für die gute Zusammenarbeit und das Engagement, unter anderem im Bereich der Flüchtlingshilfe. Andreas Heinrich wird sich weiterhin in seiner Kolpingsfamilie in Besseringen und für das Kolpinghaus Warsberger-Hof Trier engagieren. Oberbürgermeister Nikolaus Roth dankte in seinem Grußwort dem Kolpingwerk für seinen Einsatz für Demokratie, Gleichheit und Solidarität. Es sei heute wichtig, dass es solche Mahner gäbe, denn viele Menschen täten sich schwer mit den immer schwerer durchschaubaren politischen Entwicklungen und seien von den Herausforderungen unserer Zeit verunsichert. Er wünschte der Versammlung, dass sie einen Beitrag zur Stärkung des Verbandes liefere.
Mit Blick auf die kirchlichen Umbrüche äußerte Dechant Thomas Darscheid ähnliches: Kolping könne in den größer werdenden Pfarreien ein spirituelles und emotionales Zuhause sein.
Achim Hallerbach, Kolpingmitglied und stellvertretender Landrat ging ebenfalls auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ein. Er gab der Versammlung auch mit: „Die Zukunft liegt in der Herkunft.“ In seinem geistlichen Wort rief Präses Thomas Gerber dazu auf, Flagge zu zeigen und nach dem Kolping-Wort „Wer Mut zeigt, macht Mut“ unsere Mitmenschen zu ermutigen, sich selbst, die Kolpingsfamilie und die Kirche anders zu sehen.
Aktivierung des Mitglieder- verbandes
Die Versammlung verabschiedete unter anderem einen Antrag zu einem Zukunftsprozess „Kolping auf dem Weg in die Zukunft“. Ziel des Zukunftsprozesses ist die Aktivierung des Mitgliederverbandes und die Klärung und Sicherung der Rolle und des gesellschaftlichen Beitrags von Kolping in einer sich wandelnden Gesellschaft. Der Zukunftsprozess basiert und reagiert auf gesellschaftliche und kirchliche Veränderungsprozesse und Entwicklungen – wie den demografischen Wandel – und stellt sich den relevanten Fragen, die sich daraus für das Kolpingwerk ergeben.
Workshops zu wichtigen Zeitthemen
Im Workshop zum Thema „Kolpinger engagiert in der Flüchtlingsarbeit“ schaffte Flüchtlingslotsin Karin Hellmann-Munsch mit ihren Beispielen Bewusstsein dafür, dass Flüchtlingsgruppen heterogen sind und Integrationsangebote vor vielen Herausforderungen stehen. So werde bei der Berufssuche deutlich, dass Ausbildungsberufe in Deutschland mit denen anderer Länder nicht vergleichbar sind. Aufgrund mangelnder Informationen zu den Berufsbildern würden falsche Erwartungen geweckt, die häufig zu Fehleinschätzungen und Überforderungen führen. Stephanie Nickels (Koordinierungsstelle Flüchtlinge des Bistums Trier) gab einen Überblick zu den vielseitigen Angeboten im Bistum Trier. Sie hob hervor, dass es künftig nötig sei „Begegnungsräume“ für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Flüchtlingsgruppen zur Integration zu schaffen. In diesem Bereich könnten die Kolpingsfamilien einen wichtigen Beitrag auf örtlicher Ebene leisten.
Mit der Umsetzung der Bistums-Synode rangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines anderen Workshops. Was ist möglich, was ist nötig und wie kann wer sich einbringen? Die mit den Veränderungen zusammenhängenden Abschiede tun an vielen Stellen weh und brauchen ihre Zeit.
Im Workshop der Kolpingjugend fand ein reger Austausch über Schwierigkeiten und Chancen der Jugendverbandsarbeit statt.
Zur lebendigen Gestaltung Internationaler Partnerschaften auf Augenhöhe berichtete die Fachpromotorin Barbara Scharfbillig. Das Kolpingwerk Trier betreibt lebendige Partnerschaften mit den Kolpingwerken in Litauen und Bolivien. Die vielfältig aktiven Kolpingmitglieder kamen in einen regen Austausch über ihre Erwartungen, Vorstellungen und Hintergründe die sie bewegen sich in einer internationalen Partnerschaft zu engagieren.
Schließlich beschäftigte sich ein weiterer Workshop mit der Gewinnung neuer Mitglieder. Alt und Jung tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und darüber, was welche Alters- und Zielgruppe benötigt und was sie anspricht. Dabei zeigte sich, dass viele Wege erfolgreich beschritten werden. Unter anderem sind eigene Aktion und das (Er-)Leben von Werten wichtig. Toll ist natürlich, wenn das dann auch noch von außen Wertschätzung erfährt. So wurde wegen ihrer Sozialaktion über die Kolpingjugenden in Fischbach-Camphausen und Illingen nicht nur in der Saarbrücker Zeitung berichtet, sie erhielten auch den Preis der Kolpingjugend Deutschland. Mit einem großer Bannerzug und Gottesdienst in der Kirche St. Matthias endete die diesjährige Diözesanversammlung.
Julia Semmling
