Holocaust-Gedenktag 2024
Wehret den Anfängen
Kalenborn. Seit 2021 pflegen die SPD Ortsvereine Kalenborn und Mittelahr diese Erinnerungskultur. In diesem Jahr ist dieses Gedenken besonders aktuell, weil bei uns in Deutschland unter dem Deckmantel von REMIGRATION, dem neuen Unwort des Jahres, wieder die Vertreibung von Tausenden von Flüchtlingen und Zugewanderten diskutiert wird. Und weil Zehntausende Menschen dagegen auf die Straßen gehen und öffentlich gegen solch menschenverachtendes, braunes Gedankengut demonstrieren. Deshalb erinnern wir auch an den ehemaligen Bundespräsident Richard v. Weizsäcker, der in seiner historischen Rede vom 8. Mai 1985 sagte: „Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren. „
Der Jüdische Friedhof Dernau ist als ältester im Ahrtal ein geschütztes Kulturdenkmal und ein Ort mit besonderer Ausstrahlung, wie gemacht für die stimmungsvolle Erinnerung an jüdisches Leben im Ahrtal. Er gehört zur Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, die auch in diesem Jahr wieder einer Gedenkstunde zugestimmt hat und uns dort begrüßen wird. Und gemeinsam werden wir, wie in den letzten Jahren, wieder Kerzen auf den Gräbern anzünden. Das ist zwar keine jüdische Tradition, aber es wärmt die Seelen.
Matthias Bertram, Dernauer Urgestein und Heimalforscher, wird uns diesmal über die Jüdische Gemeinde berichten, die in Dernau seit 1609/1619 belegt ist.
Neben verschiedenen Wortbeiträgen und der Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch wird Frau Alexandra Tschida, stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Synagoge Ahrweiler und Opernsängerin, die Veranstaltung mit hebräischen und deutschen Liedbeiträgen bereichern.
Alle, die diese Gedenkstunde unterstützen und an den Holocaust der Nationalsozialisten erinnern wollen, sind herzlich eingeladen.
Pressemitteilung SPD Mittelahr
