Streit um Denkmalschutz auf dem Areal „Alter Friedhof“
Wehrleiter berichtet von Feuerwehraktivitäten
Teilerfolg für Verkehr in Altendorf-Ersdorf
Meckenheim. Missverständnisse und kleine, aber nicht ganz unwichtige Ungenauigkeiten führten zu einer Beschwerde, die der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins, Meinolf Schleyer, vor dem Haupt- und Finanzausschuss zum Thema Denkmalschutz des Alten Friedhofs vortrug. Weitere Themen waren der Rückblick und Ausblick auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr sowie verschiedene Anträge zur Verkehrssituation der Bürgerinitiative aus Altendorf-Ersdorf.
Nicht zum Ende des 19. Jahrhunderts, sondern zu Beginn desselben entstand der erste Friedhof auf dem heutigen Areal „Alter Friedhof“ an der Bonner Straße. Dies war laut Heimatforscher Meinolf Schleyer nicht der einzige Fehler im streitbehafteten Schriftwechsel, der sich seit über einem Jahr um den vorhandenen und nach der Meinung des Forschers sinnvollen und notwendigen Denkmalschutz auf dem Gebiet rankt. Auch sei die Remise nicht korrekt bezeichnet. Weiterhin habe man in einem Schreiben lediglich den Denkmalschutz einer Umrandung auf dem Friedhof bestätigt, nicht aber den bereits seit mehr als 30 Jahren festgeschriebenen und tatsächlich vorhandenen Denkmalschutz des historischen Teils.
Da eine neue Verordnung die Städte dazu verpflichte, bis zum Ende des Jahres eine den neuen Regeln von Denkmalschutzlisten angepasste Liste zu erstellen, sei dies die beste Gelegenheit, diese und weitere ortsgeschichtlich bedeutsame Fakten zu klären, fand Meinolf Schleyer. Unter anderem sprach er ein von der Stadt geräumtes Grab von Opfern der Bombardierung Meckenheims an. Die Angehörigen des Familienvaters Schmitz haben nämlich nur deshalb nicht zusammen mit dem Ihren auf dem Ehrenfriedhofsteil ihre letzte Ruhe gefunden, weil ihre sterblichen Überreste erst Tage später unter den Trümmern gefunden wurden und zu diesem Zeitpunkt das Massengrab der Bombardierungsopfer bereits geschlossen war.
Solche und ähnliche Fälle sowie Schmuckgräber und Bauwerke von historischer Bedeutung seien bisher nicht berücksichtigt, sagte Schleyer. Die Neuerstellung der Denkmalliste sei deshalb die beste Gelegenheit, über diese Dinge zu sprechen. Diese Meinung teilten die Ausschussmitglieder. Auch die Argumentation der Verwaltung, dass diese Dinge normalerweise zwischen den zuständigen Behörden ohne die Beteiligung von Privatpersonen geklärt werden, folgte der Ausschuss nicht. Niemand im Saal wisse so viel über das Areal „Alter Friedhof“ wie Schleyer. Deshalb betrachte man ihn als Experten für dieses Gebiet und schlug vor, seine Meinung anzuhören und die Liste an den für die Historie der Stadt Meckenheim bedeutsamen Stellen zu korrigieren und gegebenenfalls zu ergänzen.
Im Anschluss informierte Marcus Witsch, Fachbereichsleiter Verkehr und Grünflächen, die Ausschussmitglieder über die Ergebnisse zu den von einer Bürgerinitiative in Altendorf-Ersdorf in Gang gesetzten Überprüfungen der Verkehrssituation. Auch bei der erneuten und vertieften Prüfung der Situation auf der Hauptdurchgangsstraße L471 habe man nach wie vor keinen Unfallschwerpunkt festgestellt. Auch seien im Laufe einer SDR-Messung keine maßgeblichen Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt worden, so Witsch. Aus diesem Grunde versagten die übergeordneten Behörden, darunter der Straßenbauträger Straßen.NRW, ihre Zustimmung zu einer Temporeduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde in weiteren als den bereits vorhandenen Bereichen.
Ebenso verneint wurde von den Behörden eine Änderung der Umleitungsregelung von der Autobahn über die L471 in Süd-Nord Richtung. Diese Straße sei eine Landstraße und müsse ihre Aufgabe erfüllen, Verkehr aufzunehmen und abzuleiten, habe man der Stadt beschieden, sagte Witsch.
Im Gegensatz dazu sahen die Behörden zwar auch am Kreisel an der Hilberather Straße keinen Handlungsbedarf, aber immerhin auch keinen Hinderungsgrund, tätig zu werden. Um die Verkehrssituation für die Autofahrer dort deutlicher zu signalisieren, sollen die von der Bürgerinitiative beantragten Hinweisschilder am Kreisverkehr aufgestellt werden.
Für die Freiwillige Feuerwehr berichtete Wehrleiter Günter Wiegershaus über die Einsätze des vergangenen Jahres und die Pläne für dieses und das kommende Jahr. 271 Einsätze hatten die ehrenamtlichen Helfer zu bewältigen. Darunter seien 171 Einsätze zur technischen Hilfeleistung gewesen. So rückte die Feuerwehr für in Not geratene, eingeschlossene Personen, für eingeklemmte Opfer von Verkehrsunfällen sowie zur Unterstützung von Rettungskräften bei der Personenbergung an. Während die Anzahl der Fehlalarme bei Brandmeldeanlagen zusehend geringer geworden seien, stiege durch die gestiegene Rauchmelderanzahl in privaten Haushalten naturgemäß hier die Anzahl Fehlalarme. Um der Sicherheit willen fahre man allerdings lieber ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig raus, sagte der erfahrene Feuerwehrmann und erinnerte an die lebensrettende Funktion der Geräte.
In diesem Jahr gälte es, den bestehenden Brandschutzbedarfsplan fortzuschreiben, sagte Günter Wiegershaus. Deshalb wolle man den neuen Plan im Laufe des Jahres aufstellen, um ihn im Folgejahr zur Entscheidung vorzulegen. Unter anderem müsse man die Raumsituation in Lüftelberg sowie die Ausstattung anpassen und ein Fahrzeug mit einer Drehleiter ausschreiben.
Günter Wiegershaus ist Wehrleiter der Freiwillligen Feuerwehr in Meckenheim. Foto: Petra Reuter
