Städtisches Gymnasium Rheinbach
Weihbischof Ansgar Puff zu Gast
Rheinbach. Ansgar Puff, Weihbischof im Erzbistum Köln, folgte der Einladung zweier Grundkurse der Jahrgangsstufe elf und besuchte die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Religionsunterrichts. Auf der Grundlage der im Unterricht behandelten Inhalte befragten die Schüler den Weihbischof zu verschiedenen Themen: Einerseits spielten persönliche Fragen wie die nach Hobbys, der Lebensform eines Bischofs und möglichen Zweifeln am Glauben eine Rolle. Andererseits ging es auch um grundsätzliche Positionen. „Wie kann die Kirche in Zukunft wieder attraktiver für Jugendliche werden?“ „Was hat der christliche Glaube der Gesellschaft noch zu sagen?“ „Wird sich die Kirche unter Papst Franziskus verändern?“ „Wie kann man trotz einiger Skandale in der Kirche immer noch das Gute sehen?“ Solche Fragen wurden von Weihbischof Puff kompetent, überzeugend und vor allem glaubwürdig beantwortet. So räumte er auf die Frage, wie er es sich erkläre, dass so wenige Jugendliche heute noch in die Kirche gingen, kurz und knapp ein: „Die Firma, das heißt die Kirche, hat Fehler gemacht.“
Aber auch der Weihbischof hatte einige Fragen mitgebracht, die er an die Jugendlichen richtete. „Was vermisst ihr an der Kirche?“ „Was versperrt euch den Weg in die Kirche und zum Glauben?“ „Was sind eure Fragen und Zweifel?“ Auf solche Fragen gaben die Schüler ernsthafte und nachdenklich stimmende Antworten. So merkten sie beispielsweise an, dass ihnen glaubwürdige Personen und Orte fehlen, sodass sie Gelegenheit haben, sich über den Glauben auszutauschen. Auch die Gottesdienste, in denen Jugendliche selten Gleichaltrige treffen, beschäftigten sich oft nicht mit den Fragen, die für Schüler im Augenblick aktuell sind. Nach dieser intensiven Diskussion zeigten sich die durchaus kritischen Schüler der Religionskurse positiv überrascht. „Ich glaube ihm aufs Wort das, was er sagt, denn er ist ganz anders als die Priester, die man so kennt“, erklärte eine Schülerin. So war für den Bischof, der erst nach zwei Stunden die Heimreise nach Köln antrat, und auch für die Schüler das Fazit des Vormittags eindeutig: ein lohnendes Gespräch für beide Seiten, kein Frage-Antwort-Spiel, sondern ein echter Dialog.
