Adventskonzert des Musikvereins Ransbach-Baumbach
Weihnachtliche Klänge zwischen Büsten, Skulpturen und Miniaturen
Das Konzert im Skulpturen- und Miniaturenmuseum begeisterte die Zuhörer – das Orchester trat in unterschiedlichen Formationen auf
Ransbach-Baumbach. Musik und Museum – nicht nur orthografisch passen beide Begriffe gut zueinander. Wie schön die Verschmelzung von beidem sein kann, zeigte sich beim Adventskonzert des Musikvereins Ransbach-Baumbach im Skulpturen- und Miniaturenmuseum von Peter Kaus.
Seit gut zwei Jahren ist Ransbach-Baumbach um eine Attraktion reicher: In der Sälzerstraße im Industriegebiet Rohr an der A3/Dernbacher Dreieck hat der Sammler Peter Kaus einige Tausend Figuren, Skulpturen, Plastiken und Miniaturen in ehemaligen Fabrikhallen ausgestellt. Dort gastierte jetzt zum bereits zweiten Mal der Musikverein Ransbach-Baumbach in verschiedenen Besetzungen und absolvierte dort unter der Leitung von Dirigent Marc Schaeferdiek ein weihnachtliches Programm.
Das große Orchester des Musikvereins machte den Auftakt. Zuvor hatten die Musiker die Besucher ihrer Veranstaltung mit Kaffee, Kuchen, Glühwein und anderen Getränken in den Museumshallen auf das Konzert eingestimmt. Im weiteren Verlauf formierten sich die unterschiedlichen Zusammensetzungen des Orchesters und brachten ihre Sonder-Interpretationen mit individuellen Zusammensetzungen zu Gehör. So zum Beispiel das „Schlagzeugduo“ des Musikvereins mit den Mitgliedern Cornelius Link und Lennart Peters. Als „Dixi-Swing-Quintett traten anschließend die Musiker Kathrin Winkens (Querflöte), Franziska Gelhard (Altsaxophon), Marion Mohr (Trompete), Ralf Schmidt (Posaune) und Thomas Weinmann (Tuba) auf.
Auch hier konnte man sich an der besonderen Wirkung des Klangs der weihnachtlich inspirierten Stücke inmitten der unendlich großen Ansammlung ästhetischer Kunstwerke erfreuen. Das „Trompetentrio“ Pascal Friedrich, Rebekka Friedrich und Marion Mohr reihte sich ein in die Folge der gut aufeinander abgestimmten Auftritte, genauso wie das Jugendorchester des Musikvereins. Der Nachwuchs durfte dann zum Abschluss gemeinsam mit dem großen Orchester das Schlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ intonieren. Mit dem im Programmheft abgedruckten Wortlaut des Liedes in der Hand, hatten die Besucher des Konzerts Gelegenheit zum Mitsingen.
Der 1900 gegründete Musikverein Ransbach ist ein 45-köpfiges symphonisches Blasorchester der musikalischen Oberstufe. Seit 1977 besteht eine Konzertgemeinschaft mit den Musikvereinen Ebernhahn, Siershahn und Helferskirchen. 2005, 2010 und 2015 veranstaltete der Musikverein Konzerte unter dem Motto „Ohrenkino, wenn das Trommelfell zur Leinwand wird“. Hierbei wurde Filmmusik vorgetragen und parallel dazu Ausschnitte des Films auf einer Großbildleinwand gezeigt.
Zum Konzert im Ransbach-Baumbacher Skulpturen- und Miniaturenmuseum hatte die Besucher zunächst Brigitte Dwyer, eine Mitarbeiterin von Museumsleiter Peter Kaus begrüßt. Der war bei der Anreise auf der Autobahn von widrigen Verkehrsverhältnissen quasi ausgebremst worden. Später wünschte er den Konzertbesuchern dann noch, dass die gehörte Musik und die gesehenen Kunstwerke als ein Gesamterlebnis ihre Seelen sehr tief berühren sollten.
Ob es dieser Aufforderung angesichts der Klangqualität des Orchesters und der Ästhetik der ausgestellten Kunstwerke überhaupt bedurft hätte, ist fraglich. Alle gespielten Stücke der Ransbach-Baumbacher Musiker wurden mit großem Applaus bedacht.
Ein Liebhaber von Kunst und Musik: Museumsinhaber Peter Kaus wünschte den Besuchern der Veranstaltung in seinem Haus ein „die Seele berührendes Erlebnis“.
