Pfarrgemeinde St. Jakobus Koblenz
Weihnachtsgruß der Alt-Katholiken an der Ahr
„Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in
seinen Händen hält.“
Region. Weihnachten ist ein christliches Fest. Darüber hinaus verbindet es mit vielen Menschen, die die Festtage auf ihre Weise feiern und die teilen, was in dem Gedicht von Rainer Maria Rilke anklingt: die Erfahrung der Zerbrechlichkeit des Lebens und seiner Endlichkeit, die Sehnsucht nach Geborgenheit und die Frage nach dem, was letztlich trägt.
Daran erinnert auch das Kind in der Krippe und weckt gleichzeitig Erinnerungen an unbeschwerte, sorglose Zeiten. Wer einmal ein Neugeborenes in den Armen gehalten hat, weiß um den tiefen Vorschuss an Vertrauen in das Leben. In diesen Tagen, Wochen und Monaten ist das Vertrauen ins Leben an vielen Stellen brüchig geworden. Im Gegenteil: Vieles kommt uns wie ein Halt auf freier Strecke vor. Und manche werden dabei haltlos. Christinnen und Christen vertrauen einer Kraft, die dieses Fallen unendlich sanft in ihren Händen hält. Es ist gerade auch der Blick auf das Kind, aus dem ein erwachsener Mann wird und der in seiner Haltung der Gewaltlosigkeit, der Solidarität und der Liebe die Mächte der Zerstörung am eigenen Leben erfahren hat. Christinnen und Christen sind begeistert von Jesus von Nazareth. Sie glauben, dass sich der unbegreifliche Gott in diesem Menschen begreiflich macht. Auch in unbegreiflichen Zeiten. Für sie ist das auch ein Anspruch. Es kann nicht von Gott gesprochen werden, ohne die Welt, die „anderen“, anzusprechen. Denn auch dies macht das Kind in der Krippe bewusst: das Angewiesensein auf andere. Auch wenn die Kirchen in diesem Jahr vielleicht leerer sind, auch wenn der Kreis der Lieben diesmal vielleicht kleiner ist, wünschen die Alt-Katholiken allen Menschen an der Seite, die etwas von ihrem Vertrauen in Gott und das Leben durchscheinen lassen - die nicht fallen lassen und zu ihnen halten.
