Die Heimersheimer feiern wieder mitten im Dorf
Weihnachtsmärktchen vom Feinsten
Abwechslungsreiches Musikprogramm begeisterte in der „alten“ Kirche
Heimersheim. Mit der Verlagerung des Weihnachtsmarktes vom Pfarrsaal an und in die Heimersheimer „alte“ Kirche ist den Veranstaltern ein Glücksgriff gelungen. Bis vor zwei Jahren lag die Veranstaltung in den Händen des Männergesangvereins. Dann setzte jedoch die Überalterung der Mitglieder eine Grenze. Der Karnevalsverein „Rund um die Landskron“ sprang in die Bresche und versuchte eine radikale Änderung, die hervorragend gelang. Die zögerlichen Anfänge aus dem Jahr zuvor wurden forsch angegangen und die Wünsche der Gäste beachtet.
Dominierend war der Imbissstand entlang des alten Teils der Kirche in der Johannisstraße. Zwischen Garnelen, gegrilltem Lachs, Bratwurst, frischen Waffeln und Crêpe konnten die Besucher auswählen, um den Hunger zu stillen. Dem Durst und der Kälte wurden mit Glühwein, Kinderpunsch, diversen anderen Getränken und Kaffee Paroli geboten. Auf der Straßenseite gegenüber trafen sich Alt und Jung an den Stehtischen unter den schützenden Pavillons. Der eigentliche Weihnachtsmarkt mit seinen vielfältigen Ständen, der von den Verantwortlichen als Weihnachtsmärktchen bezeichnet wird, findet im Innenraum des alten Kirchenteils statt. Dies ist ein Ort, den man mit Respekt betritt und der trotz Renovierungsspuren eine Atmosphäre verbreitet, die sonst nirgends zu finden ist.
Das Angebot der Standbetreiber war vielfältig und ließ keine Wünsche offen. Es gab nur Handgemachtes von Spekulatius, der immer frisch aus dem Westtorbackes nachgefüllt wurde, über verschiedene Konfitüren und Genähtes bis zu den schönsten Gestecken und Weihnachtdekorationen. Der Renner waren die Wichtelpäckchen, deren Inhalt so was von geheim war. Die 3 Euro, die ein Päckchen kostete, sind eine Finanzspritze für den Kinderkarneval.
Dank der guten Akustik im Kirchenschiff war es ein Genuss, den Musikbeiträgen aus dem ehemaligen Altarraum zu lauschen. Das Programm bot sehr viel Abwechslung. Samstagabend trugen zum Beispiel das Gesangsduo Claudia Krahe und Detlef Schäfer Weihnachtslieder aus aller Welt vor und Sonntag war der große Auftritt der Cäcilienchöre St. Mauritius Heimersheim. Das sind der Männerchor, der Frauenchor und der gemischte Chor, alle unter der Leitung von Diplomchorleiterin Ekaterina Londarenko.
Sie boten ein Repertoire an Weihnachtslieder von alten, bekannten Stücken bis lockig-flockig zum Mitsingen und Klatschen. Spielte zu Beginn am Sonntag die J.S. Band, so schloss die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler mit ihrem Weihnachtskonzert die Reihe der musikalischen Beiträge.
Natürlich kam an beiden Tagen der Nikolaus mit kleinen Geschenken vorbei und selbstverständlich erfreuten die Kindergartenkinder die Eltern und alle, die anwesend waren, mit einem kleinen Krippenspiel und sangen aus voller Kehle Weihnachtslieder. Selbst der „neue“ Teil der Kirche war zeitweise in die Veranstaltung mit einbezogen. Nach der Messe stellte Gisbert Stenz die Kirchenorgel bis ins kleinste Detail vor. Somit war es ein rundum gelungenes Fest mitten im Dorf.
Manfred Rothe von der Karnevalsgesellschaft, bei dem die Fäden zusammen liefen, war mehr als zufrieden mit dem Ablauf an den beiden Tage. Den Gästen war die Freude an der Gemeinsamkeit und der Möglichkeit, wie in alten Zeiten zusammenzustehen, zu spüren und anzusehen. Auch, dass die alte Kirche offen stand, die bis zum vorigen Jahr sozusagen tabu war. Gerne sähen es die Heimersheimer, wenn dort hin und wieder Konzerte oder ähnliche Events stattfinden würden.
Auch die Musikvereinigunng Bad Neuenahr-Ahrweiler trug zur festlichen Atmosphäre bei.
