Peter und Erika Wölwer aus Bell starten ihren 89. Hilfstransport nach Bosnien Herzegowina
Weihnachtspäckchen auf dem Weg nach Mostar
Bell. Peter Wölwer aus Bell startet am Mittwoch, 15. November, um 4 Uhr morgens zum 89. Mal im Rahmen der 1993 von Wolfgang Schlich ins Leben gerufenen „Kroatienhilfe Bell“ einen Hilfstransport, der ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika nach Mostar in Bosnien-Herzegowina führen wird. Die Hilfsgüter sind für die Caritas-Zentrale in Mostar bestimmt, die sich unter anderem um ein großes Pflegeheim kümmert, in dem extrem pflegebedürftige Kinder und Erwachsene sowohl stationär als auch ambulant betreut werden, wobei die ambulanten Patienten im Rahmen ihrer Möglichkeit in der hauseigenen Behindertenwerkstatt arbeiten. Außerdem leitet die Caritas in Mostar einen Ganztags-Kindergarten, in dem 300 Kinder von Caritas-Schwestern, ehrenamtlichen Helfern und fest angestellten Erzieherinnen betreut werden. Auch wenn die Situation sich auf den ersten Blick in den Dörfern und Städten verbessert hat, ist die Lage immer noch ernst. „Es ist wirklich bewunderungswert, dass die Menschen dort alles tun, um ihr Elend vor Ort in den Griff zu bekommen“, so Peter Wölwer im Gespräch mit Blick aktuell. Während die Kinder sich über Spielsachen ebenso wie über warme Kleidung freuen können, werden weitere Kleiderspenden vom Lager der Caritas je nach Bedürftigkeit an die umliegenden Pfarreien aller Konfessionen verteilt, was wiederum dem Grundgedanken der Aktion von Peter Wölwer entspricht, welcher lautet: „Hilfslieferungen sind bestimmt für Hilfebedürftige - egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion!“
Die Weihnachtspäckchen-Aktion
Ein Highlight dieser vorbildlichen Hilfsaktion ist auch in diesem Jahr wieder die von Stephanie Daub, Nadine Soetebier und Peter Wölwer nunmehr zum sechsten Mal organisierte Weihnachtspäckchen-Aktion, die dem Kindergarten in Mostar zu Gute kommen wird. In einem Rundschreiben, das sie bereits an viele Haushalte verteilt haben, schreiben sie: „Gepackt werden dürfen alle Dinge, über die auch unsere Kinder sich freuen würden. So zum Beispiel: verpackte Süßigkeiten, Schreibutensilien, Buntstifte, Kinderhygiene-Artikel oder Spielsachen für Jungen und/oder Mädchen. Die weihnachtlich verpackten Kartons können bis Sonntag, 12. November, bei Stephanie Daub, In den Forstwiesen 13, Nadine Soetebier, Im Engwinkel 33 oder bei Peter Wölwer, Forstbergstraße 4 abgegeben werden. Bei Fragen stehen Stephanie Daub Tel. (0 26 52) 52 06 08 und Nadine Soetebier Tel. (0 26 52) 93 61 42 Rede und Antwort.
Ebenso wie im vergangenen Jahr stellt die Beller Firma Wierlemann wieder kostenlos ein vollgetanktes Transportfahrzeug (Transit) zur Verfügung. Einen Anhänger, der bis zur Abreise wahrscheinlich ebenfalls bis zum Dach vollgepackt sein wird, erhalten Peter und Erika Wölwer von Erika Schmitz aus Mendig. Zurzeit stehen in dem Gartenhäuschen der Wölwers schon zahlreiche Spenden von Privatpersonen, Sanitätshäusern und der Caritas, wie zum Beispiel Gehhilfen, Kleidung oder Pflegebetten, die vom Marienstift in Obermendig ausgesondert wurden, aber immer noch tipp top in Ordnung sind. Während inzwischen Sachspenden in Hülle und Fülle abgegeben wurden, würde die Beller Kroatienhilfe sich ganz besonders über finanzielle Spenden freuen, da vor Ort nicht nur frische Lebensmittel eingekauft werden, sondern mitunter Neuanschaffung nötig sind, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr ein dringend benötigter Backofen für das Kinderheim. Außerdem werden an reinen Fahrtkosten (Benzin, Maut, etc.) für jeden Transport von Bell nach Bosnien-Herzegowina und zurück circa 700 Euro benötigt.
Die nächsten Schritte
In Kürze wird Peter Wölwer eine Ladeliste und eine sogenannte „Schenkungsurkunde“ ausfüllen und an den Caritas-Direktor Ante Komadina in Mostar mailen. Nachdem die Unterlagen von der dortigen Regierung genehmigt und mit einem Stempel versehen wurden, dürfen die Hilfsgüter die Grenze passieren. Außerdem benötigt Wölwer ein Ausfuhr-Begleitdokument mit einer sogenannten „EORI“-Nummer, die beim Zoll registriert ist, damit er die Grenze von Kroatien nach Bosnien problemlos passieren kann. Am Mittwoch, 15. November, fahren die Eheleute Wölwer zunächst 1.050 Kilometer von Bell nach Zagreb, wo sie bei guten Freunden übernachten. Am nächsten Tag müssen sie dann noch eine Strecke von 550 Kilometern bis Mostar zurücklegen, wo sie bereits von dem Direktor der Caritas, Ante Komadina, erwartet werden. Damit sie nach ihrer Rückkehr zu Hause keine bösen Überraschungen erleben, haben sich während ihrer Abwesenheit gute Freunde in ihrem Beller Haus eingemietet.
Spendenkonto:
Peter Wölwer, KSK Mayen, IBAN: DE98 576 500 100 198 2653 32, Betr.: Kroatienhilfe Bell
FRE
V.re.n.li.: Peter Wölwer, Stephanie Daub und Erika Wölwer in dem bereits bis unters Dach vollgepackten Gartenhäuschen. Foto: FRE
