Allgemeine Berichte | 22.03.2018, 09:51 Uhr

Klimawandel bringt globalen Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht

Weltwassertag 2018: „Nature for Water“

Symbolbild. Foto: Minodor / Pixabay
172

Zum 25. Mal rufen die Vereinten Nationen den Weltwassertag aus. Das diesjährige Motto „Nature for Water“ ist ein Appell, Wassermangel, Wasserverschmutzung und Überschwemmungen mit natürlichen Lösungen zu begegnen.

Berlin. Durch den Klimawandel droht bis 2030 eine gefährliche Verschärfung der weltweiten Wasserkrise - vor allem im Zusammenspiel mit dem zu erwartenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern. Davor warnt die Naturschutzorganisation WWF angesichts des Weltwassertags am 22. März. „Die Wasserkrise ist zwar bekannt, aber immer noch ein blinder Fleck beim Klimaschutz“, kritisiert Philipp Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland. „Dürren, Fluten oder die Versalzung von Wasservorkommen - der Klimawandel bringt den Wasserhaushalt der Erde aus dem Gleichgewicht. Doch die Anpassung an diese Veränderungen spielt in den Plänen der Staatengemeinschaft bisher nur eine untergeordnete Rolle.“ Betroffen sind laut dem Experten vor allem Regionen in Afrika, dem Nahen Osten, Nordchina oder auf dem indischen Subkontinent. In vielen dieser Gebiete werden die Wasserressourcen schon heute übernutzt.

„In den vergangenen 100 Jahren sind weltweit mehr als 50 Prozent der Feuchtgebiete verschwunden. Diese Ökosystem sind nicht nur Heimat für bedrohte Tiere und Pflanzen, sondern stellen auch dem Menschen sauberes Trinkwasser zur Verfügung“, so Wagnitz. Der WWF fordert dahe, die globale Fläche der geschützten Feuchtgebiete bis 2030 zu verdoppeln. Derzeit fallen rund 220 Mio. Hektar unter die RAMSAR-Konvention zum Schutz von Mooren, Auwäldern oder Flüssen. „Wer Trinkwasser, saubere Energie und genug Essen für alle Menschen will, muss die Wasserkrise im Angesicht des Klimawandels lösen. Wasser sparen allein wird dieser globalen Herausforderung allerdings nicht gerecht. Entscheidend ist, die natürlichen Grenzen von Wassereinzugsgebieten anzuerkennen und sie nicht auszubeuten.“ Auch in Deutschland und Europa könnte laut WWF „Ungemach drohen“. Die europäische Wasserrahmenrichtline, die Flüsse, Seen und unser Grundwasser schützen soll, steht aktuell auf dem Prüfstand der EU-Kommission. Derzeit werden für 92% der deutschen Fließgewässer die Ziele der Richtlinie nicht erfüllt. Der WWF warnt davor, daraus den Schluss zu ziehen, die Vorgaben aufzuweichen. „Finger weg von der Wasserrahmenrichtlinie“, das ist die eindeutige Botschaft des WWF. Statt einer Überarbeitung brauche es mehr Geld, mehr Personal und den politischen Willen, um die praktische Umsetzung vor Ort angemessen durchzusetzen und auf Verstöße etwa durch Industrie oder Landwirtschaft zu reagieren.

Zahlen und Fakten rund ums Wasser

Obwohl unser Planet zu mehr als 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist, wird Wasser für eine wachsende Weltbevölkerung zunehmend ein knappes Gut. Denn gerade mal drei Prozent sind trinkbares Süßwasser, und wiederum nur ein Drittel davon ist für die menschliche Nutzung erreichbar.

Auf der Erde leben derzeit ca. 7,5 Milliarden Menschen in rund 30 Jahren werden es 10 Milliarden sein. Das globale Bevölkerungswachstum ist einer der Haupttreiber von Wasserknappheit, denn je mehr Menschen auf der Welt leben, desto mehr Wasser wird für die Gesellschaft und zur Herstellung unserer Konsumgüter benötigt. Dabei geht es neben dem direkten Verbrauch im Haushalt (ca. 120 Liter pro Person pro Tag in Deutschland) vor allem um den indirekten Verbrauch durch den Konsum (z.B. Lebensmittel oder Kleidung) und Dienstleistungen. Dieser indirekte Wasserbedarf ist in Deutschland mit knapp 5200 Litern pro Person und Tag um mehr als das 40fache größer als der direkte Verbrauch.

Weltweit haben heute 89 Prozent der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nach der Definition von WHO bedeutet das: Wasser, das nicht verunreinigt und jederzeit verfügbar ist.

Trinkwasser allein reicht noch nicht: Menschen brauchen auch Zugang zu Toiletten und sanitären Einrichtung. Hier ist die Quote deutlich geringer. Nur 68 Prozent der Weltbevölkerung hat heute Zugang zu einer sanitären Einrichtung, die den Vorstellungen der UN entspricht.

Interaktive Weltkarte zur Wasserkrise >> http://panda.maps.arcgis.com/apps/webappviewer/index.html

Pressemitteilung WWF Deutschland

Weltwassertag 2018: „Nature for Water“

Symbolbild. Foto: Minodor / Pixabay

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Regionales aus Ihrem Hofladen
Premium Titel - Premium Titel - Bestellung Nr.: 0033096546
Heimat aktiv erleben AW
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
In ihrer Sitzung entschied die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Westerwald über förderwürdige Projekte zur Regionalentwicklung.
66

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Westerwald hat in ihrer sechsten Sitzung der laufenden Förderperiode Landrat Klaus Lütkefedder zum neuen Vorsitzenden gewählt, nachdem Markus Hof den Vorsitz vorübergehend übernommen hatte. In dieser Sitzung beschloss die LAG die finanzielle Unterstützung von insgesamt acht regionalen Projekten mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Luna Kahlenbach nahm ihren Preis aus den Händen von Bürgermeister Peter Jung entgegen. Auch Bibliotheksleiter Volker Trümper und Anna Lenz gratulierten der Gewinnerin.
69

Für Luna Kahlenbach hielt der diesjährige Lesesommer eine besondere Überraschung bereit: Bei der landesweiten Verlosung sicherte sie sich den vierten Preis. Neuwieds Bürgermeister Peter Jung überreichte der jungen Gewinnerin nun gemeinsam mit Bibliotheksleiter Volker Trümper und dessen Stellvertreterin Anna Lenz den Gewinn in der Neuwieder Stadtbibliothek. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Traumpfädchen „Langscheider Wacholderblik“.
32

. In der Vordereifel wurden die beiden Traumpfädchen „Langscheider Wacholderblick“ und „Virneburger Burgblicke“ erneut als Premium-Spazierwanderwege ausgezeichnet. Diese erneute Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut e.V. bestätigt die hohe Qualität der Wege und würdigt das Engagement der örtlichen Wegepaten sowie der beiden Ortsgemeinden. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Christuskirche vor der Sanierung
909

Christuskirche. Der Förderverein Christuskirche lädt seine Mitglieder zur bereits angekündigten außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Sie findet am 13. November um 18 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche statt. Der Vorstand bitte um zahlreiches Erscheinen, es geht nur um einen Tagesordnungspunkt von erheblicher Bedeutung: Die Auflösung des Vereins. Auf der letzten Jahreshauptversammlung kündigten...

Von Helmut Freise aus Andernach

Weiterlesen

Der Ahrpegel in Bad Bodendorf
1173

Bad Bodendorf. Der Ahrpegel Nr.8 am Sportplatz in Bad Bodendorf ist der letzte auf dem Weg der Ahr zur Mündung in den Rhein bei Kripp. Er wurde nach der Flut 2021 technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die wechselnden Wasserstände (z.Zt 53cm) kann man jederzeit aktuell im INTERNET ansehen.Man sieht je nach Witterung interessante Verlaufsprofile.

Von Michael Zahrobsky aus Sinzig

Weiterlesen

Thomas Hille führte die Teilnehmenden fachkundig ins intuitive Bogenschießen ein,
411

Bei herrlichem Herbstwetter stand am Samstag, 24. Oktober, im Sportpark „Am Querweg“ eine etwas andere Sportart im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem erfahrenen Bogenschützen Thomas Hille hatte der SV Kripp zu einem Schnuppertag im intuitiven Bogenschießen eingeladen. Insgesamt 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Pfeil und Bogen zu sammeln und eine faszinierende Sportart kennenzulernen.

Von Sportverein 1946 Kripp e.V. aus Remagen

Weiterlesen