Lateinkurs entdeckt Rom
Wenn Latein lebendig wird- Studienreise des Goethe Gymnasiums nach Rom
aus Bad Ems
Sieben Abiturientinnen und Abiturienten des Goethe Gymnasiums Bad Ems reisten nach Rom, um Lateinunterricht vor Ort zu erleben. Die Studienfahrt führte zu antiken Stätten und christlichen Kulturgütern und machte Literatur und Geschichte greifbar.
Bad Ems. Während andere nach den schriftlichen Abiturprüfungen erst einmal durchatmen, starteten sieben Abiturientinnen und Abiturienten des Lateinleistungs- und grundkurses der MSS 13 zu einer besonderen Studienreise: Ihr Ziel war Rom – ein Ort, an dem Unterrichtsinhalte greifbar und lebendig werden.
Gemeinsam mit ihrer Fachlehrerin Martina Rheinspitz sowie zwei engagierten Begleitpersonen aus der Elternschaft, Mandy Dämgen und Kathrin Jahne, machte sich die Gruppe per Bahn auf den Weg in die italienische Hauptstadt. Die rund 24-stündige Anreise wurde dabei bereits zum ersten intensiven Gemeinschaftserlebnis. In Rom angekommen, begann unmittelbar ein dichtes kulturelles Programm, das die antike und christliche Geschichte der Stadt in den Mittelpunkt stellte.
Ein besonderer Moment erwartete die Schülerinnen und Schüler in den Vatikanischen Museen. Dort standen sie plötzlich vor der berühmten Laokoon-Gruppe – einer Skulptur, die sie bislang nur aus der Vergil-Lektüre kannten. Literaturunterricht wurde hier zur unmittelbaren Erfahrung. Auch die Katakomben von San Sebastiano hinterließen bleibende Eindrücke. Über die historische Via Appia Antica erreichte die Gruppe die unterirdischen Grabanlagen, in denen die Welt der frühen Christen spürbar wurde.
Beeindruckende Erlebnisse an antiken und christlichen Stätten Roms
Im Petersdom erlebten die Teilnehmenden während eines Gottesdienstes eine eindrucksvolle Atmosphäre aus Gesang, Orgelklängen und monumentaler Architektur. Einige nutzten zudem die Gelegenheit, die Kuppel zu besteigen und wurden mit einem weiten Blick über die Dächer Roms belohnt.
Am folgenden Tag standen mit Pantheon, Forum Romanum und Kolosseum zentrale Schauplätze der Antike auf dem Programm. Gerade hier zeigte sich, wie aktuell kulturelle Bildung sein kann: Die im Unterricht behandelten Gedanken des Philosophen Seneca über das Verhalten des Einzelnen in der Masse gewannen angesichts der Geschichte der Gladiatorenspiele neue Bedeutung.
Verbindung von Kunst, Literatur und Geschichte in der Kulturmetropole
Weitere kulturelle Höhepunkte boten barocke Plätze wie die Piazza Navona sowie die Galleria Borghese. Berninis Skulptur „Apoll und Daphne“ ließ eine Szene aus Ovids „Metamorphosen“, die zuvor im Unterricht analysiert worden war, eindrucksvoll vor Augen treten. Neben dem intensiven Programm blieb Zeit, Rom eigenständig zu entdecken und die letzten Wochen der gemeinsamen Schulzeit bewusst zu genießen.
Die Studienreise machte deutlich, wie nachhaltig Lernen wirkt, wenn historische Orte, Kunstwerke und literarische Texte miteinander in Beziehung treten. Für die Abiturientinnen und Abiturienten wurde Rom so zu einem lebendigen Lernort – und zu einem unvergesslichen Abschluss ihrer Schulzeit.
