Allgemeine Berichte | 11.11.2024

Musical Full House des Linzer Martinus Gymnasiums spielte dreimal vor vollem Haus

Wenn Noten Leben eingehaucht wird

Bühne voller Nachwuchskünstler, volle Stadthalle in Linz – In jeder Hinsicht Full House. Der Name des neuen Musicals des Martinus Gymnasiums Linz traf es in jeder Hinsicht auf den Punkt.  Fotos: AWi

Linz. Mit Blick fürs Detail selbst gebaute Bühnenbilder, in denen 20 hoch engagierte Darsteller und Darstellerinnen unter Begleitung der tollen, 17-köpfigen Schul-Big-Band eine schöne, unterhaltsame Musical-Story aus Drama, ein wenig Liebe aber auch Spaß mit 21 Pop-, Rock- und Musicalsongs mit dem Titel Full House dreimal vor vollem Haus in der Linzer Stadthalle präsentierten. So lässt sich das 8. Musical, das Arbeitsgemeinschaft-Leiter Tobias Lehman mit seinem Schülerteam an drei Tagen im November vorführte, in einem langen Satz zusammenfassen. Nicht zu vergessen das fünfköpfige Stageteam, das die Bühnenumbauten während der Vorstellung erledigte und die Foto- und Videodokumentationsgruppe, die die Aufzeichnung der Vorstellungen übernahm. Natürlich ist das Stück, seine Handlung, auch selbst geschrieben. Das Martinus-Gymnasium ein Full House an Kreativität.

Was will eine internationale Café-Kette in Linz am Rhein?

„Wir sind hier in Linz, in Linz am Rhein. Was will ein Starbucks-Café hier?“, war nur einer der textlich- augenzwinkernden Seitenhiebe auf die beschauliche Fachwerk-Urbanität der bunten Stadt am Rhein, in der die Handlung des Musicals angelegt war. Ein Antiquitätenladen, der mit viel Liebe, aber wirtschaftlich begrenztem Erfolg betrieben wird, ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Ihn in seinem Bestand zu retten, darum ging es in dem Stück. Full House gab es eher nicht wegen hohem Kundenandrang im Antiquitätenhandel, sondern weil ein Student aus reichem Hause die Wohngemeinschaft im Obergeschoss des Ladens unter anderem auch mit Party und Gästen füllt und etwas polarisiert. Aber seine Miete ist gleichzeitig unentbehrlich für die Ladeninhaberin. Es braucht schmissige, rockige Texte und Stücke mit gut abgestimmter Tanzchoreographie, bis nach Wendungen und Verstrickungen, Partys und Schicksalen die Geschichte und Charaktere zu einem Happy-End zusammenfinden. Knapp drei Stunden fast schon professionelle Unterhaltung boten die Schüler und Schülerinnen, von denen etliche wiederholt, aber auch in diesem Jahr letztmalig dabei waren, weil sie nach dem Abitur die Schule verlassen werden.

Vor 10 Jahren fing es an

Insgesamt rund 800 Gäste, schätzt Tobias Lehmann im Gespräch mit Blick aktuell, haben das Stück in den insgesamt drei Vorstellungen gesehen. Es war das 8. Stück, das in 10 Jahren aufgeführt wurde – ausgesetzt wurde nur in der Corona-Zeit. 10 Jahre, so lange ist Lehmann an der Schule. „An der Schule gab es damals eine Musical-AG (Arbeitsgemeinschaft red.), die aus einer Theater-AG hervorgegangen ist. Das war von den damaligen Schülern selbstorganisiert. Als es dann Probleme gab, Aktive zu finden, haben sich die Schüler an mich gewandt“, berichtet Lehmann. Dann habe sich das alles verselbständigt, zu dem, was es heute ist. Mitmachen dürfen alle, die ins Team passen, auch ehemalige Schüler und Schülerinnen unterstützen bei Planung und Durchführung des Musical-Konzeptes.

An vollen Vorstellungen auch in 2025 wird gearbeitet

Das jährliche Musical, für das immer rund ein Jahr Vorbereitung benötigt wird, ist öffentlichkeitswirksames Aushängeschild der Schule. Die Frage, wie das denn die Lehrer der nicht musikaffinen Fächer sehen, findet Lehmann „sehr interessant“. Aber er erhalte große Unterstützung von der Schulleitung und des gesamten Kollegiums. Und es würde natürlich auch alles so geplant und organisiert, dass keine „notenrelevanten Unterrichte und Inhalte“ leiden. Eine Woche der beiden Herbstferienwochen würde zum Beispiel immer zum Proben genutzt. Engagement also nicht nur auf der Bühne beim Singen und Tanzen, auch in der Freizeit. Das merkt man den Vorstellungen an.

Ob es schon eine Idee zum Musical des nächsten Jahres gibt? Tobias Lehmann sagt hörbar lächelnd, dass er eine Grundidee habe, aber die werde er auch wieder mit der Musical-AG gemeinsam entwickeln und ausarbeiten. Es stünde also noch gar nichts fest. Aber dass nach dem Musical Full House dieses Jahres am nächsten Programm und vollem Haus auch in 2025 gearbeitet wird, davon ist auszugehen.

Mit viel Herz begeisterten die Schüler das Publikum.

Mit viel Herz begeisterten die Schüler das Publikum.

Tanz, Gesang, Schauspiel und die Musik der Schul-Big Band: All das wurde dem Musical-Publikum geboten.

Tanz, Gesang, Schauspiel und die Musik der Schul-Big Band: All das wurde dem Musical-Publikum geboten.

Bühne voller Nachwuchskünstler, volle Stadthalle in Linz – In jeder Hinsicht Full House. Der Name des neuen Musicals des Martinus Gymnasiums Linz traf es in jeder Hinsicht auf den Punkt. Fotos: AWi

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