Allgemeine Berichte | 05.04.2016

Wochenendseminar im August für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

„Wenn aus Liebe Leben werden möchte“

Pfarrer Markus Bomhard.privat

Rhein-Lahn. „Wenn aus Liebe Leben werden möchte“ ist ein Seminar überschrieben, das das evangelische Dekanat Nassauer Land Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch anbietet. Genaue Statistiken über die Anzahl Betroffener gibt es nicht. Fest steht: Das Warten auf die Schwangerschaft wird oft zur seelischen Belastung und zur Zerreißprobe für die Partnerschaft, weiß Pfarrer Markus Bomhard aus seiner seelsorgerischen Arbeit. Er hat das Seminar entwickelt und wird es leiten. „Die meisten Frauen und Männer sind nicht darauf vorbereitet, dass die ersehnte Schwangerschaft auf sich warten lässt“, erzählt der evangelische Pfarrer aus Braubach. „Je länger die ungewollte Kinderlosigkeit dauert, desto mehr bestimmt das Warten aufs Wunschkind den Alltag und wird nicht selten zur seelischen Belastung.“ Schätzungsweise jedes fünfte Paar warte in Deutschland derzeit vergeblich auf die Schwangerschaft. „Und das gilt sogar für Eltern, die bereits ein Kind haben und sich ein weiteres wünschen“, so Bomhard. Die Wissenschaft gehe derzeit von rund 1,4 Millionen Deutschen aus, die ungewollt kinderlos sind. Bomhard: „Die scheinbar normalste Sache der Welt, sich fortzupflanzen, wird für sie zum Problem“.

Ein Tabuthema

Zeitgleich werde das Thema oft tabuisiert. „Ich erlebe es zunehmend in Traugesprächen, dass Paare, wenn sie auf die gemeinsamen Zukunftswünsche zu sprechen kommen, plötzlich traurig werden und von ihrem bisher vergeblichen Wunsch erzählen, Eltern zu werden. Auf meine Frage, wer davon weiß und in Familie und Freundeskreis unterstützen kann, wird oft gesagt, dass man mit niemandem darüber sprechen könne, ohne schnell vertröstet zu werden, nach dem Motto: Das wird schon noch.“ Betroffene erzählten von einem Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Monat für Monat. „Viele kämpfen mit Selbstzweifeln, Scham und Schuldgefühlen. Und dann kommen noch die Erwartungen der potentiellen Großeltern hinzu, man möge sich doch einmal mehr darum bemühen“, weiß Bomhard von eher belastenden Ratschlägen: „Gerade bei einer Trauung treffen die vielen gut gemeinten Wünsche zur Familiengründung oft auf tiefe Verletzungen“.

Wer zudem noch christlich irgendwie verwurzelt sei, bei dem könne das Gefühl hinzukommen, von Gott verlassen worden zu sein, so Bomhard. „In der Bibel werden ja oft Fruchtbarkeit und Kinder als Segen von Gott genannt. Wenn nun die erhofften Kinder ausbleiben, so bedeutet es für manche eben auch das Ausbleiben von Gottes genereller Lebenszusage.“ Eine Frage, die oft in Gesprächen fällt, sei: „Warum nicht auch für uns? Haben wir irgendetwas falsch gemacht?“

Eine Zerreißprobe für die Beziehung

Bomhard berichtet, dass zunehmend auch Taufeltern von ihrem langen und oft leidvollen Weg berichten, bis sich über langwierige und kostenintensive medizinische Unterstützung endlich das erwartete Kind einstellt. Neben all diesen Aspekten bedeute der unerfüllte Kinderwunsch meist eine Zerreißprobe für die Beziehung. Der Druck auf die Partnerschaft von innen und außen, der stetig zunimmt, führe nicht nur an die persönliche Grenze und die des geliebten Gegenübers, sondern grundsätzlich zur Frage: „Lieben wir uns genug, um dem Stand halten zu können?“

Trau- und Taufgespräche böten zuweilen einen geschützten Rahmen, um endlich über das schmerzhafte Thema zu sprechen und sich jemandem anzuvertrauen, weiß Bomhard. Gerade die Tabuisierung könne dazu führen, dass sich Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch zurückziehen, aus Unsicherheit und Angst vor den so genannten „gut gemeinten“ Ratschlägen. „Darum ist es der Auftrag der Kirche, eindeutig etwas dazu zu sagen und Menschen mit ihrem Kinderwunsch zu begleiten.“

Seminar entwickelt

Aus seinen Erfahrungen hat Bomhard ein Wochenendseminar entwickelt, das sechs Paaren die Möglichkeit geben soll, sich mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch neu auseinander zu setzen und zu schauen, wie sie die Liebe, von der sie ursprünglich aus gestartet waren, (neu) auf ein mögliches Kind ausrichten. Gemeinsam mit anderen hoffenden Paaren wird nach Ressourcen gesucht, die die Hoffnung auf ein Kind unterstützen.

Das Seminar soll jedoch kein Ersatz für eine Paar-Therapie oder medizinische Beratung sein, betont Bomhard. „Es ist vielmehr gedacht als ein Mut machendes Selbsterfahrungsseminar auf einem neuen gemeinsamen Weg als Liebespaar hin zum gemeinsamen Kind.“ Das Seminar wird von der Erwachsenenbildung des Evangelischen Dekanates Nassauer Land vom 26. bis 28. August im Christlichen Gästezentrum im Westerwald in Rehe angeboten. Anmeldeschluss ist der 15. Juni. Es ist auch für Paare offen, die nicht der evangelischen Konfession angehören. Mehr Infos im Internet unter www.gestalt-raeume.de/liebe-wird-leben/ Hierrüber kann auch die Anmeldung erfolgen. Infos unter Tel. (0 26 27) 97 17 19.

Pfarrer Markus Bomhard. Foto: privat

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