Karl Schneider aus Bell über eine längst vergessene Einrichtung im Laacher See
Wer kennt sie noch?
Maria Laach. Die ehemalige Badeanstalt im Laacher See ca. 50 Meter links neben der heutigen Bootsanlegestelle entfernt gelegen. Es leben nur noch wenige Leute, die diese Einrichtung aktiv genutzt haben.
Das Kloster Maria Laach als Planer und Bauherr erstellte seinerzeit je ein Becken für Frauen und eines für Männer. Da ich noch nicht schulpflichtig war, durfte ich zusammen mit meiner Schwester bei den Frauen das glasklare Seewasser genießen.
Die gesamte Anlage war ganz aus Holz gefertigt. Sie war für unsere damals ärmliche Eifelregion ein Glanzpunkt. Die Becken waren mit senkrechten Eisenstäben gegen den See abgetrennt. Man nutzte den kalten Winter 1929 um die Standpfähle durch in das Eis gebohrte Löcher in den Seeboden zu rammen. Der See war in diesem Winter ca. 40 cm zugefroren.
Ein Höhepunkt beim Baden war es, wenn einem ein Fisch beim Schwimmen ganz nah kam.
Leider wurde die gesamte Anlage kurz nach dem Krieg komplett abgebaut. Unsere Heimat war damit um einen Pluspunkt ärmer geworden.
Karl Schneider
Im Winter 1929 wurden die Pfähle in den Boden des Sees gerammt.
