Allgemeine Berichte | 09.03.2016

Schweigen für den Frieden in Zell

„Wer miteinander schweigen kann, hat sich etwas mitzuteilen“

Schweigen für den Frieden will Menschen verbinden und niemanden ausgrenzen.  Veronika Rass, Pastoralreferentin im Dekanat Cochem

Cochem-Zell. Die Einladung zum Schweigen für den Frieden am 26. Februar in Zell Barl bei Globus wurde von vielen Menschen wahrgenommen. Blieben doch während des Tages viele am Stopper „Schweigen für den Frieden“ stehen, informierten sich und folgten spontan dem Aufruf, indem sie in zwei, drei Minuten der Stille ihrer Sehnsucht nach Frieden Ausdruck verliehen. Jugendliche fragten konkret nach: „Was machen Sie da? Was bedeutet das: Schweigen für den Frieden?“

Anita Emmel, Heilerin und Autorin aus Kappel und eine der Initiatorinnen der Initiative, gab zu Beginn des Schweigens den TeilnehmerInnen, die aus Blankenrath, Büchenbeuren, Kaimt, Zell und Cochem den Weg zum Barl gefunden hatten, auf diese Frage eine Antwort: „Wir halten inne und richten uns neu aus auf dem Weg des Friedens. Wir halten inne, um Gott und die Welt neu wahrzunehmen. Wir halten inne und öffnen uns für die Gegenwart Gottes. Wir halten inne und verbinden uns mit allen Menschen guten Willens. Wir halten inne und lassen unser Herz sich öffnen für mehr Mitgefühl und Nächstenliebe. Wir halten inne, um uns darin bestärken zu lassen das Gute zu tun.“

Der Liedruf „Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr, suche den Frieden“ eröffnete das Schweigen der Versammelten im öffentlichen Raum unter freiem Himmel, darunter Ordensleute wie Pater Matthias Brenken, Karmel Springiersbach; aber auch Agnostiker und Atheisten folgten der Einladung.

Unabhängig von Religionszugehörigkeit und Weltanschauung, die Sehnsucht nach Frieden in den Herzen der Menschen ist groß in dieser Zeit. Die Einladung zum Schweigen für den Frieden will Menschen vernetzen und verbinden und niemanden ausgrenzen.

Auch Flüchtlinge haben sich bereits am „Schweigen für den Frieden“ beteiligt und den Aufruf in viele Sprachen übersetzt.

„Der je andere darf seinen Ort bei uns finden, aus welcher Kultur oder Religion er auch immer stammt. Wer Fremdenfreundlichkeit lebt, will nicht herrschen und beherrschen, will nicht bekehren und missionieren. Freilich gilt aber auch: nur auf dem Hintergrund einer starken eigenen kulturellen Kontur sowie einer klaren religiösen Identität braucht man Fremden gegenüber keine Profilierungssorgen zu haben. Dies bedeutet für uns: mit Gottvertrauen den Aufbruch aus dem Sicheren und Vertrauten unserer Geschichte und Traditionen zu wagen und sich Flüchtlingen zu stellen, aber so, dass dies allem Riskanten zum Trotz zum Segen für uns werden kann.“ Quelle: Refugees welcome. Michael Gmelch, Würzburg 2016, Seite 71.

Wer miteinander Schweigen kann, hat sich auch etwas zu sagen: bei einer Tasse Kaffee im gastfreundlichen Globus-Restaurant kam man miteinander ins Gespräch über Gott und die Welt. Einer der Teilnehmer, der keiner Glaubensgemeinschaft angehört, schreibt uns Christen ins Buch: „Die Kirche hat eine bedeutende Rolle in ihrer Botschaft und in der weltweiten Vernetzung. Sie sollte die Botschaft des Friedens stärker in die Welt tragen!“

Das Schweigen für den Frieden findet in der Regel am letzen Freitag im Monat an einem öffentlichen Ort von 18 bis 18.30 Uhr. statt. Das nächste Treffen ist in Ulmen am 1. April um 18.00 Uhr auf dem Platz vor der Volksbank RheinAhrEifel Ecke Dauner Straße/Kelberger Straße. Informationen bei Anita Emmel, Tel. (0 67 63) 24 57 und Veronika Rass, Pastoralreferentin im Dekanat Cochem, Tel. (0 26 73) 6 19 47 17. Die Friedensinitiative Rhein-Hunsrück beteiligt sich zeitgleich mit einer Mahnwache für den Frieden in Kastellaun. Weitere Informationen zur Mahnwache der Friedensinitiative Rhein-Hunsrück gibt es bei Heidrun Kisters, Telefon (0 67 63) 46 14. Die Ordensfrauen im Karmel Auderath und die Marienschwestern in Cochem und weitere Ordensgemeinschaften schließen sich der Initiative im Schweigen in ihren Ordensgemeinschaften an.

Wer nicht persönlich an öffentlichen Orten am Schweigen teilnehmen kann, ist eingeladen, sich zuhause oder am Arbeitsplatz dem Schweigen anzuschließen.

„Wer miteinander schweigen kann, hat sich etwas mitzuteilen“

Schweigen für den Frieden will Menschen verbinden und niemanden ausgrenzen. Fotos: Veronika Rass, Pastoralreferentin im Dekanat Cochem

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