Allgemeine Berichte | 03.07.2023

Désirée Wickler gibt Einblicke in Entstehungsgeschichte ihrer Totentanz-Ausstellung

„Wie ein Theaterstück, durch das man hindurchgehen kann“

Sandra Irsch (links) und Sabine Odenthal (rechts) im Gespräch mit Désirée Wickler (Mitte). Foto: Ines Langs

Linz. Am Sonntag, 25. Juni 2023 stand der Abschluss der Ausstellung „Eldorado - Ein Totentanz“ von Désirée Wickler im Kunstverein Linz am Rhein an. Es kamen an diesem Tag wieder viele Besucher in die Räumlichkeiten von Markt9. Sie hatten sich nicht von den hohen Temperaturen abschrecken lassen. Die Neugier auf das angekündigte Gespräch mit der Künstlerin war offenbar größer als der Wunsch nach Abkühlung.

Dieses große Interesse ist jedoch auch ein Zeichen dafür, wie erfolgreich die Ausstellung insgesamt verlaufen ist. Sie hatte eine Strahlkraft weit über Linz und die Region hinaus. Es gab Besucher, die eigens auch von weiter her anreisten, um sich die Werke anzusehen. Ein bekannter Blogger widmete der Ausstellung einen Beitrag in seinem Blog. Die Künstlerin und auch den Kunstverein erreichten zahlreiche anerkennende Rückmeldungen, entweder auf direktem Weg oder über die sozialen Medien.

Zurück zum Gespräch mit der Künstlerin: es wurde moderiert von Sandra Irsch und Sabine Odenthal, beide Vorstandsmitglieder des Kunstvereins. Sie gaben zu Beginn nochmals einen Überblick über den Werdegang der Künstlerin und die Schwerpunktthematik in ihren Werken, bevor sie ihr gezielte Fragen zur Entstehung und zur Bildsprache in „Eldorado - Ein Totentanz“ stellten.

In ihren Antworten erläuterte Désirée Wickler, aus welchen Quellen sie die Bildsprache für ihre großformatigen Darstellungen geschöpft habe. Sie erwähnte, dass sie quasi auf eine Bibliothek und diverse Wörterbücher sowie Bildmaterialien in ihrem Kopf zurückgegriffen habe, die sich zusammensetzten aus den Ergebnissen ihrer Recherchen ebenso wie aus Erfahrungswissen des Kulturkreises, in dem sie aufgewachsen sei. Da dies in ihrem Fall ein christlicher Kulturkreis gewesen sei, hätte sie viele christliche Symbole in ihre Arbeiten einfließen lassen. Doch auch andere, moderne Symbole z. B. Markenzeichen von bekannten Großunternehmen habe sie eingebaut, da diese aufgrund ihrer Allgegenwärtigkeit in unserem Alltag inzwischen eine ähnliche Bedeutung hätten wie die christlichen.

Angesprochen auf den Entstehungszeitraum der 24 Bilder führte sie aus, dass die Werke im Verlauf von etwa zwei Jahren (2018/2019) entstanden seien. Am Anfang hätte eine umfangreiche Recherche zum Thema Totentanz gestanden, ebenso wie eine Sammlung von Ideen, die sie in ihren Bildern umsetzen wollte. Im eigentlichen künstlerischen Prozess habe sie dann teilweise parallel an mehreren Bildern gearbeitet.

Sabine Odenthal bat die Künstlerin anschließend, auf die Kooperation mit mehreren anderen Künstlern einzugehen, deren Beiträge zum Gesamtkonzept der Ausstellung gehören. In ihrer Antwort hob Wickler hervor, dass jeder der Kooperationsbeiträge ihrem Konzept neue Ebenen hinzugefügt und ihre Erzählung weitergeführt habe.

Zum Schluss des Gesprächs ermunterte Sandra Irsch die anwesenden Kunstinteressierten, ihrerseits Fragen an die Künstlerin zu stellen. Diese Gelegenheit wurde auch genutzt. Auf die Frage, ob die Bilder eine bestimmte Reihenfolge hätten, antwortete Désirée Wickler, dass jedes Bild eine in sich abgeschlossene Geschichte erzähle und es keine feste Reihenfolge gebe. Es käme viel mehr auf den Raum an, und dort vor allem auf die Lichtverhältnisse, wonach sie entscheiden würde, an welcher Stelle sie welches Bild hängen würde.

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, dass jemand die Bilder bei sich zu Hause aufhängen würde, regte Wickler an, sich die Gesamtheit der Bilder eher wie ein Theater vorzustellen, durch das man hindurchgehen und in dem man sich ein Stück mit unterschiedlichen Szenen anschauen könne. Dafür seien Kunsträume wie Markt9 da, dass man dort solch eine Theaterbühne bauen könne, quasi als geschützten Raum, in den die Besucher hineingehen könnten. In dem sie entscheiden könnten, in welcher Intensität sie die Bilder betrachten, und wo es keinen Anspruch darauf gebe, dass die Bilder jedem gefallen müssten.

Mit diesen Ausführungen endete das sehr informative Gespräch. Sandra Irsch ermunterte die Gäste, sich noch in der Ausstellung umzusehen und bei Fragen direkt auf die Künstlerin zuzugehen. Das Gespräch mit der Künstlerin war eine hervorragende Abrundung einer gelungenen Ausstellung.

Wer nicht die Gelegenheit hatte, sich die Ausstellung anzusehen, oder noch mehr Hintergrundinformationen haben möchte, dem sei die eigens für das Projekt eingerichtete Homepage der Künstlerin zu empfehlen: eldorado.desireewickler.net

Sandra Irsch (links) und Sabine Odenthal (rechts) im Gespräch mit Désirée Wickler (Mitte). Foto: Ines Langs

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