Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (AGZ) Cochem-Zell
Wie sieht es mit der Zahngesundheit der Kinder im Kreis Cochem-Zell aus?
Kreis Cochem-Zell. Eine Antwort auf diese Frage gibt die Jahresdokumentation der Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (AGZ) für den Kreis Cochem-Zell.
Die aktuellen Zahlen der im Kreis untersuchten Erstklässler mit naturgesunden Zähnen konnte im Schuljahr 2018-2019 mit 62 Prozent registriert werden.
Aufgabe der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz ist die Förderung der Zahngesundheit bei den Kindern. Erfreulicherweise wächst die Zahngesundheit bei beinahe allen Altersklassen stetig. Durch die gemeinsamen zielgerichteten Aktivitäten haben die Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen, Hebammen und die Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Zusammenarbeit mit den zahnärztlichen Paten, Gesundheitsamt und Krankenkassen entscheidend zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen.
Die statistischen Zahlen des Schuljahrs 2018-2019
Von 433 Erstklässlern wurden 409 durch die Schulzahnärzte im Kreis Cochem-Zell in den Grundschulen untersucht. Davon hatten 253 (62 Prozent) der Kinder naturgesunde Zähne. 37 (9 Prozent) der Kinder waren zahnmedizinisch behandelt und 119 Kinder (29 Prozent) erhielten eine Aufforderung umgehend den Zahnarzt zur Zahnbehandlung aufzusuchen.
Von den insgesamt untersuchten Kindern hatten 23 (8 Prozent) ein erhöhtes Kariesrisiko. Ein erhöhtes Kariesrisiko bedeutet, dass bei diesen Erstklässlern mehr als fünf Zähne erkrankt sind.
Zur kieferorthopädischen Behandlung wurden 51 Kinder (12 Prozent) überwiesen.
In den 86 Klassen (ausgenommen Aktivprogramm) erhielten 1282 Schüler der Klassen 2-4 die Aufforderung zur jährlichen Kontrolluntersuchung. 760 der Schulkinder ließen ihre Zähne beim Zahnarzt nachsehen.
Am „Aktivprogramm“, ein intensives Programm zur Vorbeugung von Mund- und Zahnerkrankungen nahmen zwei Schulen mit 13 Klassen teil.
Zahnmedizinischer Prophylaxeunterricht fand in 21 Schulen (64 Prozent) Prophylaxeunterricht in den Grundschulklassen statt.
Auch in den Kindertagesstätten des Kreises wurde im Kindergartenjahr 2018/2019 in der Zahngesundheitsförderung erfolgreich gearbeitet. 22 Patenzahnärzte betreuen in Zusammenarbeit mit der AGZ 45 Kindergärten im Kreis.
Alle Kindertagesstätten des Kreises Cochem-Zell nahmen an den zahnmedizinischen Prophylaxemaßnahmen teil. Die Kindertagesstätten wurden durch den Obmann oder der Gesundheitspädagogin der AGZ mit Zahngesundheitsaktionen betreut. 71 Prozent der Kindergärten waren mit den Kindern/Vorschulkindern zum Gruppenbesuch in der Zahnarztpraxis. In 49 Prozent der Kindergarteneinrichtungen wurde ein Elterntreff oder eine Eltern-Kind Aktion rund um die Zahngesundheit oder Ernährung durchgeführt.
„Gesunde Zähne von Anfang an“
Erfolgreiche zahnmedizinische Vorsorge beginnt schon vor der Geburt. Studien zeigen, dass die Zahl der Kleinkinder, die an der frühkindlichen Karies erkranken, nicht abnimmt. Nur in dieser Altersklasse sind keine Erfolge zu verzeichnen.
13,7 Prozent der unter Dreijährigen sind an dieser aggressiven Form der Karies erkrankt. Aus diesem Grund werden im Kreis Cochem-Zell auch die Hebammenpraxen, Krabbelgruppen, Pekip-Gruppen und ähnliches von Elternberaterinnen besucht, um werdenden oder jungen Eltern einfache Botschaften und Tipps rund um die Mundgesundheit beim Baby und Kleinkind zu geben. 12 Gruppen nahmen an diesen Info-Veranstaltungen teil.
Seit dem Sommer 2019 stehen gesetzlich versicherten Kleinkindern vom 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 33. Lebensmonat drei zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen sowie Schmelzhärtungsmaßnahmen zu. Eine wichtige Maßnahme, um die frühkindliche Karies zu bekämpfen.
Die Kernbotschaften an junge Eltern mit Babys und Kleinkindern sind:
Wasser ist der beste Durstlöscher - keine gesüßten Getränke für das Kind.
Kein Dauernuckeln an der Babyflasche (Nuckelflaschenkaries).
Das Trinken aus dem offenen Becher sollte ab dem Sitzalter trainiert werden.
Mit dem ersten Geburtstag erfolgt die Verabschiedung von der Saugerflasche.
„Zuckerfrei bis zwei“. Im Kindergartenalter gilt der Leitspruch: Am Vormittag nichts Süßes.
Eltern putzen Kinderzähne vom ersten Zahn an mit einer Kinderzahnbürste von allen Seiten sauber (bis das Kind flüssig Schreibschrift schreiben kann).
Fluoridierte Kinderzahnpasta stärkt die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes.
Zahnärztliche Kontrollen beziehungsweise Gewöhnungsbesuche ab dem ersten Zahn.
Schnuller weg - nach dem ersten Lebensjahr, jedoch bis spätestens mit dem 2. Geburtstag.
Weitere Informationen erhält man von der LAGZ Rlp e.V. Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Cochem-Zell, Tel. (0 26 71)53 28.
Frühe Gewöhnung nimmt die Angst vor dem Zahnarzt.Foto: privat Foto: Picasa
