Allgemeine Berichte | 19.09.2018, 13:58 Uhr

Rhein-Sieg-Kreis beleuchtet die Situation der Landwirte

Wie steht es nach diesem Sommer um die Landwirtschaft

V.l.n.r. Manfred Bonn, Franziska von Kintzel, Birgit Weiler, Dr. Johannes Westarp, Theo Brauweiler, Ulrich Timmer, Björn Schmitz und Johannes Frizen neben der Ankündigung zu der an diesem Wochenende stattfindenden Kreistierschau. Rhein-Sieg-Kreis
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Rhein-Sieg-Kreis. Müssen auch landwirtschaftliche Betriebe aus dem Rhein-Sieg-Kreis finanzielle Unterstützung aus dem EU-Rettungspaket in Anspruch nehmen? Wie gehen die 1.125 Landwirte mit der massiven Trockenheit des Sommers um? Welche Auswirkungen hatte das Wetter auf das Getreide, die Milchviehhaltung und auf den Gemüse- und Obstbau? „Wie wir wissen ist die Landwirtschaft im Rhein-Sieg-Kreis gut aufgestellt. Angesichts des außergewöhnlichen Sommers haben die hiesigen Verbraucherinnen und Verbraucher im Rhein-Sieg-Kreis jedoch großes Interesse zu erfahren, in welchem Maße die Dürre zu Einbußen in der Erzeugung von Lebensmitteln geführt hat“, erklärte Dr. Johannes Westarp, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Rhein-Sieg-Kreises.

Gemeinsam mit Johannes Frizen, Vorsitzender der Züchterzentrale Rhein-Sieg-Kreis, Theo Brauweiler, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, Birgit Weiler, Vorsitzende des Landfrauenverbandes, Franziska von Kintzel, Vorsitzende des Vereins für Pferdezucht, Manfred Bonn, Vorsitzender des Vereins für Rinderzucht, Björn Schmitz, Kreistierzuchtberater, und Ulrich Timmer, Vorsitzender der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer, beleuchtete der Kreisveterinär die derzeitige Situation der Landwirtinnen und Landwirte.

Nach Einschätzung der Experten habe der Ackerbau nach einer Frostperiode im Februar und einem leicht verzögerten Vegetationsstart von einem ungewöhnlich warmen April profitiert. Dann aber kamen extreme Hitze und Trockenheit. Die Getreideernte konnte in der Region fast vier Wochen vor dem „üblichen Termin“ abgeschlossen werden – allerdings mit einem Ertragsrückgang zwischen 10 und 50 %. Im deutschlandweiten Vergleich sind die Einbußen aber zum Glück überschaubar, da der gute Start und eine ausreichende Wasserversorgung im April / Mai die Weichen stellten.

Während sich der Ertrag beim Winterraps trotz verstärktem Auftreten des Rapsglanzkäfers auf einem akzeptablen Niveau bewegt, muss bei den Zuckerrüben mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Ergebnis gerechnet werden. Bei den Kartoffeln wird die massive Trockenheit voraussichtlich ebenfalls einen Ertragsrückgang von 10 bis 50 % zur Konsequenz haben.

Auch die ca. 200 Milchviehbetriebe im Rhein-Sieg-Kreis sind durch die Trockenheit und das knappe Grundfutter massiv betroffen. Doch nicht nur die Witterungsbedingungen machen den Betrieben zu schaffen. Die neue Verordnung zur Lagerung von Jauche, Gülle und Sickersäften erfordert sehr hohe Investitionen. Und das bei weiterhin kritischen Milchpreisen: Auch wenn bis zum Jahresende leichte Preissteigerungen erwartet werden, werden die Vollkosten voraussichtlich nur zu rund 90 % gedeckt. Dabei haben viele Milchviehhalter die Tiefpreisphase des Vorjahres noch nicht überstanden!

Inwieweit Landwirte aus dem Rhein-Sieg-Kreis die Förderung aus dem Rettungstopf in Anspruch nehmen müssen, bleibt abzuwarten.

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

V.l.n.r. Manfred Bonn, Franziska von Kintzel, Birgit Weiler, Dr. Johannes Westarp, Theo Brauweiler, Ulrich Timmer, Björn Schmitz und Johannes Frizen neben der Ankündigung zu der an diesem Wochenende stattfindenden Kreistierschau. Foto: Rhein-Sieg-Kreis

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