Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt Bonn
Wieder ein Fall sexualisierter Gewalt hohen Ausmaßes in NRW
Beratungsstellen fordern eine langfristige Strategie und flächendeckende Prävention
Bonn. Lüdge, Bergisch Gladbach, Münster: die Fälle von systematischem, langjährigem Kindesmissbrauch, verbunden mit dem Vertrieb von Missbrauchsdarstellungen im Internet sorgen für Erschütterung und Fassungslosigkeit. Der Innenminister von NRW spricht davon, dass die Gesellschaft zu lange weggeschaut und das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Kinder nicht ernst genommen habe. Beratungsstellen, Kinderschutz- und Opferschutzorganisationen thematisieren jedoch seit vierzig Jahren das Ausmaß sexualisierter Gewalt. Sie haben bereits seit den 90er Jahren auf die Herstellung und Verbreitung von Bildern und Filmaufnahmen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hingewiesen. Die heutigen Formen und Möglichkeiten digitaler Gewalt in ihren vielfältigen Ausprägungen haben das Problem der sexualisierten Gewalt mit der Intention digitaler Darstellung und Vermarktung erheblich verschärft. Die Verbreitungswege durch digitale Medien sind immens. Der Bedarf an Personal, Ressourcen und Know How im Bereich der Hilfe und Beratung wie auch der Strafverfolgung ist hoch. Es geht jedoch nicht nur um die Erhöhung von Strafmaßen. Um sexualisierter Gewalt effektiv zu begegnen, braucht es ein multiprofessionelles und langfristiges Vorgehen.
Sexualisierte Gewalt ist vielfältig und die Täter*innen sind den Kindern in ca. 75 Prozent der Fälle bekannt. Nur ein Teil ist in der sexuellen Präferenz auf Kinder fixiert. Bei sexualisierter Gewalt geht es in erster Linie um Abhängigkeitsverhältnisse. Es gibt organisierte Strukturen, es gibt aber leider auch den großen Bereich der sexualisierten Gewalt gegen Kinder in Familien, im sozialen Nahraum und in institutionellen Kontexten.
„Die Etablierung, Verpflichtung und strukturelle Absicherung von Schutzkonzepten, Präventionsmaßnahmen und die flächendeckende Finanzierung und personelle Ausstattung der Hilfestrukturen sind ebenso wie eine effektive Strafverfolgung wichtige und unverzichtbare Säulen einer langfristigen Strategie gegen sexualisierte Gewalt an Kindern. Dazu gibt es auch in NRW noch viel zu tun“ so Geschäftsführerin der Beratungsstelle und Sprecherin des Landesverbandes autonomer Frauen-Notrufe NRW e.V., Conny Schulte.
Kinder brauchen kindgerechte Informationen über sexualisierte Gewalt, die Hilfe vermitteln und sie brauchen informierte Erwachsene in Institutionen. Dazu wurde in Bonn vor zehn Jahren das Kooperationsprojekt Prävention mit dem Programm „Mein Körper gehört mir“ etabliert. Nähere Informationen gibt es im beiliegenden Flyer und auf der Homepage der Beratungsstelle: www.beratung-bonn.de.
Pressemitteilung
Beratungsstelle gegen
sexualisierte Gewalt Bonn
