Allgemeine Berichte | 04.07.2016

Millionenspende bereichert Urbarer Kulturleben

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Die Frau, die die Stommel-Stiftung ins Leben rief, wurde für ihren Dienst an der Ortsgemeinde geehrt

v.l.: Ortsbürgermeisterin Karin Küsel-Ferber, Katharina (Kathi) Zinndorf geb. Neuneier (ehemalige Schulfreundin von Wilma Bradley), Gudrun Daubländer (Vorsitzende Förderverein Stommel-Stiftung), Fred Pretz (Bürgermeister der Verbandsgemeinde), Thomas Messingschlager (künstlerischer Leiter Stommel-Stiftung). -AND-

Urbar. Es klingt fast wie im Märchen von der guten Fee, die drei Wünsche ermöglicht. Im Jahr 2010 bekam Altortsbürgermeister Karl-Josef Kohl einen Anruf aus Amerika. Wilma Bradley aus Seattle wolle der Ortsgemeinde eine Millionen Dollar schenken. Mit diesem Geld solle eine Kulturstiftung geschaffen werden als bleibende Erinnerung an Wilma Bradleys Großeltern, Karl und Maria Stommel, die in Urbar wohnten.

Nun wurde in einer feierlichen Stunde Wilma Bradley die Urbarer Ehrenbürgerschaft überreicht. Die weite Reise aus Seattle wollte die in Urbar geborene Achtundachtzigjährige nicht mehr auf sich nehmen. So übernahm Bernd Obergfell die seltene und hohe Auszeichnung aus der Hand der Ortsbürgermeisterin Karin Küsel-Ferber. Die Familien Bradley und Obergfell sind seit Jahrzehnten miteinander befreundet.

Eine Freundschaft, die ein dreiviertel Jahrhundert besteht

Ein besonderer Ehrengast war Katharina Zinndorf geborene Neuneier. Die ältere Dame wohnte gegenüber der Stommels in der Urbarer Hauptstraße, ging mit Wilma zur Schule und war mit ihr befreundet. Diese Freundschaft hält über die weite Entfernung seit mehr als einem dreiviertel Jahrhundert. Man hatte persönlichen, brieflichen und telefonischen Kontakt über all die lange Zeit. Wilma Bradley wollte den Namen ihrer Großeltern, denen sie sehr verbunden war, für die Nachwelt erhalten und gleichzeitig etwas Gutes für ihren Geburtsort tun. So fragte sie ihre alte Schulfreundin Caty, abgeleitet von Katharina, ob sie eine Idee habe. Katharina Zinndorf geborene Neuneier leitete sie dann weiter an den Ortsbürgermeister und so setzte sich die wunderbare Geschichte in Gang.

Festakt mit hochkarätigem Programm

Die Feier zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft war, ganz gemäß dem Anlass und dem Zweck der Stiftung, in ein festliches, hochkarätiges kulturelles Programm gepackt. Die zahlreichen Ehrengäste konnten sich davon überzeugen, dass sich in den fünf Jahren des Bestehens der Stommel-Stiftung das Urbarer Kulturleben sehr bereichert hat. Mit einem fröhlichen Lied begrüßten die „Familian Harmonists“ die Gäste. Die junge Anna Zuev von Helenas Musikschule präsentierte Chopin`s Walzer in e-moll am Flügel – ganz ausgezeichnet! Die Laudatio, die Ehrenrede, hielten Gudrun Daubländer, Vorsitzende des Stommel-Stiftung Fördervereins und Dr. Susanne Schminke. Sie skizzierten Wilma Bradleys Leben (siehe links). Das Interesse der Geehrten gelte einem breiten Spektrum an intellektuellen und kulturellen Themen, sie beobachte und kommentiere das Weltgeschehen kritisch, besuche Konzerte, liebe die Begegnung mit anderen Menschen und Gesprächen mit jungen Leuten. „Mit ihren 88 Jahren engagiert sie sich aber auch noch aktiv in zahlreichen Ehrenämtern und ist sich nicht zu schade, selbst anzupacken, wo Hilfe vonnöten ist: Sie bringt ihre Erfahrung bei der Organisation von Austauschprojekten ein, besucht zusammen mit anderen Senioren in Altenheimen, hilft bei der Betreuung von Kleinkindern im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, ist unterwegs mit Apfelpflückern und Kartoffellesern für die Hilfsorganisation food banks, packt Hilfsmittel für Unicef...“ Die anerkennende Rede berührte jeden im Publikum.

„Wir bekommen heute Nachmittag gezeigt, was an Potential hier in Urbar steckt“

Nach der Laudatio überreichte Ortsbürgermeister Karin Küsel-Ferber die Ehrenurkunde an Bernd Obergfell. In ihrer Begrüßung sagte die Ortsbürgermeisterin: „Wir bekommen heute Nachmittag gezeigt, was an Potential hier in Urbar steckt. Es ist das Orchester der Generationen, die Familian Harmonists, Helenas Musikschule und immer wieder die wunderbare Unterstützung der Rheinischen Philharmonie. Dass das in Urbar möglich ist – diese Voraussetzung und Chance – verdanken wir Wilma Bradley. Der Gemeinderat hat als ein Zeichen für die Dankbarkeit Wilma Bradley einstimmig zur Ehrenbürgerin von Urbar ernannt.“

Bernd Obergfell, der die Urkunde in Vertretung von Wilma Bradley in Empfang nahm, teilte mit, dass es ihm eine große Ehre sei, im Namen der Geehrten heute hier an den Feierlichkeiten teilzunehmen. In den 1960er Jahren war Wilma eine Arbeitskollegin seines Vaters am deutschen Konsulat in Seattle. Aus einem anfänglichen kollegialen Verhältnis wurde eine langjährige Freundschaft. „Ich möchte sagen, dass sich wirklich eine wunderbare Freundschaft entwickelt hat. Und auch im August dieses Jahres werde ich für ein paar Tage bei ihr in Seattle sein und ihr die Urkunde übergeben“, kündigte Bernd Obergfell an. Er habe heute Morgen noch mit seiner amerikanischen Freundin telefoniert und er solle von Wilma die herzlichen Grüße an alle Anwesenden ausrichten. Es sei ihr eine große Ehre, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Urbar zu erhalten. Sie freue sich darüber, dass die Stommel-Stiftung, die sie in Gedenken an ihre Großeltern ins Leben gerufen hat, so gut angenommen wird und wünsche sich, dass dies auch in Zukunft weiter so bleiben werde.

Bereicherung für das Vereinsleben

Timo Krämer, Vorsitzender des Urbarer Vereinsrings, stellte dar, welche Bereicherung die Arbeit der Stommel-Stiftung für die Urbarer Vereine ist. Seit der Gründung gäbe es zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Sommerfeste. Mit dem Geld von Wilma Bradley konnte das Stiftungsgebäude gegenüber dem Bürgerhaus gebaut und eingerichtet werden. Weitere Sponsoren beteiligten sich an der guten Sache und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Stiftungsziel mit Leben gefüllt ist – zwei neue Vereine wurden gegründet.

Orchester der Generationen - 40 kulturelle Veranstaltungen

Einige Musikerinnen und Musiker des Stiftungorchesters der Generationen umrahmten den Festakt mit Werken von Mancini und Haydn. Anschließend hielt Thomas Messingschlager, der künstlerische Leiter der Stommel-Stiftung, einen Vortrag. „Musik und Kunst landen heute immer noch häufig auf dem letzten Platz bei unseren Überlegungen, was für die Erziehung eines jungen Menschen oder für unsere Gesellschaft ganz allgemein wichtig ist. Und dieses Denken ist nicht neu, es hat sogar eine lange Tradition“, so Messingschlager. So habe man sich entschlossen, das gespendete Geld für Musik, Kultur und Bildung zu verwenden. Wilma Bradley sei damit sofort einverstanden gewesen und so kam es zur Einrichtung einer entsprechenden Stiftung.

Klug und unterhaltsam spannte der Vortragende einen nachvollziehbaren Bogen zwischen der Musik und dem menschlichen Miteinander. „Deshalb liegt das Geheimnis guter Musik zu einem ganz großen Teil im richtigen Maß. Und man kann ohne Übertreibung sagen: Auch das Geheimnis unseres Zusammenlebens liegt im richtigen Maß.“ resümierte Thomas Messingschlager. Vierzig kulturelle Veranstaltung hat es bisher im Stiftungsgeschehen gegeben.

Bevor alle Gäste zu einem festlichen Umtrunk eingeladen waren, spielten der Erste Soloflötist der Rheinischen Philharmonie, Wolfgang Jablonski, und die Flötistin Carolin Mönnighoff zwei ganz wunderbare Flötenduos: Mozarts Andante con Varizioni für zwei Flöten und Kuhlaus Duo Nr. 2 für zwei Flöten.

Die gesamte Veranstaltung wurde gefilmt, sodass sich Wilma Bradley im fernen Seattle im August nicht nur über die Urkunde freuen kann, sondern auch über einen Film – ihr und ihrem Schaffen zur Ehre. AND

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Foto: Andreas Wiegand D-Vallendar

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Foto: Andreas Wiegand D-Vallendar

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Foto: Andreas Wiegand D-Vallendar

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Wilma Bradley wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

v.l.: Ortsbürgermeisterin Karin Küsel-Ferber, Katharina (Kathi) Zinndorf geb. Neuneier (ehemalige Schulfreundin von Wilma Bradley), Gudrun Daubländer (Vorsitzende Förderverein Stommel-Stiftung), Fred Pretz (Bürgermeister der Verbandsgemeinde), Thomas Messingschlager (künstlerischer Leiter Stommel-Stiftung). Fotos: -AND- Foto: Andreas Wiegand D-Vallendar

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