Wintereffekt lässt Arbeitslosigkeit steigen
Qualifizierung und Weiterbildung im Fokus der Arbeitsagentur und der Jobcenter als wirksames Mittel gegen Arbeitslosigkeit - Arbeitslosenquote steigt auf 5,4 Prozent
Kreis Neuwied. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied steigt die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 9.378 Personen – das sind 554 Personen mehr als im Dezember. Vor einem Jahr, im Januar 2023, waren es 8.658 Personen. Ein für den Jahresanfang üblicher Saisoneffekt - winterliche Temperaturen, Befristungen und Kündigungstermine zum Jahresende las-sen die Arbeitslosenzahlen im Januar ansteigen. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent – das sind 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.
„Zwar sind die jahreszeitlichen Einflüsse in dieser Größenordnung kein Grund zur Besorgnis“, sagt Stefanie Adam, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Neuwied. „Allerdings hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren schon kontinuierlich verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit lag im Januar 2022 noch bei 4,7 Prozent und im Januar 2023 bei 5,1 Prozent.“ Die Zahlen werden im Frühjahr voraussichtlich wieder sinken – abzuwarten bleibt, wie stark der Rückgang in diesem Jahr ausfällt.
Fachkräfte werden weiterhin händeringend gesucht. Daher werden Arbeitsagentur und die Jobcenter ihre Ausrichtung, Ungelernte, die einen maßgeblichen Anteil der Arbeits-losen ausmachen, zu qualifizieren oder auch Gelernte weiterzubilden, weiter fokussieren und verstärken. Hier liegt ein Schwerpunkt auf der Beratung der Arbeitgeber. Außerdem soll der Jobturbo dazu beitragen, Geflüchtete schneller in Arbeit zu bringen und sprachliche und fachliche Kompetenzen berufsbegleitend auszubauen.
Wer an Qualifizierung und Förderung teilnimmt, wird währenddessen laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil ihnen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftlich bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt.
Der Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit zählt hier aktuell 12.461 unterbeschäftigte Personen, ein Anstieg um 419 Personen zum Vormonat und 453 Personen (3,8 Prozent) zum Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 7,1 Prozent –und bleibt damit gleich zum Vorjahr. „Mit der Welle der geflüchteten Personen ist die Zahl deutlich gestiegen. Das liegt auf der Hand, müssen viele Menschen aus der Ukraine erst einmal Sprachkurse absolvieren. Im Anschluss daran folgen dann oft noch weitere Qualifizierungen, auch teilweise aufbauend auf die bereits gelernten Berufe“, erklärt Stefanie Adam.
Der Stellenmarkt signalisiert seit Monaten eine abgeschwächte Dynamik. Im Januar schlägt der saisonale Effekt deutlich zu. Die Betriebe meldeten lediglich 298 neue Stellenangebote. Das ist ein Minus von 170 gegenüber dem Vormonat und 67 gegenüber dem Vorjahresmonat. Weniger Angebote kommen besonders aus dem Dienstleistungssektor. Auch der Bestand an zu vermittelnden Jobs nimmt ab, ist aber mit 2.471 Stellen weiterhin hoch.
Der abschließende geteilte Blick auf die beiden Landkreise, die von der Arbeitsagentur Neuwied betreut werden zeigt, dass der Kreis Altenkirchen weiterhin deutlich stärker von steigender Arbeitslosigkeit betroffen ist als der Kreis Neuwied.
Im Kreis Altenkirchen haben 4.041 Menschen keine Beschäftigung. Das sind 240 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 498 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent und liegt 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Im Kreis Neuwied sind 5.337 Menschen ohne Arbeit, 314 mehr als im Dezember und 222 mehr als vor einem Jahr. Die Quote liegt bei 5,3 Prozent. Sie ist im Monatsverlauf um 0,3 Prozentpunkte und im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Pressemitteilung der
Agentur für Arbeit Neuwied
