Allgemeine Berichte | 11.09.2026, 14:17 Uhr

„Wir brauchen endlich eine Entscheidung“

Als Vorsitzende des Elternausschusses der Kita St. Mauritius habe ich am Runden Tisch teilgenommen, der eingerichtet wurde, um die Standortfrage unserer Kita noch einmal sachlich zu betrachten. Dort wurden verschiedene Varianten offen diskutiert. Hierbei wurde das Bülland, der Pfarrgarten, der Wiesenweg und auch das Altgrundstück an der Heppinger Straße betrachtet. Dabei ging es vor allem um die entscheidenden Fragen: Was ist förderfähig und finanzierbar? Wie sieht es mit Hochwasserschutz, Verkehr, Raum und Platz, Planungsaufwand und Bauzeit aus?

Das Ergebnis war: Zwei Standorte sind unter den gegebenen Rahmenbedingungen realisierbar – der Pfarrgarten und der Wiesenweg.

Trotzdem wird in der öffentlichen Diskussion immer wieder so getan, als müsse man nur den Willen aufbringen, die Kita beispielsweise im Bülland zu bauen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Wenn eine katholische Kita wiederaufgebaut werden soll, ist die Förderfähigkeit an bestimmte Voraussetzungen geknüpft – unter anderem eben an den Wiederaufbau auf einem Kirchengrundstück. Das Bülland wird nicht vom Wiederaufbau gefördert, da es sich um ein städtisches Grundstück handelt. Damit ergibt sich keine Förderfähigkeit. Die Regeln des Wiederaufbaufonds haben weder die Kirche noch die Stadt oder die Kita gemacht. Sie sind die Rahmenbedingungen, innerhalb derer der Wiederaufbau erfolgen muss. Die Regeln des Wiederaufbaufonds sind keine Wunschliste. Sie sind die Rahmenbedingungen, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Die Vorstellung, die Stadt könne einfach neun Millionen Euro zusätzlich aufbringen, ist deshalb keine sachliche Entscheidungsgrundlage.

Natürlich darf man sich einen anderen Standort wünschen. Aber ein Wunsch wird nicht dadurch zur realistischen Alternative, dass man die finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen ausblendet.

Und auch bei den beiden verbleibenden Standorten gibt es keine einfache Lösung. Der Pfarrgarten bietet den Vorteil einer weit fortgeschrittenen Planung, eines hochwassersicheren Standorts und einer vergleichsweise schnellen Umsetzung. Die Sorgen der Bürger hinsichtlich des Verkehres und den Parkplätzen wurde ernst genommen, von Experten jedoch als tragbar und realisierbar eingestuft. Der Wiesenweg bietet mehr räumliche Möglichkeiten, benötigt aber auch deutlich mehr Zeit und Geld, neue Planungen und insbesondere beim Hochwasserschutz noch einige Umsetzungen unterschiedlichster Akteure. Aber genau das ist Demokratie: Zwei realisierbare Möglichkeiten, unterschiedliche Vor- und Nachteile – und anschließend eine Entscheidung.

Was mir inzwischen jedoch große Sorgen macht, ist die Art, wie diese Diskussion geführt wird. Eine sachliche Auseinandersetzung ist wichtig. Kritik ist wichtig. Aber wenn Fakten ausgeblendet, Fronten aufgebaut und Menschen persönlich angegriffen werden, hilft das niemandem – schon gar nicht unseren Kindern.

Als Mutter und als Vorsitzende des Elternausschusses macht es mich betroffen, wie viel Ablehnung unserer Kita inzwischen aus Teilen des Ortes entgegenschlägt. Auch unsere Erzieherinnen und Erzieher müssen diese Stimmung aushalten. Sie arbeiten seit Jahren unter schwierigen Bedingungen im Provisorium und leisten gute Arbeit und brauchen endlich eine Perspektive.

Wir Eltern wollen keinen weiteren Standortkrieg. Wir wollen eine Entscheidung.

Eine Entscheidung, die auf Fakten basiert, die rechtliche und finanzielle Realitäten berücksichtigt und die Interessen unserer Kinder in den Mittelpunkt stellt.

Deshalb mein Appell an den Stadtrat: Vergleichen Sie die beiden realisierbaren Standorte sachlich. Treffen Sie eine Entscheidung. Und lassen Sie uns danach endlich wieder nach vorne schauen. Unsere Kinder warten nicht auf den perfekten politischen Kompromiss. Sie warten auf ihre Kita.

Anette Linden,

Bad Neuenahr-Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Pellenzer Lehrstellenbörse
Sonderseite Flowcraft
Sonderseiten Flowcraft
Stellenanzeige Monteur
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
1. Anzeige Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe
Empfohlene Artikel
13

Kreis Ahrweiler. Wegen einer internen Veranstaltung bleibt das Jobcenter Landkreis Ahrweiler am Donnerstag, den 24. September 2026, an den Standorten in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Adenau geschlossen.

Weiterlesen

Im Liegestuhl am Rhein einen Film anschauen, was gibt es schöneres?  Fotos: WAMFO.de
18

Andernach. Die Andernacher Filmnächte 2026 haben auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Kinofans unter freiem Himmel zusammengebracht. Ursprünglich war geplant, die Filmnächte wieder im besonderen Ambiente des Andernacher Schlossgartens stattfinden zu lassen. Letztlich kehrte die Veranstaltung jedoch, auf Grund von Astbruchgefahr, an ihren alten Platz am Rheinufer zurück.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
3083

Weitere Maßnahme zur Entzerrung des Verkehrs in der Innenstadt

Nordbrücke Bonn: Verwaltung schlägt Teilöffnung der Bornheimer Straße vor

Bonn. Die Stadtverwaltung hat der Politik eine neue Maßnahme zur Entzerrung des Innenstadtverkehrs vorgeschlagen: Während der Sperrung der Nordbrücke soll die Bornheimer Straße ab der Kreuzung zum Hochstadenring/Guido-Westerwelle-Brücke stadtauswärts für den Kfz-Verkehr geöffnet werden. Diese Entscheidung wurde von der städtischen Taskforce zur Nordbrücke getroffen und steht nun zur Beratung im Ausschuss für Mobilität und Verkehr, der Bezirksvertretung Bonn sowie im Rat an.

Weiterlesen

Symbolbild.
2623

Astrologische Vorschau für die KW 38: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 14. bis 20. September 2026

Die Woche vom 14. bis 20. September bringt Bewegung in festgefahrene Situationen und sorgt bei vielen Sternzeichen für Momente, in denen Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden können. Zwischen beruflichem Ehrgeiz, privaten Bedürfnissen und dem Wunsch nach mehr innerer Ruhe gilt es, die eigenen Kräfte klug einzuteilen. In der Liebe zeigen sich Gefühle mitunter intensiver als erwartet, während...

Weiterlesen