Tag der Offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Kempenich
„Wir kommen, wenn ihr uns braucht. Kommt ihr zu uns, wenn wir feiern.“
Kempenich. Kempenichs Freiwillige Feuerwehr nutzte die Gelegenheit, ihre Einsatzbereitschaft auf allerhöchstem Niveau zu demonstrieren. Allerdings ging es diesmal nicht darum, Brände zu löschen oder Unfallstellen zu sichern. Der Kameradschaftsverein der Feuerwehr hatte zum traditionellen Tag der offenen Tür geladen. Die Wehr zeigte sich auch für diese Herausforderung bestens gerüstet. Statt Löschwasser aus Hydranten flossen Erfrischungsgetränke aus den Zapfhähnen des Bierbrunnens, Geselligkeit und das leibliche Wohl waren zu jeder Zeit sichergestellt. Ganz nach dem Motto der Einladung: „Wir kommen zu euch, wenn ihr uns braucht. Kommt ihr zu uns, wenn wir feiern.“ Unter den Besuchern waren auch an diesem Wochenende wieder viele Mitglieder anderer Wehren aus dem Brohltal. Vor allem aber zeigten die Kempenicher Präsenz. Stark vertreten waren die Vereine, die sich auf diese Weise für die Unterstützung der Wehrleute bei ihren Festen und Veranstaltungen revanchierten. Unter den Gästen auch der Elferrat der der GKKG, die Möhnen und des JGV (Junggesellenverein). Allesamt hervorragend unterhalten von den Original Goldbachmusikanten, die am Samstagabend unter ihrem langjährigen Dirigenten Uli Arlt aufspielten und mit ihrem typischen Musikmix Stimmung machten. Einen kleinen Wermutstropfen hatte die Wehr an diesem Abend allerdings auch zu verkraften. Denn es galt, eine Strafe abzuleisten, die der Truppe vom Kempenicher Narrengericht aufgebrummt worden war. Das Strafmaß für das „Schüren von Ängsten“, für das sich die Wehr zu verantworten hatte, lautete: Die Mitglieder der Voyeure mussten mit dem Einsatzwagen und mit Blaulicht von zuhause abgeholt, zum Festplatz gefahren und auf Kosten der Feuerwehr verköstigt werden. So geschah es am Samstag, schließlich wollte man keine Strafverschärfung riskieren. Die ebenso eloquenten wie gerechten Richter, die ohne ihre imposanten Roben erschienen, zeigten sich denn auch rundum zufrieden. Am Samstagabend kamen sie wie alle Besucher in den Genuss des legendären Spießbratens, der unter den wachsamen Augen der Gastgeber auf dem Grill garte. Und auch am Sonntag wurde zum Frühschoppen am Feuerwehrhaus Gegrilltes serviert. Eine Tradition, die auch die älteren Kempenicher längst zu schätzen wissen, denn am Tag der offenen Tür bleiben viele Herde kalt. Nach dem Gottesdienst mit Pastor Godfrey Barungi aus Ugande, der für zwei Monate im Brohlal weilt, den Küster Peter Bell und Gemeindereferentin Barbara Brötz kurzerhand in das Gerätehaus verlegt hatten, blieben denn auch viele Gottesdienstbesucher zum Frühschoppen und nahmen die Sonntagsmahlzeit am Gerätehaus ein. Auch der Kuchen, der am Nachmittag zum Kaffee aufgetischt wurde, kam frisch aus den Backöfen der Feuerwehrhaushalte. In seiner kurzen, offiziellen Ansprache am Sonntag, zu der auch Karl Oelsberg, der Wehrleiter der Feuerwehr Brohltal, und Richard Keuler als Vertreter von Johannes Bell erschienen, konnte Wehrführer Nils Schröer ein weiteres Mitglied in die Wehr aufnehmen. Justin Schier, seit 6 Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr, erhielt seine Ernennungsurkunde zum Feuerwehrmannanwärter. Die 7. Übernahme eines Mitglieds der Jugendfeuerwehr seit 2012 zeigt, dass die Nachwuchsförderung in Kempenich funktioniert. Auch eine Beförderung stand an. Christian Braun erhielt die Ernennungsurkunde zum Oberfeuerwehrmann. Außerdem haben Christian Braun und Annika Schröer die interne Fahrprüfung bestanden und dürfen mit ihrem neuen Führerschein Fahrzeuge bis 7,5 t Gewicht fahren. Schröer nutzte die Gelegenheit, dem scheidenden Bürgermeister Stefan Friedsam für die hervorragende Zusammenarbeit und die Unterstützung durch die Gemeinde zu loben und überreichte als Abschiedsgeschenk eine Floriansfigur und ein sogenanntes Kempenicher Herrentäschchen mit flüssigem Inhalt. Der noch amtierende Friedsam nutzte seinen letzten offiziellen Auftritt bei der Feuerwehr, um den Wehrleuten erneut für ihr ehrenamtliches Engagement, Pflichtgefühl und den Einsatz bei Veranstaltungen der Vereine und der Gemeinde seine Anerkennung auszusprechen. Dominik Schmitz als gewählter Nachfolger erhielt in der Erwartung einer guten Zusammenarbeit ebenfalls ein flüssiges Begrüßungsgeschenk. Nach den kurzen offiziellen Feierlichkeiten ging man am Gerätehaus in der Leyberggasse schnell wieder zu informeller Geselligkeit über und verbrachte noch einige schöne, entspannte Stunden bei angenehmen sommerlichen Temperaturen, die, so war es gedacht, für einen guten Umsatz in der Kasse des Kameradschaftsvereins sorgten.
Auch die Mitglieder des Elferrats beziehungsweise Vorstands der GKKG hatten am Freitag schon jede Menge Spaß.
Zur Erinnerung und als Dankeschön für Stefan Friedsam zum Abschied vom Amt. Fotos: BE
So strahlen nur Kempenichs aktive Möhnen.
Strafe muss sein: Kempenichs Feuerwehr musste die strengen Amtsrichter (Voyeure) mit Blaulicht durch den Ort fahren.
