Allgemeine Berichte | 13.07.2016

Erfahrungsaustausch von Ehrenamtsprojekten von Caritas und VG war ein voller Erfolg

„Wir sind froh, wenn die älteren Menschen froh sind“

Ehrenamtliche trafen sich zum Kennenlernen und Gedankenaustausch im MGH Kaisersesch. Elisabeth Schuster

Kaisersesch. Sie tun Ähnliches, haben das gleiche Ziel - älteren und kranken Menschen zu helfen - und sind in unterschiedlichen Projekten engagiert: die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Besuchsdienstes „Mensch für Mensch“ der Caritas-Ambulanten Hilfezentren Lutzerath und Treis-Karden, des Projektes „Vergiss Mensch nicht“ des Ambulanten Hilfezentrums Lutzerath, des Projektes „Die Kümmerer vor Ort“ der Verbandsgemeinde Kaisersesch, des Projektes „Runder Tisch für Bewegung“ sowie von „Durchblick e.V.“ in Kaisersesch. Auf gemeinsame Einladung der Ambulanten Hilfezentren der Caritas und der Verbandsgemeinde Kaisersesch trafen sich erstmals Ehrenamtliche aus diesen Teams im Mehrgenerationenhaus in Kaisersesch, um Erfahrungen auszutauschen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit Ausschau zu halten. „Wir Mitarbeiterinnen von „Mensch für Mensch“ besuchen ältere Mitmenschen zu Hause, trinken Kaffee mit ihnen, spielen Mensch-ärgere-dich-nicht, begleiten sie bei kleinen Spaziergängen oder beim Gang zum Friedhof und sind gerne für sie da,“ berichtet Petra Thomas, die seit vielen Jahren mit Begeisterung im ehrenamtlichen Besuchs-und Begleitdienst des AHZ Lutzerath mit dabei ist. Und weil es ihr so gut gefällt arbeitet sie auch im zweiten Projekt des AHZ Lutzerath mit, dem Betreuungsangebot „Vergiss-Mensch nicht“, in dem demenziell Erkrankte alle 14 Tage jeweils mittwochs nachmittags abgeholt und abwechselnd ins Mehrgenerationenhaus Schieferland in Kaisersesch oder ins Marienhaus in Lutzerath gebracht werden. „Hier warten Kaffee und Kuchen, Basteln, Spielen, Kegeln und auch mal ein Picknick in der Schutzhütte auf die zu Betreuenden,“ freut sich Petra Thomas, die die Unterstützung durch die Projektleitung Ira Gerhartz von der Caritas zu schätzen gelernt hat.

Ebenfalls bestens vorbereitet wurde Helga Heidkamp-Kurtze, die als ehrenamtliche Bewegungsbegleiterin tätig ist: „In Hambuch und Zettingen treffen sich zu festen Zeiten ältere Menschen und werden angeregt, einfache Bewegungsübungen zu machen, das Gleichgewicht zu trainieren, zu balancieren oder sich mit einem Schwungtuch auszuprobieren.“ Ihr ist das Fördern der körperlichen Aktivität wichtig - aber nicht nur dies: „Wir wollen die Leute hinter dem Ofen herauslocken und das generationsübergreifende Miteinander stärken, das Reden und Bewegen sind uns gleichermaßen wichtig!“.

„Der Runde Tisch für Bewegung“ wurde in diesem Jahr offiziell in die Liste der landesweiten Runden Tische aufgenommen und thematisiert Bewegungsangebote im öffentlichen Raum. Dies ist nicht das einzige Projekt, das die Verbandsgemeinde Kaisersesch in Zusammenarbeit mit „Super 60“ und mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz für die Menschen in der Verbandsgemeinde in die Tat umgesetzt hat.

Auch die „Kümmerer vor Ort“ sind ehrenamtlich in verschiedenen Gemeinden aktiv und bieten - ähnlich wie das Caritas-Projekt „Mensch für Mensch“ - vor allem alleinstehenden älteren Menschen im Ort Besuche an. Maria Hoffmann aus Hambuch ist bei den „Kümmerern vor Ort“ und bei „Vergiß Mensch nicht!“ aktiv und weist auf einen kleinen Unterschied hin: „Die „Kümmerer“ haben auch andere Aufgaben, die sie für ältere Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten übernehmen können, wie zum Beispiel kleine Rasenflächen mähen, Holz zum Heizen ins Haus holen oder im Winter auch mal Schnee schippen.“ Auch Monika Meiner aus Forst gehört zu den „Kümmerern“ und bietet vor Ort Fahrdienste und kleine Alltagshilfen an. Besonders stolz ist sie auf ihren „Senioren-Club“, der von 22 Frauen aus Forst organisiert wird. „Wir sind ein tolles Team, in dem sich jeder für das Wohl der älteren Menschen verantwortlich fühlt“, so Monika Meiner. „Ob Seniorenfrühstück oder Seniorennachmittag, ob kleine gemeinsame Aktivitäten wie ein Besuch der Schwanenkirche - es tut unseren älteren Mitmenschen gut und wir sind froh, wenn die älteren Menschen froh sind“, freut sich Monika Meiner: „Dieses Tun ist ein Gewinn für das ganze Dorf!“

Zwar nicht für ein Dorf, aber für Menschen in besonderen Lebenslagen und Notsituationen engagieren sich die Ehrenamtlichen von „Durchblick“ in Kaisersesch. „Wir haben einen Second-Hand-Kleiderladen, indem wir Kleidung günstig verkaufen und mit dem Erlös kann unser Verein in Notsituationen kleine finanzielle Hilfe leisten oder auch zum Beispiel Zuschüsse für Sprachkurse und Ferienfreizeiten von Kindern geben.“

Eugen Mombauer unterstützt zusätzlich aktiv den Spiel- und Erzählnachmittag der Senioreninitiative super60, der zweimal im Monat im Mehrgenerationenhaus Schieferland stattfindet und Menschen aus den Ortsgemeinden und der Stadt Kaisersesch zusammenführt.

Regelmäßiger Erfahrungsaustausch

Elisabeth Schuster von der Verbandsgemeinde Kaisersesch sieht einen großen Nutzen dieser Aktionen: „Die Strukturen, die Hilfen bieten und Begegnungen ermöglichen, sind auch geschaffen worden, um den älteren Menschen ein langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen „vier Wänden“ zu ermöglichen und die Bedeutung des sozialen Miteinanders zu stärken. Es ist unser Anliegen, in diesem Sinne weiter zu machen, um diese wichtigen Angebote zu erhalten, und in die Zukunft zu entwickeln“. So wird zum Beispiel der Erfahrungsaustausch von Ehrenamtlichen regelmäßig gepflegt und über bestehende und auch neue Angebote informiert, wie die sinnvolle Nutzung des Anrufsammeltaxis oder auch die Organisation einer Bewegungsbegleiterschulung, alternativ zur Stadt Mainz, auch in der Ortsgemeinde Urmersbach im Oktober. Eine Erfahrung haben alle Ehrenamtlichen in gleicher Weise gemacht: Alle Projekte brauchen eine gewisse Zeit, bis sie in Anspruch genommen werden. „Hilfe anzunehmen ist insbesondere für ältere Menschen oftmals nicht so leicht. Dabei brauchen sie keinerlei Ängste zu haben- die Ehrenamtlichen tun es gerne, Verschwiegenheit ist garantiert und die Hilfen sind kostenlos“, so Marion Klein von der VG Kaisersesch, deren Aussage von allen anwendenden Ehrenamtlichen bestätigt wurde.

Weiteres Treffen am 5. September

Der gelungene Erfahrungsaustausch im Mehrgenerationenhaus in Kaisersesch zeigte auf diese Weise, wie vielfältig das sozial-caritative Engagement in den Eifelgemeinden ist, aber auch, dass das Kennenlernen und das Zusammenarbeiten aller beteiligten Akteure unverzichtbar ist. Und so wurden erste Gedanken zu Kooperationen angedacht, wie zum Beispiel die Vorbereitung von interessierten Ehrenamtlichen auf ihre Tätigkeit im Bereich der Besuchsdienste durch die Ambulanten Hilfezentren der Caritas wie auch ein weiteres Treffen dieser Runde am 5. September, zu dem auch die Verantwortlichen aus der Seniorenarbeit aller Gemeinden in der Verbandsgemeinde Kaisersesch eingeladen werden sollen.

Helfer sind stets willkommen

Wer sich für eine Mitarbeit in einem der genannten Projekte interessiert, wendet sich bitte an folgende Ansprechpartnerinnen: Ambulantes Hilfezentrum der Caritas in Lutzerath, Ira Gerhartz, Tel. (0 26 77) 93 72-15; Ambulantes Hilfezentrum der Caritas in Treis-Karden und Zell, Barbara Barden, Tel. (0 26 72) 9 39 00; Verbandsgemeinde Kaisersesch, Elisabeth Schuster, Tel. (01 75) 8 04 77 73 (nach 17 Uhr); Marion Klein, Tel. (0 26 53) 99 96 33; Projekt Bewegungsbegleiterinnen, Helga Heidkamp-Kurtze, Tel. (0 26 53) 41 32.

Caritasverband - GS Cochem

Ehrenamtliche trafen sich zum Kennenlernen und Gedankenaustausch im MGH Kaisersesch. Foto: Elisabeth Schuster

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