Mittleres Löschfahrzeug zur Brandbekämpfung beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Rieden übergeben
„Wir sind wahrlich gut aufgestellt“
Rieden. Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Rieden ist das neue, 165.000 Euro teure Mittlere Löschfahrzeug zur Brandbekämpfung (MLF B) offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Erich Schlich, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Mendig, hatte für Wehrführer Urban Reuter einen symbolischen Basaltschlüssel mit im Gepäck. Pfarrer Erich Fuchs, verantwortlich für die Pfarreien Kempenich, Weibern, Rieden und Volkesfeld, segnete anschließend - mit leichter Verspätung - das neue Aushängeschild. Zusammen mit dem Mittleren Löschfahrzeug zur technischen Hilfeleistung (MLF TH), das in Volkesfeld stationiert ist, sind die beiden Wehren für die nächsten 30 Jahre bestens gerüstet.
Über 200 Feuerwehrleute in der Verbandsgemeinde
„Über 200 Feuerwehrleute tun in der Verbandsgemeinde Mendig ihren Dienst. Alle sind mit großem Eifer und ganzem Herzen bei der Sache. Sie sind zu jeder Zeit bereit zu helfen, ob bei Tag oder bei Nacht“, lobte Schlich in seiner Ansprache. „Mit diesem neuen Fahrzeug finden der Einsatzwille und die Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen, eine weitere prominente Unterstützung. Gleichzeitig wird dieses Fahrzeug die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung für den Alarmbereich weiter ergänzen.“
Es gebe keine bessere Möglichkeit, den Feuerwehrleuten für ihre Bereitschaft, 24 Stunden am Tag für die Bevölkerung da zu sein, zu danken. „Es ist für die Verbandsgemeinde als kommunaler Aufgabenträger eine Erfüllungspflicht und eine Selbstverständlichkeit, die Sicherheit der Menschen in den Gemeinden zu gewährleisten“, so Schlich weiter. „Dies ist die wichtigste Basis für eine erfolgreiche und schlagkräftige Feuerwehr hier im Ort und in der ganzen Verbandsgemeinde Mendig.“
Die Details des Fahrzeugs erläuterte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Mendig, Stephan Schüller, den interessierten Gästen. Das 220 PS starke MLF B mit einer Besatzung von sechs Mann ist fast 8500 Kilogramm schwer, 6,30 Meter lang, 2,40 Meter breit und 3,10 Meter hoch. Zur Ausstattung gehören ein 1000-Liter-Wassertank, eine Chiemseepumpe, ein elektronisch gesteuerter Lichtmast Flexlight LED zur Umfeldbeleuchtung, ein portabler Stromerzeuger, eine Tragkraftspritze, eine dreiteilige Schiebeleiter und ein Hygieneboard. „Zwei Atemschutzgeräte sind bereits in der Kabine verbaut“, erklärte Schüller den wissbegierigen Zuschauern. „Wir sind wahrlich gut aufgestellt.“
Die Freiwillige Feuerwehr in Rieden gibt es seit mittlerweile 91 Jahren, das 90-jährige Bestehen im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des Feuerwehrtags der Verbandsgemeinde Mendig groß gefeiert. Seit sage und schreibe 42 Jahren fungiert Urban Reuter als Wehrführer. Im Dezember des Jahres soll oder muss aber Schluss sein. Der selbstständige Schlossermeister wird am 22. Februar des nächsten Jahres 63 Jahre alt und wechselt in die Alterswehr über.
Neben der Feuerwehr hat Reuter eine zweite heimliche Liebe: die Riedener Passionsspiele. 1985, 1995 und 2000 stand er als Jakobus, 2005, 2011 und 2017 als Petrus auf der Bühne. Ausgerechnet an Karfreitag zum insgesamt 100. Mal. Für die Verkehrsregelung war natürlich wieder einmal die Riedener Feuerwehr verantwortlich, während der 22 Vorstellungen leisteten 13 Feuerwehrleute 2196 Einsatzstunden ab.
26 aktive Feuerwehrmänner
Um die Zukunft der Riedener Feuerwehr muss sich Reuter bei knapp 200 Mitgliedern keine Sorgen machen. 26 Aktive gehören zur Wehr, drei Kinder sind in der Jugendfeuerwehr, drei Senioren in der Alterswehr vertreten. Reuter wird vom stellvertretenden Wehrführer Bertram Portz, von den Gerätewarten Pascal Reuter und Alexander Reuter (seine Söhne), von Kassierer Christian Hilger sowie von den beiden Jugendwarten Armin Portz und Dirk Sauerborn bestens unterstützt.
Etwa 15 Stunden vor dem Tag der offenen Tür in Rieden war die Freiwillige Feuerwehr Volkesfeld beim Hochwasser in Mendig im Einsatz, die Kameraden aus Rieden durften es bei der Bereitschaft belassen und ihr Fest vorbereiten. Nach dem traditionellen Fassanstich und dem Mittagstisch unterhielt der Musikverein Retterath unter der Leitung von Andreas Könen und dem Vorsitzenden Theo Simon die Gäste, danach gab es Kaffee und Kuchen, bevor der Tag der offenen Tür mit der Segnung des MLF B seinen Höhepunkt fand.
Seine Feuertaufe hatte das MLF B zu diesem Zeitpunkt allerdings schon hinter sich gehabt: Die Feuerwehrleute hatten zu einem Küchenbrand in Rieden ausrücken müssen. Ortsbürgermeister Andreas Doll, selbst Feuerwehrmann, brachte es auf den Punkt: „Hier wissen alle ganz genau, was zu tun ist. Die Bevölkerung wird von diesem neuen tollen Fahrzeug profitieren, die Sicherheit ist zu jeder Zeit gewährleistet. Dennoch hoffen wir alle, dass das MLF B so selten wie möglich eingesetzt wird.“
Pfarrer Erich Fuchs segnet das neue Fahrzeug.
Früh übt sich, was ein Feuerwehrmann werden will: der zweijährige David Krauß mit seinem Vater Andreas und der 17 Monate alte Simon Doll (rechts).
Mensch und Tier zeigten großes Interesse.
