Löhr Gruppe Gastgeber des traditionellen Jahresempfangs
Wirtschaft trifft auf Politik und Verwaltung
Neuwied. Es war, was es sein sollte: Zum IHK Empfang der Wirtschaft traf Wirtschaft auf Politik und Verwaltung. Neben dem zwanglosen Come together sorgte Psychologin und Coach Daniela A. Ben Said für neue Erkenntnisse in der Mitarbeiterführung. Eingeladen hatten die IHK Neuwied und ihre Kooperationspartner, darunter die Wirtschaftsförderung im Landkreis Neuwied (WFG) und die Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald. Gastgeber war in diesem Jahr Löhr Automobile Neuwied. Als glückliche Fügung bezeichnete Christina Degenhart, Geschäftsführerin der Löhr Automobile Neuwied, ausgerechnet im zehnten Jahr des Bestehens des Empfangs, Gastgeber zu sein. „Der Empfang ist mittlerweile aus dem Jahreskalender nicht mehr wegzudenken“, sagte Christian zur Hausen, Vorsitzender des IHK-Beirats für den Landkreis Neuwied.
Das Interesse der Wirtschaft am Austausch mit der Politik sei ungebrochen. Die Spitzen der Politik, das waren an diesem Nachmittag der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und die Landtagsabgeordneten Ellen Demuth und Dr. Jan Bollinger. Den Kreis- und Stadtvorstand vertraten Landrat Rainer Kaul, Beigeordneter Achim Hallerbach und Bürgermeister Jan Einig. Mehrere Verbandsgemeinden waren durch ihre Bürgermeister vertreten. Mit dem Empfang der Wirtschaft hat Christian zur Hausen persönlich gute Erfahrungen gemacht. 2010 war er selbst mit seinem Unternehmen Ausrichter gewesen. Die rund zweihundert Unternehmensvertreter ermunterte er, es ihm gleich zu tun. Für Christina Degenhart war das Gipfeltreffen in ihrem Haus eine Ehre: „Wir stehen hier für den Handel und das Handwerk und möchten die Region mit unserem Beitrag unterstützen“. Die Wirtschaft bezeichnete sie als den Motor des hiesigen Wirtschaftsraumes, gelegen zwischen den Metropolregionen Rhein-Main Gebiet und Köln-Bonn. „Unsere Arbeitsplätze sichern die Zukunft der Menschen“, so die Unternehmerin. Unternehmer zu sein bedeutet für sie, soziale Verantwortung zu übernehmen.
Die Basis des Erfolgs liegt für Christina Degenhart in der Mitarbeiterzufriedenheit. „Diese Zufriedenheit wird auf die Kunden übertragen“, so die Geschäftsführerin. Damit gab sie das Stichwort zum Gastvortrag des Tages. Unter der Überschrift „Mitarbeiterführung – diskutierst Du noch oder führst Du schon“, hielt Daniela A. Ben Said einen spannenden Impulsvortrag. Führung der Mitarbeiter ist für sie Coaching der Mitarbeiter mit ambitioniertem Ziel. Der beste Chef sei derjenige, der nicht gebraucht wird. Schlechte Mitarbeiter gibt es für sie nicht. „Jeder Chef hat das Team, dass er verdient“, so Daniela A. Ben Said. Vorbei seien die Zeiten, in denen sich die Bewerbungen stapeln. Stattdessen müssten sich die Unternehmen um die Mitarbeiter bemühen. „Employer Branding“ nennt sich das. „Die Menschen müssen Lust haben, für sie zu arbeiten“, schrieb die Beraterin den Wirtschaftsvertretern ins Stammbuch. Erreichen kann man das Ziel, indem man den Mitarbeitern ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt. Das kann beim Firmenlogo auf der Bekleidung anfangen und bei einer persönlichen Begrüßung nach dem Urlaub noch lange nicht enden. Ein „Danke“ auf der Gehaltsabrechnung oder eine Geburtstagskarte sind weitere Beispiele, um den Mitarbeitern ein „zuhause“ zu bieten. „Sie können sich heutzutage keine schlechte Führung erlauben, die Mitarbeiter sind ihr wichtigstes Kapital“, so Daniela A. Ben Said. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Mitarbeiter mit Samthandschuhen angefasst werden müssen. Der Chef müsse nicht mit allen Angestellten zurechtkommen. Wer den Brunnen vergiftet, müsse weg. Klarheit, Konsequenz, Berechenbarkeit und Kommunikation sind für Daniela A. Ben Said die wichtigsten Regeln. Mitarbeiter führen, heißt für sie, die Menschen aus der Komfortzone zu holen. Die größte Schwierigkeit für den Chef sei das Schweigen des Mitarbeiters auszuhalten und nicht für ihn zu denken. Das Ziel läge darin, dass die Mitarbeiter aus sich heraus die Antworten geben, von denen man selbst glaubt es seien die Richtigen. Den Managern mit auf den Weg gab sie die Empfehlung „Gelassenheit durch Kompetenz“. Die Tochter arabischer Einwanderer aus einfachen Verhältnissen, berichtete von ihrem steinigen Weg in die höhere Gesellschaft. Wissen und Kenntnisse aneignen, schaffe Sicherheit und souveränes Auftreten. „Mache das was du kannst, mit dem was du hast, wo du gerade bist“, so Daniela A. Ben Said. Rudolf Röser, der Vorsitzende der Kreishandwerksmeister Rhein-Westerwald hatte das Schlusswort, bevor es zum gemütlichen Teil des Empfangs überging. Er unterstrich noch einmal die Bedeutung der Mitarbeiter für das Unternehmen. Das Gespür für die eigenen Angestellten sei heutzutage ebenso wichtig, wie das Verkaufsgespräch mit den Kunden. FF
Mit einer Urkunde bedankte sich Rudolf Röser (Vorsitzender der Kreishandwerksmeister) bei Löhr Automobile Neuwied Geschäftsführerin Christina Degenhart für die Ausrichtung des IHK-Empfangs.
Neue Erkenntnisse in der Mitarbeiterführung vermittelte den Managern Coach und Psychologin Daniela A. Ben Said.
