Allgemeine Berichte | 05.03.2025

Wissenschaft und Ethik für eine resiliente Zukunft

Dr. Bert Droste-Franke im Gespräch mit den Schülern des Gymnasiums Calvarienberg

Ahrweiler. Klimawandel, Naturkatastrophen, Krisen - wie kann Ethik in Kombination mit anderen Wissenschaften und PraktikerInnen dazu beitragen, gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Philosophie-Grundkurses der MSS 12 des Gymnasiums Calvarienberg unter Leitung von Dr. Annette Gies, Schulleiterin des Gymnasiums Calvarienberg, bei ihrem Besuch des IQIB - Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung.

IQIB entwickelt zukunftsorientierte Lösungen zur Stärkung der Resilienz von Regionen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Gestaltung von Energiesystemen, dem Wissenstransfer von Smart-City-Lösungen und der Entwicklung von Zukunftsszenarien zur Beurteilung der Auswirkungen von Innovationen auf die Gesellschaft. IQIB ist eine Tochtergesellschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR).

Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit steht die rationale Technikfolgenabschätzung, bei der es sich um einen Ansatz handelt, der sowohl wissenschaftliche als auch ethische und gesellschaftliche Aspekte bei Entscheidungen betrachtet. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen praxisnahe, gesellschaftlich akzeptierte und nachhaltige Lösungen entstehen. Die große Herausforderung liegt dabei in der Zusammenführung der einzelnen Faktoren.

„Unsicherheiten gehören zur Wissenschaft“, erklärte Dr. Bert Droste-Franke, Themenfeldleiter für„Systemevaluation und gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit“, in seinem Vortrag.

Unterschiedliche Fachperspektiven erzielten durch abweichende Schwerpunktsetzung unterschiedliche Ergebnisse. Das sei ein natürlicher Prozess, der jedoch oft zur Verunsicherung in der Gesellschaft führe. Ziel sei es deshalb, wissenschaftlich begründete, aber auch sozial und ethisch robuste Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Das sei besonders in Zeiten zunehmender Krisen und Naturkatastrophen und vor dem Hintergrund des Klimawandels eine dringende und zugleich herausfordernde Aufgabe.

Wie Forschung vor Ort in der direkten Umsetzung wirksam wird, erläuterte Droste-Franke am Beispiel des Projekts „Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz“ (KAHR). In seiner Rolle als Projektbüro für Rheinland-Pfalz ist es die Aufgabe von IQIB, die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts in die Anwendung vor Ort zu transferieren. Im Rahmen von KAHR wurden zum Beispiel Präventionsmaßnahmen entwickelt, um die Folgen von Flutkatastrophen wie im Ahrtal zu mildern. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse allein reichten nicht aus - es brauche auch gesellschaftliche Akzeptanz, so Droste-Franke. Wirtschaftliche Argumente dienten dabei als bedeutender Anreiz, da Menschen stärker auf direkte wirtschaftliche Folgen als auf langfristige Umweltveränderungen reagieren.

Auch die Integration von Praxisakteuren in den wissenschaftlichen Diskurs spielt für das IQIB eine wichtige Rolle. Die Forschungsprojekte sind in der Regel Verbundprojekte, in denen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten. „Das stellt sicher, dass die erarbeiteten Konzepte auch realistisch umsetzbar sind“, sagt Droste-Franke.

Für die jungen Philosophen stand am Ende des Besuchs fest: Wissenschaft ist nicht neutral, sondern immer mit gesellschaftlichen und ethischen Fragestellungen verbunden. „Es war spannend zu sehen, wie Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten müssen, um echte Lösungen zu finden“, sagte die Schülerin Sophia Sezal nach dem Vortrag.

Nur durch eine reflektierte, umsichtige und inkludierende Herangehensweise lassen sich nachhaltige Entscheidungen treffen — ein Anspruch, dem sich das IQIB verpflichtet fühlt.

Für den Sommer ist ein gemeinsames Projekt geplant: Der Modell-Kubus „SmartEnergyCity“ des IQIB soll für die Projektwoche „Solarcamp“, die gemeinsam mit dem Kreis Ahrweiler am Gymnasium und der Realschule Calvarienberg durchgeführt werden soll, genutzt werden. Gemeinsam sollen weitere Bildungsprojekte umgesetzt werden.

Dr. Bert Droste-Franke im Gespräch mit den Schülern des Gymnasiums Calvarienberg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Zukunft trifft Tradition KW 18
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Titel
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Stellenanzeige Sachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
89

Die Woche vom 11. bis 17. Mai bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Gefühle klären sich, Entscheidungen rücken näher und im Alltag zeigen sich neue Chancen. Rund um den Vatertag am 14. Mai zieht es viele Menschen ins Freie. Gemeinsame Aktivitäten sorgen für Ausgleich, können aber auch Spannungen offenlegen. Wer aufmerksam bleibt, erkennt früh, wo es sich lohnt, innezuhalten oder aktiv zu werden.

Weiterlesen

Verleihung Ehrenamtspreis Stadt Andernach am 29. April 2026 (v.l.n.r.): Bürgermeister Claus Peitz, Gerd Kaul, Vorsitzende des Vereins Freundschaftskreis Dimona-Andernach e.V. Barbara Söhngen, Oberbürgermeister Christian Greiner)Foto: Sebastian Waluga
21

Andernach. Im Historischen Rathaus der Stadt Andernach sind am 29. April 2026 zwei besondere ehrenamtliche Engagements mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ehrte Oberbürgermeister Christian Greiner den Miesenheimer Bürger Gerd Kaul sowie den Verein Freundschaftskreis Dimona-Andernach e. V. für ihren langjährigen Einsatz.

Weiterlesen

Symbolbild.
214

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Weitere Artikel
10

Ab dem 28. Mai auf dem Unkeler Sportplatz

Deutsches Sportabzeichen in Unkel erwerben

Unkel. Es ist wieder so weit: Ab Donnerstag, dem 28.05.2026, besteht die Möglichkeit, zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr nach telefonischer Absprache das Deutsche Sportabzeichen auf dem Unkeler Sportplatz zu erwerben. Dies erfolgt im Rahmen von Training und Abnahme.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Wir helfen im Trauerfall
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Werksverkauf Anhausen
Dachdecker (m/w/d)
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre NOWI
Zukunft trifft Tradition KW 18
Jubiläum
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Stellenanzeige
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
AzubiSpots Bad Neuenahr