Viele Leute feierten mit dem MGV Höhr am Flürchen
„Wo man singt, da lass dich nieder“
Höhr-Grenzhausen. Vor knapp 60 Jahren kochte ein junger Sänger eine große Menge Erbsensuppe und verteilte sie an die Menschen. Im Rahmen eines Festes, ausgerichtet vom Männergesangsverein 1842 Höhr e.V., durften die Gäste das geheime Rezept kosten und sich selbst überlegen, ob sie ein zweites Mal kommen. Und das taten sie. Denn aus diesem Grund konnte der Gesangverein auch in diesem Jahr wieder das alljährliche Waldfest ausrichten und gemeinsam mit sämtlichen Musikliebhabern im kühlen Schatten an der Grillhütte am Flürchen die hausgemachte Erbsensuppe löffeln. Der Verein, der aus rund 120 Mitgliedern besteht, von denen 20 aktiv und regelmäßig singen, gründete sich 1842. Damit ist er einer der ältesten Männergesangsvereine im Westerwald und feiert im nächsten Jahr stolz sein 175-jähriges Bestehen. Unter dem Vorsitz von Karsten Fischer und dem 2. Vorsitz von Benedikt Specht sorgen die musikalischen Männer für den Erhalt des altdeutschen Liedguts. Das Liederspektrum reicht von alten Klassikern bis hin zu modernen Hits. Ihr Können präsentieren sie auf vielen ortseigenen Veranstaltungen, wie beispielweise der Kirmes in Höhr-Grenzhausen. Für den interkulturellen Austausch des Vereins sorgt eine Partnerschaft mit der italienischen Stadt Laigueglia.
Sänger auf Nachwuchssuche
Doch obwohl das Männergesangsvereinsleben viel zu bieten hat, fehlt es den ca. 32-80 jähri
gen Männern an Nachwuchs. In den Proben jeden Freitag im Casino in Höhr-Grenzhausen fehlen die jugendlichen Stimmen und kreativen Ideen. Aber besonders ist der Vorstand um die Zukunft besorgt. Wie soll noch weitere 175 Jahre in Höhr gesungen werden, wenn es keine Leute gibt, die mitmachen? Das familienfreundliche Fest im Wald am Flürchen soll zeigen, wie schön der Zusammenhalt in einer Gruppe sein kann und dass Männergesangsverein nicht nur die Männer betrifft. Für leckeren Kuchen und herzliche Bedienung sorgten die Frauen des Vereins.
Auf ein außergewöhnliches Programm oder Musik wurde verzichtet, da man heutzutage andauernd irgendwo beschallt wird, und auf dem Waldfest in Höhr einfach einmal die Natur und ihre Klänge genießen sollte. Bei munterem Zusammensein konnten die Gäste von Samstagnachmittag bis Sonntagabend dem Zwitschern der Vögel, dem Rascheln der Bäume oder den im Wald tobenden Kindern lauschen. Das absolute Highlight des Fests war aber natürlich die selbstgemachte Erbsensuppe. Das Rezept, welches mindestens so alt ist, wie das Fest an sich, begeistert noch heute die Massen und lässt viele hungrige Mäuler den Berg zum Flürchen erklimmen.
Die nächste kulinarische Köstlichkeit wird es im Herbst beim Aschenbratenfest geben. Bis dahin üben die Männer fleißig ihre Lieder, trainieren ihre Stimmen und hoffen, dass bald der ein oder andere Nachwuchssänger zur wöchentlichen Probe findet.
