Allgemeine Berichte | 30.01.2016, 14:21 Uhr

Im intensiven Austausch erkennen Vereine und Institutionen Lösungsansätze

World-Café bringt weiteren frischen Wind ins Andernacher Ehrenamt

Die Stadtspitze sowie die Projektverantwortlichen und -beteiligten freuen sich auf ein sicherlich fruchtbares „World-Café“. Fotos: MKA
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Andernach. Jeder Dritte in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich, sagen Erhebungen. Aktuell zeigen es vor allem die vielfältigen Anstrengungen im Zusammenhang mit der Migration von Asylbewerbern: Ohne ehrenamtlich wirkende Bürgerinnen und Bürger ist „kein Staat und keine Stadt zu machen“. Auch die Stadt Andernach hat die Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements schon lange im Blick. Mit der Teilnahme an der landesweiten Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ ist es ihr mit Bürgerinnen und Bürgern gelungen, in der Bäckerjungenstadt dem Thema „Ehrenamt“ neue und zukunftsweisende Impulse zu geben. Nun soll es Ende Februar, nach den Worten von Oberbürgermeister Achim Hütten, mit der Ausrichtung eines sogenannten „World-Cafés“ einen „zweiten Aufschlag“ geben.

„World-Café“ - was ist das?

Mit dem sogenannten „World-Café“ können neue Ideen und neues Wissen in Vereine und Initiativen gebracht werden. Dieses Instrument, eine Workshop-Methode“ die von US-amerikanischen Unternehmensberatern entwickelt wurde, ist geeignet für kleine und große Gruppen. Für die Veranstaltung eines solchen „World-Cafés“ spricht die Erkenntnis, dass das Entscheidende zur Wissens- und Ideengewinnung nicht im Plenum wächst, sondern an Gesprächstischen. World-Cafés eignen sich nicht nur für internationale Konzerne, politische Organisationen, Gemeinden, Städte und Verbände sondern auch für den kleinen Verein und dann besonders, wenn die Teilnehmer einen Querschnitt bieten, der von einem gemeinsamen Thema betroffen ist.

Wie kam es zum „World-Café“ für Ehrenamtliche?

Angeregt durch eine Anfrage des Landesbeauftragten für ehrenamtliches Engagement, Bernhard Nacke, hatte sich die Stadtspitze im vergangenen Jahr mit Beteiligten der Ehrenamtsinitiative zusammengesetzt, um über eine weitere Runde im Rahmen Initiative zu sprechen. Schließlich ist die Zukunft des Ehrenamts von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Stadt. Fast zeitgleich erreichte die Stadtverwaltung der Anruf einer Studierenden der Hochschule Koblenz, die für eine Gruppe von Bachelor-Aspiranten für die Ausrichtung eines „World-Cafés“ in Andernach warb. Deren Organisation und Umsetzung soll ein Baustein der Abschluss-Arbeit von sechs Studierenden sein. Die Verantwortlichen der Stadt zeigten sich gegenüber dem Projekt aufgeschlossen und verständigten sich mit den Studierenden und ihrem Professor auf die themengebende Fragestellung „Fortentwicklung des Ehrenamtes in Andernach?“ Das Projekt startete dann Anfang November. Oberbürgermeister Hütten, der die positiven Effekte eines World-Cafés aus eigener Erfahrung bestätigten kann, verspricht sich einiges an Erkenntnissen zu Fragestellungen zu den Themen Zukunftsgestaltung, Anliegen und Probleme, Themen-Priorisierung. „Nur wenn wir wissen, welche Bedürfnisse die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger haben, können wir auch mit ihnen gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Wie läuft so ein „World-Café“ ab?

Professor Dr. Oliver Baedorf (Hochschule Koblenz), der mit drei Studierenden am Pressegespräch teilnahm, dankte der Stadt für die Kooperation und Unterstützung und zeigte sich erfreut über den bisherigen guten Verlauf. Der theoretische Teil der Projektarbeit sei schon mit der Note 1 bewertet worden. Im ersten Schritt wurden Anfang November 142 Fragebögen an ortsansässige Organisationen, Vereine und Initiativen versandt. Die überdurchschnittliche Rücklaufquote von 35 Prozent bietet nun den Projektverantwortlichen eine gute Grundlage für die konkrete Formulierung von Fragestellungen, die schließlich im Rahmen des „World-Cafés“ reflektiert werden sollen. In der gemütlichen Atmosphäre eines Schiffes gibt es dann hoffentlich intensive Diskurse in kleinen Kreisen. Tischaufstellern kann das jeweils vorgesehene Thema für den jeweils 15-minütigen Austausch an den rund zehn Tischen entnommen werden. Die insgesamt erwarteten 200 Teilnehmer/Innen werden jeweils die Tische wechseln, an denen ein „Gastgeber“ begrüßt, die Ergebnisse kurz zusammenfasst und die Diskutanten verabschiedet. Die Methode gewährleistet eine Vertiefung der Erkenntnisse des Erfahrenen und ein schnelleres Kennenlernen, ohne Berührungsängste. Faszinierend sei, so Achim Hütten, das man bei der Präsentation der Ergebnisse nicht mehr feststellen könne, wer die jeweilige Idee hatte. Diese seien schließlich im gemeinsamen Gespräch gewachsen. Ein regelmäßiger Nebeneffekt eines „World-Cafés“ ist darüber hinaus die Vernetzung der Teilnehmenden, die durch die interaktiven Diskussionsrunden quasi „nebenbei“ passiert.

„In Andernach ist das Feld so gut wie bestellt“

Rüdiger Schäfer, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Andernach, begrüßte die Entwicklung der lokalen Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ und das belebende Instrument „World-Café“. Die Ehrenamtsinitiative habe bereits dazu geführt, dass Menschen miteinander in Kontakt gekommen sind, und stoße auf ein wachsendes Interesse. Schäfer würdigte das unterstützende Engagement der Stadt Andernach: „Das Feld in Andernach ist so gut wie bestellt.“

Das „World-Café“ findet am Donnerstag, 25. Februar, 17 Uhr auf dem Schiff MS Vallendar statt, das am Andernacher Rheinufer liegen wird. Teilnehmen können angeschriebene Vereine, Initiativen und Institutionen, gerne aber auch weitere Interessierte. Auf Grund der begrenzten Kapazität des Schiffes bittet die Stadtverwaltung um Anmeldung unter Tel. (0 26 32) 92 21 02 oder per E-Mail an bueroleitung@andernach.de

Oberbürgermeister Achim Bürgermeister zeigte sich begeistert von der Idee des „World-Cafés“ für Andernacher Vereine, Initiativen und Institutionen; (l.) im Bild Bürgermeister Claus Peitz; (r.) Barbara Vogt, Leiterin des Hauptamts.

Oberbürgermeister Achim Bürgermeister zeigte sich begeistert von der Idee des „World-Cafés“ für Andernacher Vereine, Initiativen und Institutionen; (l.) im Bild Bürgermeister Claus Peitz; (r.) Barbara Vogt, Leiterin des Hauptamts.

Eine Seite des an Vereine und Institutionen versandten Fragebogens sowie ein Beispiel für einen der Tischaufsteller, die die Themen der jeweiligen Gesprächskreise beschreiben.

Eine Seite des an Vereine und Institutionen versandten Fragebogens sowie ein Beispiel für einen der Tischaufsteller, die die Themen der jeweiligen Gesprächskreise beschreiben.

Die Stadtspitze sowie die Projektverantwortlichen und -beteiligten freuen sich auf ein sicherlich fruchtbares „World-Café“. Fotos: MKA

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