Allgemeine Berichte | 28.02.2025

Verkehrsunfallbilanz 2024 der Polizeidirektion Neuwied

Zahl der Verkehrsunfälle rückläufig

Symbolbild.  Foto: ROB

Kreis Neuwied. Die Verkehrsunfallbilanz 2024 fasst das Verkehrsunfallgeschehen des vergangenen Jahres im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Neuwied (Kreise Neuwied und Altenkirchen) zusammen und stellt damit die wesentliche Grundlage zur Betrachtung der Unfallentwicklung dar, in deren Folge polizeiliche Maßnahmen, orientiert an erkannten Entwicklungen weitergeführt oder gegebenenfalls in Teilbereichen intensiviert werden müssen.

Im zugrundeliegenden Berichtszeitraum 2024 wurden im Bereich der Polizeidirektion Neuwied insgesamt 9.626 Verkehrsunfälle registriert. Dies stellt einen erfreulichen Rückgang um 105 Verkehrsunfälle oder 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Rund 70 Prozent aller Unfälle ereigneten sich innerhalb der geschlossenen Ortschaft.

Bei 1.036 Unfällen entstand Personenschaden, bei 11 Unfällen starben 12 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich bei den Unfällen mit Personenschäden eine leicht steigende Tendenz um 2,3 Prozent. Insgesamt verunglückten 1.331 Verkehrsteilnehmer (- 0,7 Prozent). Die Anzahl der Schwerverletzten mit insgesamt 212 liegt geringfügig unter dem Vorjahresniveau (-1,9%). Als schwerverletzt gilt ein Unfallbeteiligter, wenn er zu einer länger als 24 Stunden andauernden stationären Behandlung ins Krankenhaus verbracht wird.

Verkehrsunfälle mit Flucht

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Flucht nahm geringfügig um 0,5 Prozent auf insgesamt 2.119 Unfälle ab (2023: 2.130 Unfälle). Damit flüchtete wie in den Jahren zuvor jeder Fünfte Unfallbeteiligte von der Unfallstelle. 812 Fälle konnten von der Polizei aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 38,3 Prozent entspricht.

Verkehrsunfällemit Kinderbeteiligung

Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung stiegen leicht um 2,1 Prozent auf 98 Unfälle. 87 verunglückte Kinder wurden insgesamt registriert. 10 Kinder erlitten schwere Verletzungen und bei 7 Unfällen war ein Zusammenhang mit dem Schulweg zu sehen.

Risikogruppe „Junger Fahrender“

Bei der Risikogruppe „Junger Fahrender“ im Alter von 18 bis 24 Jahren treffen häufig mangelnde Fahrerfahrung und erhöhte Risikobereitschaft aufeinander und führen zu teilweise folgenschweren Verkehrsunfällen. Die Unfallbeteiligung „Junger Fahrender“ ist im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise um 4,3 Prozent leicht gesunken. Auch im Bereich der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist bei den jungen Fahrenden ein geringer Rückgang festzustellen (- 2,4 Prozent).

Unverändert hoch zum Vorjahr blieb die Anzahl der schwerletzten Jungen Fahrenden (31 Schwerverletzte). Auch in der langfristigen Betrachtung bewegt sich die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung Junger Fahrender auf gleich hohem Niveau.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren

Bei Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren ab 65 Jahren war eine nochmalige leichte Zunahme um 1,4 Prozent auf 2.161 Unfälle festzustellen. Senioren sind inzwischen an mehr Verkehrsunfällen beteiligt als junge Fahrende.

Die Jahresunfallbilanz weist 184 verletzte Senioren auf (+13,6 Prozent). Zwei Senioren starben.

Radfahrerunfälle

Das Fahrrad bzw. Pedelec als Fortbewegungsmittel liegt ungebrochen im Trend. Das zeigen auch die Verkehrsunfallzahlen. So wurden 210 Verkehrsunfälle mit Radfahrenden im vergangenen Jahr registriert, davon 47 mit Beteiligung eines Pedelecs. Das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 190 Radfahrerunfälle). In rund 80 Prozent dieser Unfälle kam es zu Personenschäden.

168 Radfahrende verunglückten. Erfreulich ist, dass kein Radfahrender ums Leben kam, jedoch verletzten sich 39 schwer. Leider tragen immer noch sehr viele Radfahrende keinen Schutzhelm, obwohl diese Schutzausrüstung nachweislich das Risiko, eine schwere Kopfverletzung zu erleiden, deutlich minimiert.

Motorradunfälle

Das Motorradfahren gehörte auch 2024 wieder mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Die Polizei registrierte in der Risikogruppe der Motorradfahrenden insgesamt 215 Verkehrsunfälle. Das sind 17,5 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 183 Motorradunfälle). Bei 165 Unfällen war Personenschaden zu beklagen. Vier Biker starben, 39 wurden schwer verletzt.

Bei rund 40 Prozent handelte es sich um „Alleinunfälle“. In diesen Fällen war eine nichtangepasste Geschwindigkeit weit überwiegend als unfallursächlich anzunehmen.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines LKW

Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines LKW bleiben auch im langfristigen Vergleich auf hohem Niveau bei 1.040 Unfällen. Das Jahresmittel liegt bei 1.054 Unfällen. In rund 94 Prozent der Fälle handelte es sich um reine Sachschadensunfälle. Unter den wenigen Personenschadensunfällen (59 Unfälle) mit insgesamt 78 verunglückten Personen sind bedauerlicherweise auch drei getötete Menschen zu beklagen. Positiv ist, dass die Anzahl der Personen, die bei einem Unfall mit Beteiligung eines LKW verletzt wurden, im Vergleich zum Vorjahr nochmals um rund 16 Prozent zurückgegangen ist.

Unfallursachen

Mit Blick auf die Unfallursachen ist ein unzureichender Sicherheitsabstand Hauptunfallursache Nr. 1. Inzwischen gehen rund 37 Prozent (3.591 Unfälle) aller registrierten Unfälle auf die Missachtung der Abstandsregeln zurück, obwohl die technische Sicherheitsausrüstung in den Fahrzeugen immer weiter fortschreitet.

Auch das Fahren mit nicht angepasster oder zu hoher Geschwindigkeit gehört nach wie vor zu den Hauptunfallursachen, ging nach dem Höchststand im Vorjahr (771 Unfälle) jedoch um 8,9 Prozent auf 702 Unfälle zurück. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist auch weiterhin Hauptunfallursache für Verkehrsunfälle mit Personenschaden, denn bei fast jedem dritten Unfall, der auf die Ursache Geschwindigkeit zurückzuführen ist, sind Verletzte zu beklagen. Im vergangenen Jahr starben vier Menschen infolge des Fahrens mit nicht angepasster Geschwindigkeit.

Ein Rückgang um ca. 9,7 Prozent auf 65 Unfälle ist bei den

Ablenkungsunfällen festzustellen. Seit 2021 werden diese Unfälle statistisch erfasst, die sich infolge von Unachtsamkeit in Form einer Ablenkung, beispielsweise durch die Nutzung von Smartphones oder anderen elektronischen Geräten ereignet, haben. Mit gezielten Kontrollmaßnahmen konnten im Direktionsbereich Neuwied unter anderem 818 Ordnungswidrigkeiten wegen Ablenkungsverstößen, ohne dass es zum Unfall kam, festgestellt und angezeigt werden.

Eine weitere ernstzunehmende Unfallursache stellt ungebrochen die Alkohol- oder Drogenbeeinflussung am Steuer dar. So registrierten die Dienststellen insgesamt 162 Unfälle im Zusammenhang mit einer Alkoholbeeinflussung (Vorjahr 161) und mit 59 Unfällen, bei denen der Fahrer unter dem Einfluss von Drogen stand, einen starken Anstieg um 78,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fest (2023: 33 Unfälle). 78 Unfälle endeten mit Personenschaden. Im Rahmen von gezielt ausgerichteten Kontrollmaßnahmen konnten im letzten Jahr insgesamt 394 alkoholisierte und 341 drogenbeeinflusste Fahrer aus dem Verkehr gezogen werden, noch bevor es zum einem Unfall kam. Hinzu kommen 21 Fälle bei denen die Beamten eine sogenannte Trunkenheitsfahrt vor Fahrtantritt verhindern konnten.

Verkehrssicherheitsarbeit ist nach wie vor eine Kernaufgabe und zugleich besonderes Anliegen der Polizei. Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen um den Klimawandel und der politisch eingeleiteten Verkehrswende unter Einbeziehung neuer Arten der Verkehrsbeteiligung sowie der Forcierung von Elektro-Mobilität, ist und bleibt Mobilität altersgruppenübergreifend von zentraler Bedeutung. In der Folge gilt es auch für die Polizei, den Herausforderungen bei steigender Verkehrsdichte, unterschiedlichen Verkehrsbeteiligungsformen und fortschreitender technischer Entwicklung in einer Form gerecht zu werden, die es allen Verkehrsteilnehmenden ermöglicht, weiterhin sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Die Polizeidirektion Neuwied wird daher ihre Schwerpunkte in der Verkehrssicherheitsarbeit auch weiterhin so wählen, dass der Fokus auf besonders gefährdete und unfallbelastete Risikogruppen gerichtet ist und diesen sowie den übrigen Verkehrsteilnehmenden durch verschiedenste, gezielte Maßnahmen eine sichere Verkehrsteilnahme er öglicht wird.

Pressemitteilung

Polizeidirektion Neuwied

Symbolbild. Foto: ROB

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