Allgemeine Berichte | 03.07.2024

Menschen mit Behinderung haben es schwer auf dem Wäller Arbeitsmarkt

Zahl innerhalb eines Jahres um 1/3 gestiegen

Bei einem Betriebsbesuch überzeugte sich eine Fachdelegation auf Einladung des SBR bei der ITEX Gaebler Industrie-Textilpflege im Industriegebiet Heiligenroth davon, welche vielfältigen Chancen das Unternehmen Menschen mit einem Handicap bietet. Foto: Uli Schmidt

Westerwaldkreis.Im Mai 2024 waren in Deutschland 173.224 Menschen mit Behinderung arbeitslos gemeldet. Wenn man sich die Vergleichszahl vom Mai 2023 anschaut, wird deutlich, wie dramatisch sich die Situation „Behinderter“ auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im letzten Jahr verschlechtert hat. Im Mai 2023 waren nämlich 163.075 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, das waren über 10.000 weniger als im Mai 2024. Der Senioren- und Behindertenrat (SBR) Westerwald weist darauf hin, dass auch hier bei uns die Situation besorgniserregend ist.

Laut der Statistik der Arbeitsagentur Montabaur gab es im Mail 2024 289 schwerbehinderte Menschen ohne Arbeit im Westerwaldkreis, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat von 32 %. Im Juni gab es einen Rückgang auf 286 betroffene Personen.

Betrachtet man die Zahlen vor der Corona-Pandemie, dann ist der Unterschied zu den derzeitigen Zahlen noch größer. Im Mai 2019 waren demnach insgesamt 155.131 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind über 18.000 weniger als heute. Zum Vergleich: Im Westerwald waren im Mai 2019 nur 222 Menschen mit einer Behinderung arbeitslos, 69 weniger als aktuell.

Bei diesen Zahlen sind die ca. 320.000 schwerbehinderten Menschen nicht berücksichtigt, die mit einem Durchschnittsentgelt von bundesweit 226 Euro im Monat weit unter dem Mindestlohn und bei einer äußerst geringer Vermittlungsquote von 0,35 Prozent jährlich kaum Chancen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben. Und eine angedachte Reform des deutschen Werkstätten-Systems ist wegen Widerständen nicht in greifbarer Nähe. Da ist es für den SBR auch wenig Trost, dass die Caritas-WfbM bei uns gut aufgestellt ist.

Wer Inklusion auf dem Arbeitsmarkt will, findet oft einen Weg - wer sie nicht will, findet Ausreden! Nach Meinung von SBR-Koordinator Uli Schmidt (Horbach) stehen bei zu vielen privaten und öffentlichen Arbeitgebern noch die Ausreden im Mittelpunkt. „Dabei gibt es auch bei uns zahlreiche hochengagierte Unternehmen, die das richtig gut machen und Menschen mit einem Handicap eine Chance geben“, so Schmidt. Auch über Inklusionsfirmen oder das Budget für Arbeit sei vieles möglich, was bei weniger Bürokratie noch wirksamer werden könne. Davon habe sich das SBR-Netzwerk bei zahlreichen Betriebsbesuchen und Fachgesprächen überzeugt. Eine Veranstaltung zum Thema wird vorbereitet. Kontakt gerne per Email unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Pressemitteilung des

Senioren- und

Behindertenrates Westerwald

Bei einem Betriebsbesuch überzeugte sich eine Fachdelegation auf Einladung des SBR bei der ITEX Gaebler Industrie-Textilpflege im Industriegebiet Heiligenroth davon, welche vielfältigen Chancen das Unternehmen Menschen mit einem Handicap bietet. Foto: Uli Schmidt

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Titelanzeige KW 15
Anlagenmechaniker
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Angebotsanzeige (April)
Wohnträume
Veranstaltung 15.April
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Empfohlene Artikel
Der weise Zauberer Gandalf wacht über die Wanderschar. Foto: Horst Hohn
33

Stellen Sie sich das mal vor: Jemand drückt Ihnen einen Ring in die Hand, den Sie tausende Kilometer entfernt in den Schlot eines Vulkans schmeißen müssen. Klingt verrückt, ist aber dem Hobbit Frodo Beutlin aus J. R. R. Tolkiens literarischem Meisterwerk „Herr der Ringe“ genauso passiert – natürlich nur im fiktiven Kontext. Aber die Verfilmung des Stoffs kennt eigentlich so ziemlich jeder; es gab Oscars zuhauf und folglich gibt es auch jede Menge Fans des fantastischen Spektakels.

Weiterlesen

Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel.
31

Region. Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie den Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Winkler TV
3

Sachschaden in Höhe von 200.000 Euro

10.04.: Andernach: Liniebus brennt vollständig aus

Andernach. Am Freitag, den 10.04.2026, gegen 14:45 Uhr wurde die Polizeiinspektion Andernach über den Brand eines Linienbusses im Kräwerweg in Andernach informiert. Bei Eintreffen befand sich der Bus in Vollbrand. Durch Kräfte der Feuerwehr Andernach wurde der Brand gelöscht.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
4

Köln. Polizisten haben am Mittwochnachmittag (8. April) eine 49-jährige Frau im Stadtteil Ehrenfeld festgenommen, nachdem sie einen Mitarbeiter (33) des städtischen Ordnungsdienstes mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug bedroht haben soll. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen. Da zudem konkrete Hinweise auf eine schwere psychische Erkrankung vorliegen, ist sie zunächst in eine Fachklinik eingewiesen worden.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
20

Allgemeine Berichte

BLICK aktuell sucht HeimatHelden!

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Imageanzeige
Werbeplan 2026
Kleinanzeigen
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Kita
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Titelanzeige KW 15
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Anzeige KW 15
Blütenfest
Anzeige Lagerverkauf