Allgemeine Berichte | 20.01.2022

„Zahlen, bitte“ - Inventur im Zoo Neuwied

Wandelndes Blatt. Fotos: Zoo Neuwied

Neuwied. Wer im Einzelhandel arbeitet, kennt es: Die ersten Tage des neuen Jahres, oder wahlweise auch die letzten Tage des alten, stehen im Zeichen der Inventur. Aber eine Inventur der Zootiere? „Bei uns werden die Tiere natürlich nicht wie Handelswaren verkauft, und zum Glück haben wir auch kein Problem mit „Ladendiebstählen“ oder Bruchware“, lächelt Maximilian Birkendorf, der rund die Hälfte des Neuwieder Tierbestandes als Kurator betreut, „aber auch wir müssen überprüfen, ob die konkreten Tierzahlen der Summe aus Zu- und Abgängen entsprechen“, erklärt er.

Zugänge kommen meist durch Geburten zustande, oder dann, wenn Tiere aus anderen zoologischen Einrichtungen in den Zoo Neuwied umziehen, wie im Sommer 2021 ein Pärchen Sandkatzen. Abgänge werden verzeichnet, wenn es Todesfälle zu beklagen gibt, oder wenn Tiere in andere Zoos umziehen, zum Beispiel eigene Nachzuchten wie der im Vorjahr geborene Katzenbär Xiwang, der im April auf Empfehlung des Zuchtbuchführers nach Mierlo (NL) transportiert wurde.

„Alle Transporte, sowohl ein- als auch ausgehende, werden natürlich genaustens dokumentiert. Auch unsere Nachzuchten werden in einer Kartei vermerkt, und je nach Art auch behördlich gemeldet, ebenso wie die verstorbenen Tiere“, betont Birkendorf. „Bei den meisten Arten ist die Übersicht über die Tierzahlen also sehr einfach: Zwei Berberlöwen waren am 01.01.2021 vorhanden. Im September wurden drei Jungtiere geboren, die alle noch bei ihren Eltern sind. Macht 3,2“, rechnet der Kurator, und fügt grinsend hinzu: „Bei normalen Menschen kommt bei zwei plus drei natürlich 5 raus. Aber im Zoo wird bei derartigen Rechnungen zwischen männlichen und weiblichen Tieren unterschieden. Die erste Stelle bezeichnet die Anzahl der männlichen Tiere, die Stelle nach dem ersten Komma die weiblichen Individuen. Bei einem Elternpaar und zwei männlichen sowie einem weiblichen Jungtier macht das in Zoologensprache also 3,2.“

Sollte es Tiere geben, bei denen das Geschlecht noch nicht festgestellt wurde, kommt hinter einem weiteren Komma noch eine dritte Ziffer. Bei den Bolivianischen Totenkopfäffchen etwa ergab die Inventur 4,6,6, und bei einigen Arten von Insekten und anderen Wirbellosen im Exotarium besteht sogar die ganze Gruppe aus „unbestimmten“ Tieren. „Wobei wir bei den 0,0,30 Wandelnden Blättern schon wissen, dass sich darunter sowohl Männchen als auch Weibchen befinden, sonst würden sie sich nicht so erfolgreich vermehren“, lacht Birkendorf.

Und warum ist die Inventur nun auch im Zoo wichtig, wenn doch alles dokumentiert wird? „Zum einen ist es, glaube ich, immer gut, die eigene Arbeit hin und wieder zu überprüfen“, denkt Max Birkendorf, „zum anderen haben wir Arten, bei denen der Bestand sehr groß ist und nicht jede Geburt sofort bemerkt wird, wie bei den Kängurus, die ihre Jungtiere lange Zeit im Beutel tragen, oder die Wellensittiche, bei denen die Jungen erst aus den Bruthöhlen ausfliegen, wenn sie beinahe so groß sind wie die Altvögel.“

Und wie viele Tiere aus wie vielen Arten gibt es nun im größten Zoo von Rheinland-Pfalz? „Am 01. Januar 2022 wurden im Zoo Neuwied genau 194 Arten gepflegt“, antwortet Birkendorf stolz, „da fehlt nicht mehr viel bis zur 200er-Marke. Die Inventur der Individuen hat 1505 ergeben - wobei ich ehrlicherweise nicht versichern kann, ob bei den 150 gezählten Milchkrautwanzen oder den 70 Leuchtschaben nicht vielleicht doch ein bisschen geschummelt wurde.“

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Graue Riesen.

Graue Riesen. Foto: Alex Japes

Wandelndes Blatt. Fotos: Zoo Neuwied

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