Rhein-Sieg-Kreis
Zehn Jahre Botschafter der Herzstiftung
Rhein-Sieg-Kreis. Seit 2004 engagiert sich Rainer Walterscheid im Rhein-Sieg-Kreis als ehrenamtlicher Beauftragter der Deutschen Herzstiftung Wenn bei Ärzten die Zeit für das Gespräch mit ihrem Patienten zunehmend knapper wird, bleiben Fragen zur Therapie nicht selten unbeantwortet. Umso wichtiger werden dann medizinische Informationen, die unabhängig und fundiert sind. Als einer von über 100 ehrenamtlichen Beauftragten der Deutschen Herzstiftung, die sich im gesamten Bundesgebiet engagieren, unterstützt Rainer Walterscheid aus Hennef seit genau zehn Jahren die Organisation im rechts- und linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.
Wenn es um Aufklärung über Herz-Kreislauf-Erkrankungen seht, ist die Herzstiftung mittlerweile eine der gefragtesten Anlaufstellen. Die Patientenorganisation mit Sitz in Frankfurt am Main hat über 82.000 Mitglieder und informiert mit ihren Herzspezialisten aus dem Vorstand und Wissenschaftlichen Beirat über den Schutz vor Herzerkrankungen ebenso wie über neue Behandlungsmethoden. Sie fördert die Herz-Kreislauf-Forschung und setzt sich intensiv für Kinder und junge Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) ein. Die ehrenamtlichen Beauftragten sind für die Arbeit der Herzstiftung unverzichtbar. Rainer Walterscheid kam durch sein Wirken bei der AOK Rheinland, für die er 40 Jahre tätig war, davon ungefähr die letzten 20 Jahre als Pressesprecher, mit der Deutschen Herzstiftung in Berührung. Damals besuchte ihn hin und wieder sein Vorgänger, der damalige Herzstiftungs-Beauftragte Fritz Wagner, wenn es um die Einbindung der Krankenkasse in Aufklärungsaktionen der Patientenorganisation ging. Im Ruhestand und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe, entschied sich Walterscheid im Juli 2004 für die Nachfolge Wagners.
„Dass es gewisse Parallelen zwischen ehemaligem Beruf und meinem Ehrenamt bei der Herzstiftung gibt, erleichtert mir die Sache“, sagt Walterscheid heute. Sein Netzwerk aus vielen Kontakten während dieser Zeit sei ihm dabei nur hilfreich. Besonders in den bundesweiten Herzwochen (www.herzstiftung.de/herzwochen.html), die alljährlich im November mit rund 1.200 Informationsveranstaltungen in Kliniken, Herzzentren, Volkshochschulen, Behörden und Krankenkassen stattfinden, sind die 109 Beauftragten und rund 600 Helfer regelrecht eine stützende Säule. Sie übernehmen in ihrer Region viele
wichtige organisatorische Aufgaben: sie unterstützen die Herzstiftung bei der Koordinierung von Herz-Seminaren in den Kliniken, betreuen die Informationsstände der Patientenorganisation und legen die Zeitschrift der Herzstiftung „Herz Heute“ und anderes Infomaterial in den kardiologischen und herzchirurgischen Abteilungen der Kliniken und in den Arztpraxen aus. So helfen die Beauftragten der Herzstiftung, Kliniken und Arztpraxen als Kooperationsmitglieder zu gewinnen: Kliniken und Praxen bestätigen mit dieser Kooperation ihre Verbundenheit mit der Arbeit der Herzstiftung, indem sie etwa Informationsmaterialien der Patientenorganisation für Patienten auslegen. Walterscheid hat mehrere Kliniken und Praxen in Hennef und Bad Honnef als Partner der Herzstiftung gewinnen können, ebenso viele Neumitglieder.
„Leider fehlen uns in manchen Gebieten noch Ehrenamtliche, die engagiert sind und für die Herzstiftung tätig werden möchten“, sagt Walterscheid, der selbst Herzpatient ist und 1992 einen Herzinfarkt erlitt. All seine Erfahrung als Patient wie auch als Beauftragter der Herzstiftung bringt er in die Gesprächs- und Selbsthilfegruppe „Rund ums Herz“ ein, die er seit 2006 leitet. Dass er für seine ehrenamtliche Tätigkeit mindestens rund 15 Wochenstunden im Einsatz ist, „ist mir keine Last, sondern Freude“.
Amt mit vielen Vorteilen
Das Ehrenamt nimmt eine zentrale Rolle in der Deutschen Herzstiftung ein und wurde deshalb in der Satzung des Vereins fest verankert. Für die Beauftragten der Herzstiftung, die häufig selbst herzkrank sind, birgt das Amt viele Vorteile auch für den Umgang mit der eigenen Herzerkrankung, indem es etwa hilft, Ängste abzubauen. So ist das Ehrenamt nicht
nur Aufgabe, sondern auch Chance.
